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Diese Online-Dokumentation wird ständig weitergeschrieben, Texte werden ergänzt und mit neuen Erkenntnissen aktualisiert. Daher greifen wir den Leserhinweis gerne auf und informieren hier aktuell über die jeweils neu eingestellten Artikel, die auch über das Inhaltsverzeichnis unter den entsprechenden Themenbereichen zu finden sind. Aus dem Inhaltsverzeichnis selbst geht nicht hervor, welche Texte neu aufgenommen sind. Möchten Sie einen dieser neuen Texte jetzt lesen, klicken Sie hier die Links an! Um einer mögliche Irritation beim Leser vorzubeugen: Die neuen Texte sind mit alten Einstellungsdaten versehen, damit sie thematisch eingeordnet werden konnten.

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Neu am 13. Juli 2016 eingestellte Artikel

Rothenburg in Krieg und Frieden – Tagung der Ev. Akademie Tutzing über die NS-Zeit in der Stadt sowie ihren Umgang mit ihr in späteren Jahrzehnten: Reaktionen, Kritik und Lob

„Die jüdische Gemeinde Rothenburgs und das Erinnern nach 1945“ – Vortrag von Dr. Oliver Gußmann auf der Tagung der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg 2016

„Schwierigkeiten im Umgang mit der Schuld“ – Vortrag von Wolf Stegemann auf der Tagung „Rothenburg in Krieg und Frieden“ der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg 2016

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Am 21. Mai 2016 neu eingestellte Beiträge

Horst Wessel – sein kurzes Leben und sein langlebiges Lied: Wie die Propaganda seine Lebensgeschichte zum NS-Mythos verklärte und das Lied noch heute in den Köpfen herumspukt

Mit der „Adolf-Hitler-Freizeitplatzspende“ kamen immer wieder Parteileute nach Rothenburg und wurden mit Sieg Heil und dem üblichen NS-Tamtam bevorzugt empfangen

1946 erschien erstmals das „Jüdische Gemeindeblatt“, aus dem die heutige „Jüdische Allgemeine“ entstand

Stadtratskandidaten der „Deutschen Gemeinschaft“ 1966 – Momentaufnahme einer rechts- und rückwärts ausgerichteten Partei: stolz auf Kriegseinsätze, zudem national und sozial

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Zum Thema Heimat, wie sie 1950 verstanden wurde,
am 14. März 2016 veröffentlicht:

Rothenburger Heimattage 1950: Ein Bierkrüge und Tanzbeine schwingendes aber auch nostalgisch-ernstes Ereignis. „Heimat ist Glück“ – Momentaufnahme zu einem strapazierten Begriff

Ausstellung zum Wiederaufbau der Stadt – Bestandsaufnahme nach fünf Jahren im Rahmen der „Rothenburger Heimattage 1950“ – Ein Rundgang im Rathaus und auf der Stadtmauer

 Dass man den jüdischen Bürgern ihre Heimat genommen hat, wurde an den „Rothenburger Heimattagen 1950“ nicht erwähnt. – Noch lange wurde am althergebrachten Begriff festgehalten

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Zu verschiedenen Themen
am 25. Februar 2016 zehn neue Texte eingestellt

Festspiel „Der Meistertrunk“ – NSDAP 1940: Nusch war bereits nationalsozialistisch gesinnt! Oberbürgermeister Hörner 1950: „Rothenburg ohne Festspiel nicht denkbar!“

Hans-Sachs-Gilde: Rothenburger Mimen brachten mit derben Bauernschwänken die Zuschauer zum Lachen. Vor, während und nach dem Krieg – bis heute

Verein Historischer Schäfertanz: Sie tanzten vor dem Bischof von Canterbury und vor Nazigrößen in Hamburg, wo Theodor Schletterer zum Tee bei Joseph Goebbels eingeladen war

Parteigenosse im Widerstand: Georg Beyerlein stellte sich auf die Seite von misshandelten jugoslawischen Kriegsgefangenen in Geslau und wurde aus der Partei ausgeschlossen

Endsieg-Propaganda bis April 1945. Rothenburgs Kreisleiter Höllfritsch im April 1945: „Unbeirrbar ist unser Glaube an den Sieg!“ – Das Ende

Hans Promm, Hauptlehrer, alter Kämpfer, SA-Sturmbannführer und NSDAP-Kreisredner in Leuzenbronn, „hämmerte Pflichten und Aufgaben in die Herzen und Hirne“

NSDAP-Kreispropagandaleiter Seyfried schrieb für die Kreis- und Gauleitung Lageberichte über die Stimmung in Rothenburg – ein Beispiel vom 22. April 1943

