Aktuelles

Neuer Artikel:

„Le Chaim! Rothenburger Woche jüdischer Kultur“ – Die 61.000 Stolpersteine sind das größte Mahnmal der Welt und erinnern lokalbezogen an die Vertreibung der Juden 1938

Zwei Neue Artikel am 7. November 2017 eingestellt

Anmerkungen zu Daniel Bauers Buch „Das nationalsozialistische Herrschaftssystem in Rothenburg ob der Tauber“: Eine erfolgreiche Spurensuche in den Archiven legte die Fährte der Nazis frei

Behelfsheimbau im Heckenacker und am Schlachthof für Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebene – ein gescheitertes Werk des Führers an der Heimatfront

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Neue Artikel am 19. Juni 2017 eingestellt

Der Frankenbund würdigte Oliver Gußmanns Verdienste um die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Rothenburg mit dem Kulturpreis. Er ist Mitherausgeber dieser Online-Dokumentation

Gaue der NSDAP waren im Deutschen Reich „Hoheitsgebiete“ und die Gauleiter einflussreich, weil sie Adolf Hitler persönlich oft nahestanden

Die märchenhaften Statistiken über Verbrechensbekämpfung zwischen 1933 und 1945 sind selbst ein großer Kriminalfall – Amnestien des Führers drückten die Zahlen nach unten

Wie die NS-Kulturpropaganda deutsche Dichter der Klassik für ihre Ideologie vereinnahmte und dafür Handlanger in Literatur und Wissenschaft fand (I): Goethe

Wie die NS-Kulturpropaganda deutsche Dichter der Klassik für ihre Ideologie vereinnahmte und dafür Handlanger in Literatur und Wissenschaft fand (II): Schiller

Wie die NS-Kulturpropaganda deutsche Dichter der Klassik für ihre Ideologie vereinnahmte und dafür Handlanger in Literatur und Wissenschaft fand (III): Kleist und Lessing

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Neue Artikel am 5. Oktober 2016 eingestellt

„Die Hölle der Deportierten begann in Nürnberg“ – „Organisationsanweisung zur Durchführung der Juden-Evakuierung am 29. 11. 1941“ – Ein grausames bürokratisches Dokument

Juden-Deportationen aus Franken (I): Neben SS, Gestapo und Reichsbahn waren auch Finanzämter, Amtsgerichte und Stadtverwaltungen beteiligt, denen der Zweck nicht verborgen blieb

Juden-Deportationen aus Franken (II): Anklagen und Prozesse gegen Beteiligte nach dem Krieg – Da „Befehlsempfänger“ mit fehlendem Unrechtsbewusstsein: Freisprüche

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Le Chajim – Jüdische Kulturwoche in Rothenburg 2016

5. Oktober 2016. – Jüdische Kultur und Geschichte erleben, in den Dialog treten, Neues kennenlernen, Spannendes erfahren, der Vergangenheit gedenken und der Gegenwart begegnen – dafür bietet alljährlich die Woche Jüdischer Kultur „Le Chajim – Auf das Leben!“ die Gelegenheit. Zum 5. Mal lädt dazu das Evangelische Bildungswerk Rothenburg ob der Tauber vom 15. bis 23. Oktober ein. Wieder stehen Vorträge, Filme, Musik, Tänze, Märchen und koscher Essbares ebenso auf dem Programm, wie die Besichtig eines Ritualbades in jüdischer Wohnkultur in der Judengasse zu Rothenburg.