Textaustausch: Der folgende Text ist ein erweiterter Artikel

Georg Soldner – Landwirt, Hufschmied, Bürgermeister, NSDAP-Landtagsabgeordneter, Kreisbauernführer, Gauredner, SS- und SA-Mitglied und letztlich doch nur „Mitläufer“

Themen in der frühen und späteren Nachkriegszeit:

„Auerbach-Affäre“: 1952 ein beschämendes Stück bayerischer Nachkriegsjustiz und Wiedererstarkung offener antisemitischer Hetze von Presse und Politik

Libanesischer Student am Goethe-Institut namens Hitler. Darf man seinen Söhnen den Vornamen „Hitler“ geben? Hier nicht, woanders schon – vor allem in Südamerika

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Nachzügler am 26. Januar 2016:

Ein wissenskundiger Lesespaziergang durch die Jahrhunderte der Rothenburger Geschichte mit ihren hellen und dunklen Jahren bis in die jüngste Zeit – ein wichtiges Buch

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Themenergänzende Artikel -
veröffentlicht am 24. Januar 2016:

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Neu veröffentlichte Texte am 19. Januar 2016

Liebe Leser und Leserinnen!
Wir haben neue Artikel in dieser Online-Dokumentation veröffentlicht. Darin befassen wir uns mit dem Thema, warum im Nationalsozialismus so viel gesungen wurde. Die Liederbücher, die in den NSDAP-Gliederungen und Organisationen zwischen 1933 und 1944 erschienen sind, füllen lange Regale. Andere Artikel dokumentieren die Eröffnung des weiblichen Reichsarbeitsdienstes im Siechhaus, die Biografie des Rothenburger Nachkriegslandrats Dr. Paul Nerreter, der Staatssekretär im Münchner Innenministerium wurde. Vor allem aber freut es uns, dass wir die Geschichte und das Schicksal des Rothenburger US-Staatsbürgers John M. Friedle (aus Detwang) recherchieren konnten.  Ihm spielten die NS-Behörden und vor allem das Rothenburger Finanzamt übel mit. In die noch gesperrte Friedle-Akte im Staatsarchiv Nürnberg durften wir mit Genehmigung des Direktors der Bayerischen Staatsarchive Einsicht nehmen. – In den nächsten zwei Wochen werden wir weitere Artikel veröffentlichen. Insgesamt informieren in dieser Dokumentation derzeit 437 Artikel über die NS- und Nachkriegszeit in Rothenburg ob der Tauber und über themenbezogene Sachverhalte. – W. St.

Am 27. November 2015 neu veröffentlichte Artikel

In der Rothenburger Klingengasse wohnte in den letzten Jahrezehnten des 19. Jahrhundert die jüdische Familie Kann, die später in Essen (Ruhrgebiet) lebte. Ein Sohn dieser Familie, Alexander, gründete in der Reviermetropole 1918 ein eigenes Bankgeschäft. 1932 legte er unter kriminellen Umständen eine Pleite hin. Die Justizbehörden ermittelten gegen ihn, der mit seiner Familie 1933 nach Frankreich entkommen konnte. Nach Besetzung Frankreichs wurde die Familie nach Auschwitz deportiert und Alexander Kann und einer seiner Söhne ermordet. Hier seine Geschichte:

Alexander Kann: seine Bank, seine Familie, seine Geschäfte – Ein Lebensweg von Oberzell über Rothenburg ob der Tauber, Sandhausen, Essen und Paris bis Auschwitz

Nur ein Rothenburger bekam das Ritterkreuz verliehen. Kurz darauf fiel er. Über ihn und den hohlen Pathos seiner Trauerfeier im Rathaus informiert der Artikel:

SS-Sturmbannführer Hermann Buchner – Rothenburgs erster und einziger Ritterkreuzträger. Als Unsterblicher marschiert der tote Held bis zum Endsieg mit

Ebenso hohl waren die Reden zur feierlichen Einführung des Landrats in sein Rothenburger Bezirksamt:

Rothenburger Landrat Meißner 1937 in sein Amt eingeführt: Bestleistungen können nur erzielt werden, wenn Beamte in das nationalsozialistische Ideengut eindringen

Welche Kompetenzen hatten die NSDAP-Kreisleiter, Ortsgruppenleiter, Zellen- und Blockleiter, um in staats- und kommunalbehördliches Handeln einzugreifen?

Aufteilung der NSDAP unterhalb der Gaue – Kreisleiter, Ortsgruppenleiter, Zellenleiter, Blockleiter

Die mächtigsten Männer in der Stadt und im Kreis waren die Kreisleiter der NSDAP. Über sie umfassende Informationen in Archiven zu erhalten, ist sehr schwierig, da sie in vielen Staatsarchiven verteilt und auch unzureichend erhalten sind. Wir bemühen uns, weitere Details zu den hier aufgeführten Kreisleitern noch herauszufinden.

NSDAP-Kreisleiter Friedrich Mägerlein (1): Über seine Amtszeit von 1932 bis 1934 ist wenig bekannt. War er in die Polit-Affäre mit Wilhelm Stegmann verstrickt?

NSDAP-Kreisleiter Karl Zoller (2): Mit der Machtergreifung zog er als „Alter Kämpfer“ in den Stadtrat ein, wurde stellvertretender Bürgermeister und bekam die Bürgermedaille

NSDAP-Kreisleiter Karl Steinacker (3): Ein aktiver Parteisoldat Hitlers in Dinkelsbühl und Rothenburg, der an der Ostfront kämpfte und dem Fensterscheiben eingeworfen wurden

NSDAP-Kreisleiter Wilhelm Seitz (4): Fast zwei Jahre lang war er in Rothenburg, gleichzeitig auch in Ansbach – gewalttätig und rücksichtslos

NSDAP-Kreisleiter Erich Höllfritsch (5): In den letzten Monaten des Krieges wusste er mit Drohungen, Durchhalteparolen und Lügen gut umzugehen

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Englische Version

http://forum.axishistory.com/viewtopic.php?f=6&t=35191&start=5730

30. Oktober 2015. – Unter diesem Link ist eine US-Seite aufzurufen, die sich mit einem Artikel in “Rothenburg unterm Hakenkreuz” befasst. Es geht um das Todesurteil gegen den Schillingsfürster Eugen Grüber vor dem Sondergericht Nürnberg. Dieser Text und andere Artikel der Rothenburger NS-Dokumentation sind über diesen Link in englischer Übersetzung aufzurufen.

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Am 8. Oktober 2015 ein neuer Beitrag veröffentlicht: 

„Die verschnürten Briefe“ sind nicht nur Zeugnisse der großen Liebe der Eltern, sondern auch des ungebrochenen Festhaltens Fritz Gehringers an der SS-Ideologie über 1945 hinaus

 

28 neue Beiträge eingestellt

Ab 15. September 2015 sind 28 neue Beiträge zu verschiedenen Themenbereichen veröffentlicht worden. Damit umfasst diese Online-Dokumentation zum Nationalsozialismus in Rothenburg ingesamt 420 bebilderte Beiträge.

Neu eingestellt wurde ein Beitrag über die Einweihung des nationalsozialistischen Denkmals, das im Burggarten stand und Ludwig Siebert, der seiner „nationalsozialistischen Stadt“ Rothenburg dieses NS-Denkmal schenkte, eine Rede hielt, mit der er sich als Wegbereiter und Wegbegleiter Hitlers darstellte:

Der NS-Schul- und Erziehungsbereich wurde ergänzt mit den Artikeln:

Nach einem etwas mühsamen und aufwändigen Aktenstudium im Nürnberger Staatsarchiv konnten wir einige Fälle der nach 1945 erfolgten Wiedergutmachung durch Rückübereignung entzogener Häuser und Gründstücke von Rothenburger Juden darstellen:

Der Sportplatz des Fußball-Clubs Rothenbburg wurde im Dritten Reich platt gemacht, um einer Siedlung Platz zu machen. Eine Straße hinterm Schlachthof erinnert  daran. Der Sportplatz des Turnvereins an der Ansbacher Straße wurde 1933 eingeweiht. Hier die Artikel dazu:

Nach dem Krieg wanderten etliche Rothenburger aus Stadt und Kreis aus, um meist in Übersee sich eine bessere Existenz zu schaffen. Nach Aufhebung des Fraternisierungsverbots gingen auch etliche Frauen mit ihren GI’s in die USA:

Manche Frauen und Kinder mussten jahrelang auf ihre Männer und Väter warten, die in alliierter Kriegsgefangenschaft festgehalten wurden. In der Sowjetunion sogar bis 1955. Über das Problem der Kriegsheimkehrer in Rothenburg zwei Beiträge:

Einige Jahre beschäftigte sich die Stadtverwaltung mit einem geeigneten Ort, um eine Gefallenengedenkstätte zu errichten. Schließlich einigten sich die Mitglieder des städtischen Arbeitsausschusses 1954 auf die Blasiuskapelle:

Und noch weitere neue Artikel zur Ergänzung verschiedener Themen:

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Am 23. August 2915 veröffentlicht:

Oberbürgermeister Friedrich Hörner – Er legte vor 70 Jahren das Fundament für Demokratie und Wiederaufbau der Stadt

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Stark erweitert:

22. August 2015. – Wir haben die Chronik der Ereignisse im NS-Reich und in Rothenburg gänzlich neu gestaltet und erweitert. Daher mussten wir aus einem Artikel vier machen. W. St.

Chronologie I: 1920 bis 1932 – Der nationalsozialistische Weg war vorgezeichnet
Chronologie II: 1933 bis 1935 – Legal und mit Rechtsbrüchen wird Deutschland Diktatur
Chronologie III: 1936 bis 1938 – Judenhetze in der Stadt auf dem Höhepunkt
Chronologie IV: 1939 bis 1945 – Im Blutrausch der Vernichtung bis zur Niederlage

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Am 27. Juli 2015 neu eingestellte Artikel

Die heute neu veröffentlichten Artikel ergänzen zum Teil die bereits eingestellten Themen wie Entnazifizierung oder Ermittlungen der Polizei und Gestapo. Die einzelnen Artikel sind im Inhaltsverzeichnis eingeordnet und dort aufzurufen oder aber auch auf dieser Informationsseite über neue Texte.

Entnazifizierung: Die Spruchkammer Rothenburg – ihre gesetzliche Einbindung, das Verfahren, der Missbrauch, das Personal und Polizeischutz für den Vorsitzenden und den Kläger

Entnazifizierung von Häusern: Luise Assel musste 1947 einen eingemeißelten Spruch von Deutschlands Ehre und Einigkeit

Entnazifizierung der Wirtschaft: Das Gesetz Nr. 8 und seine Ausführungsbestimmungen – Nationalsozialisten durften ab 1945 keine leitenden Stellungen in den Betrieben haben

Zum Thema Polizei und Justiz:

Ermittlungsverfahren der Polizei und Staatsanwaltschaft wegen Heimtücke (1): Unvorsichtige Bemerkungen am falschen Ort! – Drei Fälle aus dem Kreis Rothenburg

Ermittlungen (2): Babette Abelein widerstand aus christlicher Einstellung der Dienstverpflichtung in der Munitionsanstalt Oberdachstetten. Sie kam in Schutzhaft

Ermittlungen (3): Es begann mit einem unbedacht geäußerten abenteuerlichen Gerücht und endete für den Rothenburger Kurt Scheffler bei der Gestapo, vermutlich in einem KZ

Ermittlungen (4): Falsche Anschuldigungen als Racheakt der Ehefrau an ihrem die Scheidung begehrenden Ehemann – Staatsanwalt beim Sondergericht stellte das Verfahren ein

Ermittlungen (5): „Die erste Kugel, die fliegt, gehört dem Hitler durch den Kopf!“ – In Buch am Wald denunzierte einer den anderen. Der Staatsanwalt stellte das Verfahren ein

Neu ist das Thema des Rechtsrucks, der in den 1950er-Jahren in Rothenburg ob der Tauber stattfand. Die Ergebnisse der Stadtratswahl und Bürgermeisterwahl sowie die daraus abgeleiteten Folgen dokumentieren das.

Rechtsruck in den 1950er-Jahren I: Die Opfer Deutschlands wurden verdrängt. Die Deutschen machten sich ja selbst zum Opfer – auch in Rothenburg

Rechtsruck in den 1950er-Jahren II: Die Stadtrats- und Bürgermeisterwahl 1952 brachten in Rothenburg Altnazis wieder in Amt und Würden

 Weitere neu eingestellte Artikel:

Statistische Zahlen spiegeln die Lebenssituation 1951 wider: Flüchtlinge, Wohnraummangel, Tourismus, Bautätigkeit, Tanz, Bildungshunger, Schweineauftrieb

Reichsparteitag Nürnberg 1934: Des Führers Auge ruhte einige Sekunden auf dem Rothenburger Hitlerjungen Helmut Jelden, der ihn in seine Heimatstadt Rothenburg einlud

Die Wehrpflicht: Für die geheime Mobilmachungsvorbereitung wurden 1937 in Rothenburg 44 Beamte und Angestellte der Stadt im Kriegsfall für „unabkömmlich“ gestellt

Dienstverpflichtet: Auch Rothenburger mussten in der Lufthauptmunitionsanstalt 1/VII in Oberdachstetten Flak-Granaten herstellen – Täglich verließ ein kompletter Güterzug die Muna

Wildbad: Sanatorium, Luxushotel, Lazarett, HJ-Musikschule, US-Truppenunterkunft, UNRRA-Camp, Polizeischule, „Residenz der Erleuchtung“, Tagungszentrum der Ev. Kirche

Dank für die freundliche und stets hilfreiche Unterstützung des Rothenburger Stadtarchivs und des Staatsarchivs Nürnberg!

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Dokumentation einer Straßenumbenennung 2014/15

27. Juli 2015 – Die Umbenennung der nach dem Nazi Ludwig Siebert genannten Straße wurde vom Stadtrat Ende Mai 2015 einstimmig beschlossen. Sie wird wieder Obere Bahnhofstraße heißen. Dies möchten nun Rothenburger, die den 1943 verstorbenen NS-Ministerpräsidenten von Bayern weiterhin durch die Straßenbenennung ehren wollen, durch ein Bürgerbegehren verhindern. Befürworter der Umbenennung geben ihnen in Leserbriefen contra. Wir haben diesen Vorgang, der fortgeschrieben wird, online dokumentiert: Öffnen Sie dazu diesen Link:

Der letzte Nazi verschwindet 2015 von den Straßenschildern in Rothenburg – Chronologie und Dokumentation einer längst überfälligen Umbenennung

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Liebe Leser und Freunde von „Rothenburg unterm Hakenkreuz“!

28. Juni 2015. – Nach Auswertung der im Nürnberger Staatsarchiv aufbewahrten Akten des Nürnberger Sondergerichts (1934 bis 1945) konnten wir jetzt etliche Gerichtsfälle veröffentlichen, in denen sich Rothenburger aus der Stadt und dem Kreis vor dem Gericht zu verantworten hatten. Meist sind es Fälle, in denen sie wegen „staatsabträglichem Verhaltens“, wegen Verstoßes gegen das „Heimtücke“-Gesetz oder die Kriegswirtschaftsverordnung angeklagt waren oder sie einfach nur gesagt haben, „der Göring ist auch kein Gescheiter“. Bei der Durchsicht dieser Akten lässt sich feststellen, dass es in Rothenburg auch etliche Bürger und Bürgerinnen gegeben hat, die gegenüber dem NS-Regime kritisch eingestellt waren und dies aus Unvorsichtigkeit auch unter Freunden, Nachbarn und Kollegen zum Ausdruck brachten. Erschreckend dabei ist, dass es darunter immer wieder solche gegeben hat, die dann zur Gestapo oder Polizei gelaufen sind, um zu denunzieren. Darüber geben die Akten Auskunft. – Sie können die Überschriften hier anklicken, um den Artikel zu lesen, oder sie im Inhaltsverzeichnis finden, in das die einzelnen Artikel thematisch eingeordnet sind.

Sondergericht Nürnberg (1): Durch nachdrückliche Strafgewalt sollten „unruhige Geister“ gewarnt oder auch beseitigt werden – Ein besonders brutales Instrument der NS-Herrschaft

Sondergericht (2): Blick nach Windsbach – Mitte 1933 kein Gnadenerlass vom bayerischen Justizministerium für den 70-jährigen jüdischen Pferdehändler Josef Bär

Sondergericht (3): Das Ende einer SA-Karriere. Wilhelm Stegmann aus Schillingsfürst legte sich 1933 mit der SA und dem Frankenführer Streicher an. Hitler ließ ihn fallen

Sondergericht (4): Siegmund Marx, jüdischer Lehrer, kam 1933 in Schutzhaft und sollte angeklagt werden. Er kam frei und ging nach Speyer

Sondergericht (5): Kritik am Lohnsystem des NS-Regimes brachte den 24-jährigen Rothenburger Waldemar Heldt 1936 für fünf Monate ins Gefängnis

Sondergericht (6): Johann Herrscher musste fünf Monate ins Gefängnis, weil er 1939 ein feindliches Flugblatt anderen zeigte und es nicht bei der Polizei ablieferte

Sondergericht (7): Prediger Konrad Christenn im Arbeiterbus Kirchenlieder gesungen – drei Monate Gefängnisstrafe

Sondergericht (8): Er bezweifelte 1941 in einer Schillingsfürster Gastwirtschaft die Erfolge der Wehrmacht in Russland, wofür er vier Monate Gefängnisstrafe bekam

Sondergericht (9): „Gehässig und hetzerisch“ mit staatsabträglichen Äußerungen den Glauben an den Sieg wankend gemacht – August Löschel 1941 zu einem Jahr Gefängnis verurteilt

Sondergericht (10): Todesurteil für eine gewalttätig begangene homosexuelle Handlung mit Todesfolge am Toilettenhäuschen des Schillingsfürster Bahnhofs

Sondergericht (11): Rothenburger US-Bürgerin Sadie Walker nannte 1941 in einem Brief das Reich als Irrenhaus, schrieb von Mördern und Dieben sowie von Selbstmorden unter Juden

Sondergericht (12): Postfacharbeiter zu drei Jahren Zuchthaus für drei gestohlene Feldpostpäckchen verurteilt

Sondergericht (13): Fälle rund ums Schwein – Schwarzschlachtung und falsches Gewicht – Gefängnisstrafen und Freispruch

Sondergericht (14): Verunglimpfung des deutschen Grußes – 1944 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt – Wegen Verbreitung von Gerüchten junge Frau zehn Monate Gefängnis

Sondergericht (15): „Göring ist auch kein Gescheiter“ – dafür musste der Gastwirt Leonhard Schmidt 1945 fünf Monate ins Gefängnis. Und ein weiterer Fall aus Detwang

Sondergericht (16): Drei Fälle von Verbrechen bzw. Vergehen gegen die Kriegswirtschaftverordnung und Verbrauchsregelungsstrafverordnung – Geldstrafen und Zuchthaus

Rothenburger Amtsgerichtsgefängnis: Kahle Zellen mit Tisch, Stuhl, Bett und muffigem Geruch – aber mit herrlichem Blick über das Taubertal

Erschreckend ist auch, dass viele Richter, die sich dem Regime angedient haben, ein Todesurteil nach dem andern fällten, nach dem Krieg in den Gerichten geblieben sind und weiter Recht gesprochen haben. Manche Juristen haben nach 1945 vom NS-Reichjustizministerium nach einer Schamfrist in das Bundesjustizministerium gewechselt und daran mitgewirkt, dass NS-Juristen kaum verfolgt wurden. Darüber informieren unsere Artikel über die Justiz:

Justiz I: Juristen demontierten als Handlanger des Regimes nach Recht und Gesetz  die Menschlichkeit und Gerechtigkeit und setzten nach 1945 ihre Karrieren fort

Justiz II: Auch im Amtsgericht wurde Recht so gesprochen, wie es die Nationalsozialisten vorgaben – Eine Beugung des Recht durch Verbeugung vor Adolf Hitler

Justiz III: Mord oder Totschlag? Wo Hitler heute noch präsent ist: auch in den Strafgesetzbüchern der Bundesrepublik

Justiz IV: Zivile Kriegsgerichtsbarkeit – Scharfe NS-Gesetze und gnadenlose Richter bedrohten das Alltagsleben mit Gefängnis, Zuchthaus, KZ und dem Fallbeil

Eine ehemalige Rothenburgerin übergab uns Unterlagen über einen Euthanasiefall in der Familie. Ein geistig behinderter Junge wurde vom Rothenburger Gesundheitsamt wegen Verhaltensstörungen begutachtet in die Neuendettelsauer Anstalten eingewiesen. Von dort wurde er vom Staat in ein anderes Heim verbracht, wo er getötet wurde. In der Darstellung dieser Geschichte haben wir den Namen der Familie geändert.

Euthanasie I: Approbierte Mörder im Arztkittel – Rund 260.000 geistig Behinderte wurden umgebracht – nach dem Krieg das große Verschweigen

Euthanasie II: Erfassung der geistig behinderten Kinder, ihre „Begutachtung“ und anschließende Tötung

Euthanasie III: Neuendettelsauer Pflegeeinrichtung im Griff der gnadenlosen T4-Aktion „Vernichtung lebensunwertes Lebens“ – rund 1.200 Patienten wurden getötet

Euthanasie IV: Der Rothenburger geistig behinderte Junge Bernhard, neun Jahre, kam 1940 in die Heil- und Pflegeanstalt Bruckberg. Ein Jahr darauf war er tot

„Auslese“ und „Ausmerze“ – Rund 500 Frauen wurden in der Erlanger Klinik der Zwangssterilisation und Zwangsabtreibung unterzogen – Thema 2003 beispielhaft aufgearbeitet

Folgende Artikel betreffen  bereits veröffentlichte Themenbereiche in dieser Online-Dokumentation:

Gleichschaltung I: Mit Sieg-Heil und Begeisterung ließen sich Vereine im Sinne der NS-Ideologie gleichschalten – Mitglieder mussten arischer Abstammung sein

Gleichschaltung II: Schützengilde hisste mit Stolz ihre eigene Hakenkreuzfahne – Ziegenzuchtverein löste sich auf auswählen

Ehrentafel der alten Kämpfer und Kämpferinnen der NSDAP in Rothenburg – wo hing sie?

NSDAP-Mitglieder mussten 1945 für Flüchtlinge Kleidung und Leibwäsche abgeben – Emilie Meißner, Frau des NS-Landrats, verlangte 13 Jahre später von der Stadt Entschädigung

Georg Lindner – Als Kommunist 1933 in Schutzhaft und von 1938 bis 1945 im KZ Dachau. Erster Vorsitzender und Stadtrat der Rothenburger Nachkriegs-KPD

Georg Lill – Denkmalpfleger, Kunstkenner und Berater beim Wiederaufbau der Stadt Rothenburg

Brutale Rothenburger SA-Männer überfielen in der Nacht zum 27. März 1933 die jüdische Familie Mann in ihrem Haus – Es wurde geschlagen und geschossen

Die Verhinderung der Zerstörung der Stadt bei der Einnahme am 16. und 17. April 1945 ist in den Darstellungen einiger der Beteiligten widersprüchlich auswählen

Die Rehabilitierung kam spät – 2015 würdiges Gedenken an den 1945 als Deserteur erschossenen Johann Rößler

Im Staatsarchiv Nürnberg haben wir Akten der bayerischen Wiedergutmachungsbehörde gefunden, die sich mit der Arisierung von Grundstücken, Häusern und Äcker von Juden und die Wiedergutmachungsverfahren nach dem Krieg. Dabei ist auch eine amtlicher Hinweis, wo das Inventar (Leuchter u. a.) der Synagoge in der Herrngasse geblieben ist.

Damit wäre die thematische Aufarbeitung der NS-Zeitung ausgearbeitet. Natürlich werden wir weiter forschen und schreiben, ergänzen und Geschichten aus dem Alltag der Rothenburger, der Vereine und Verwaltung weiterhin veröffentlichen.

Wolf Stegemann

 

 

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Rothenburg ob der Tauber – Romantiker küssten die Stadt aus dem Dörnröschenschlaf, seitdem beleben Touristen Gassen und Plätze. Ein Blick in die Geschichte

Blick zum Burggarten; Foto: Wolf Stegemann

Blick zum Burggarten; Foto: Wolf Stegemann

Von Wolf Stegemann

Wer kennt sie nicht, jene mittelalterliche Stadt in Mittelfranken, bei deren Nennung sich Gesichter erhellen, ganz gleich, ob im Norden, Westen oder Osten der Bundesrepublik, ob in Amerika, Schweden, Japan oder auch Israel. Wer einmal hier war, vergisst sie nicht, die Schönheit der in die Jahre gekommenen Stadt mit ihren Türmen und Türmchen, ihren engen Gassen und weiten Blicken ins Taubertal, ihren Giebeln und Dächern, ihren Touristen und „Schneebällen“ (Gebäck). Ein Kleinod ohnegleichen, wie man sagt, wenn auch stark geliftet und stark angemalt wie eine alte Lady, die absolut nicht alt werden will. Weiterlesen

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Literaten und Dichter entdeckten Rothenburg immer wieder neu. Heute gibt es erfreuliche Tabubrüche. Der Versuch eines unvollständigen Überblicks des Schöngeistigen

Künstler und Literaten hinterließen im Hotel "Eisenhut" ihre speziellen Visitenkarten

Künstler und Literaten hinterließen im Hotel “Eisenhut” ihre speziellen Visitenkarten

Von Wolf Stegemann

Schriftsteller haben in allen denkbaren Zeiten zu Rothenburg eine eigentümliche Affinität entwickelt, waren vom morbiden Charme des früheren Rothenburgs verzaubert wie von der heutigen Disney-Stadt abgestoßen. Solche Lieben kennt man – auch auf anderen Gebieten. Wer ohne nachzuforschen wissen will, welche großen und kleinen Dichter der Stadt ihr Herz öffneten, braucht nur im „Eisenhut“, jenes Prunkhotel früherer Zeiten, in dem der Führer („Mein Kampf“) ebenso verkehrte wie sein Widersacher Thomas Mann (1875-1955; „Die Buddenbrocks“), Gustav Meyrink (1868-1932; „Der Golem“) und Eugen Höflich, der dann als Moscheh ben Gawriël („Kamele trinken auch aus trüben Brunnen“) in Jerusalem lebte. Erich Maria Remarque, Erich Kästner und Johannes Mario Simmel stehen auch im Gästebuch des Hotels. Der Rothenburger Gebr. Holstein-Verlag, ein leider verschwundenes Kleinod der Literatur, brachte 1964 seinen Lyrikband „Die Gedichte“ heraus, in dem ben Gawriël (1891-1965) auch seine Rothenburg-Gedichte veröffentlichte. Dieter Höss’ (geb. 1935) humorvolles Gedicht über Rothenburg erschien 1971 in der Süddeutschen Zeitung. Weiterlesen

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In „Das alte Rothenburg ob der Tauber“ vernachlässigt Paul Heinrich den jüdischen Teil der Rothenburger Geschichte und lässt die jüngste jüdische Gemeinde ganz weg

Titel des Buches von 1926

Titel des Buches von 1926

Von Wolf Stegemann

Ihm raubte ein Kopfschuss im Ersten Weltkrieg das Augenlicht. Doch er sah mit der Seele die Türme der Stadt im Nebel und im Sonnenschein, er sah des Abends den sinkenden Glutball hinter der Engelsburg verschwinden und nachts den silbrigen Glanz des Vollmondes auf den Dächern liegen. Im Vorwort seines Buches „Das alte Rothenburg ob der Tauber“ schreibt Paul Heinrich 1926: „Was mir das Auge versagt, lässt mir die Seele erstehen!“ Die Seele war seine Frau Else, Tochter des Fotografen Alfons Ohmeyer, die ihm die Augen ersetzte, die Stadt erklärte und ihm vorlas, da er nicht sehen konnte. Weiterlesen

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Konstantin von Gebsattels Antisemitismus im Schutz- und Trutzbund – Kleist-Zitat: „Schlagt sie tot, das Weltgericht fragt Euch nach den Gründen nicht!“

schutz-und-trutzbund obenVon Wolf Stegemann

Ein Blick in die Familie der Freiherrn von Gebsattel weist ein Mitglied auf, das schon 1913 in einer Denkschrift den rassischen Antisemitismus als Lösung der „Judenfrage“ verlangte. Er forderte u. a. die Ausgrenzung der Juden durch Berufsverbote und Enteignung ihres Besitzes, die Vertreibung als Fremde aus Deutschland und das Verbot der rassischen Vermischung. In seinem Verein „Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund“, der 1922 über 180.000 Mitglieder hatte, fand er Gehör. Konstantin von Gebsattel starb 1932, bevor Hitler ein Jahr später anfing, die Forderungen Gebsattels, die längst auch die der NSDAP waren, umzusetzen. Die politische Lebensgeschichte des Generals Konstantin von Gebsattel, der in seinem Schloss nahe Rothenburg lebte und dort begraben ist, erklärt in erschreckendem Maße, warum der Antisemitismus in Deutschland unter Hitler auf so fruchtbaren Boden aufblühen konnte. Weiterlesen

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Antisemitismus in Rothenburg: 1920 wurde die Synagoge in der Herrngasse mit Hakenkreuzen beschmiert – Damals als „Lausbubenstreich“ hingestellt

HalenkreuzschmierereiEs waren jene Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, als die Linken und die Rechten sich nicht nur politisch um die Zukunft Deutschlands stritten, sondern auch in einer bis dahin nicht gekannten Schlagkraft, mit Hass und Gewalt. Die Juden wurden wieder einmal zu den Sündenböcken gemacht und nach einem bereits lange anhaltenden literarischen und gesellschaftlichen Antisemitismus gesellte sich in erschreckender Weise der rassistische und gewalttätige Antisemitismus durch nationalistische und rechtsbündische Gruppen und Parteien hinzu, der sich in Deutschland bald als gesellschaftsfähig erwies, auch wenn er sich gegen Leib und Leben einzelne Menschen und Sachen richtete. Weiterlesen

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Franken war der braunste Fleck im Reich. Schon 1924 wählten in Coburg fast 53 Prozent die NSDAP

"Deutscher Tag" mit Adolf Hitler 1922 in Coburg (Oberfranken)

“Deutscher Tag” mit Adolf Hitler (2. v. l.) 1922 in Coburg (Oberfranken)

Von Wolf Stegemann

Wer Jahrhunderte zurückblättert, wird feststellen, dass die Franken schon immer etwas eigensinnig durch die Geschichte gingen. Sie trotzen oft der Obrigkeit genauso wie sie sich ihr manchmal auch anschlossen. Auch die Rothenburger. Sie wurden lutherisch und blieben es trotz aller Angriffe, sie schlugen sich auf die Seite des Bauernaufstands und mussten dafür bluten. Dr. Eckart Dietzfelbinger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände in Nürnberg, ordnete auch die jüngste Geschichte, den Nationalsozialismus in Mittel- und Oberfranken, in diese Reihe ein. In einem Vortrag beim Colloquium Historicum Wirsbergense (CHW) in Münchberg sparte Dietzfelbinger nicht mit „unbequemen Wahrheiten“, wie die „Frankenpost“ berichtete. Weiterlesen

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