Samstag, 15. Oktober, 19.30 Uhr, städtischer Musiksaal: Klezmer-Musik des Ensembles „Mesinke“ im städtischen Musiksaal, Eintritt 12 Euro (ermäßigt 9 Euro). – Die Lieder erzählen von rauschenden Hochzeiten, großer Liebe, aber auch vom harten Alltag der osteuropäischen Juden. Mit Klarinette, Akkordeon, Bass, Gitarre und Schlagzeug bringt das Ensemble einen Mix aus Pop, Jazz und Folk auf die Bühne, der tief in der jiddischen Tradition verwurzelt ist.
Sonntag, 16. Oktober, 11 Uhr, Forum Rothenburg Filmpalast: Dokumentarfilm der Schülerfilmgruppe der Oskar-von-Miller-Realschule über das KZ Theresienstadt „Wenn lange die Bilder schon verblassen…“, Eintritt 3 Euro. – Theresienstadt 1944: Um alle Welt von den tatsächlich stattfindenden Gräueln in den Konzentrationslagern abzulenken und von deren „Harmlosigkeit“ zu überzeugen, wird das KZ Theresienstadt zur Schau mit Freizeiteinrichtungen für die Insassen ausgestattet und der jüdische Regisseur Kurt Gerron wird gezwungen, das „Musterlager“ filmisch zu dokumentieren – eine zynische Verzerrung der grausamen Realität. Die Schülerfilmgruppe der Oskar-von-Miller-Realschule in Rothenburg drehte einen fesselnden und preisgekrönten Dokumentarfilm mit Ausschnitten aus dem Original-Filmmaterial.
Sonntag, 16. Oktober, 15 Uhr, Gemeindesaal St. Jakob: Mit-Mach-Tänze zu Musik aus Israel, Teilnahmegebühr 7 Euro, Anmeldung erforderlich (siehe unten). – Israelische Volkstänze sind Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude. Die Schrittfolgen sind vom Bundesverband für Seniorentanz e.V. adaptiert und sind tanzbar für jedes Alter! Zur Anmeldung sind weder Vorkenntnisse noch ein Partner erforderlich.
Mittwoch, 19. Oktober, 19 Uhr, Forum Rothenburg Filmpalast: „Atomic Falafel“, Eintritt 8,90 Euro. – Mit viel schrägem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie erzählt der Film eine Geschichte von Freundschaft und Liebe inmitten des israelisch-iranischen Atomkonflikts. Mit ihrem Falafel-Truck mitten in der Wüste Israels versorgen Mimi (Mali Levi Gershon) und ihre 15-jährige Tochter Nofar (Michelle Trevis) die israelischen Truppen mit ihren beliebten Bällchen mit extrascharfer Sauce. Doch sie sitzen buchstäblich auf einem Pulverfass, denn nur ein paar Meter unter ihnen befindet sich eine geheime Kommandozentrale der israelischen Armee, die einem drohenden Atomangriff zuvorkommen will…
Donnerstag, 20. Oktober, 19.30 Uhr, St. Jakobskirche: Synagogale Orgelmusik, freier Eintritt. – Viele liberale Synagogen in Europa besaßen im 19. Jahrhundert Orgeln oder sogar synagogale Chöre und begleiteten damit die Liturgie des jüdischen Gottesdienstes. Traditionelle jüdische Melodien wurden von Louis Lewandowski (1821–1894), Moritz Deutsch (1818–1892) und anderen jüdischen Komponisten und Kantoren (Chasanim) mit den stilistischen Mitteln der europäischen romantischen Musik ihrer Zeit bearbeitet. Kirchenmusikdirektor Ulrich Knörr bringt einige ausgewählte Stücke zu Gehör.
Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr, Theater am Burgtor: Jüdische Märchen und Anekdoten. „Dein Haus soll weit offen stehen…“, freier Eintritt. – Die jüdische Literatur kennt seit alters her fantasievolle Märchen. Beim Passafest saß man beieinander und erzählte sich Sagen und Geschichten oder sang Erzähllieder. Die ausgebildete Märchenerzählerin Juliane Dehner entführt an diesem Erzählabend die Zuhörer in die Welt der jüdischen Märchen von den Anfängen bis heute. Moderation: Oliver Gußmann.
Samstag, 22. Oktober, 17 Uhr, Berufsschule, GBZ: Rezepte aus der jüdischen Küche; Teilnahmegebühr 10 Euro inkl. Material, Anmeldung erforderlich (siehe unten) . – Der israelische Autor und Pädagoge Sagy Cohen erklärt an diesem Abend auf unterhaltsame Weise während des Kochens die jüdische Küche. Es wird gemeinsam gekocht und gegessen.
Sonntag, 23. Oktober 2016, 15 Uhr, Gemeindesaal St. Jakob: „Mittelalterliche jüdische Ritualbäder“, Teilnahme frei. – Stefanie Fuchs führt in die Architektur, die Bedeutung und den Gebrauch mittelalterlicher Mikwen (Ritualbäder) ein. Anschließend Besichtigung der letzten noch erhaltenen Keller-Mikwe in der Judengasse in Rothenburg, ein Kleinod mittelalterlicher jüdischer Architektur und Kultur, das bisher nicht zugänglich war.

  • Anmeldungen für den Tanznachmittag (16. 10.)  und des Kochen (22. 10.) bis 12. Oktober über das Pfarramt St. Jakob, Klostergasse 15, 91541 Rothenburg, Tel. (09861) 7006-20, Mail: pfarramt.stjakob.rothenburg@elkb.de.

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Neu eingestellt am 13. Juli 2016

Rothenburg in Krieg und Frieden – Tagung der Ev. Akademie Tutzing über die NS-Zeit in der Stadt sowie ihren Umgang mit ihr in späteren Jahrzehnten: Reaktionen, Kritik und Lob

„Die jüdische Gemeinde Rothenburgs und das Erinnern nach 1945“ – Vortrag von Dr. Oliver Gußmann auf der Tagung der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg 2016

„Schwierigkeiten im Umgang mit der Schuld“ – Vortrag von Wolf Stegemann auf der Tagung „Rothenburg in Krieg und Frieden“ der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg 2016

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Am 21. Mai 2016 neu eingestellte Beiträge

Horst Wessel – sein kurzes Leben und sein langlebiges Lied: Wie die Propaganda seine Lebensgeschichte zum NS-Mythos verklärte und das Lied noch heute in den Köpfen herumspukt

Mit der „Adolf-Hitler-Freizeitplatzspende“ kamen immer wieder Parteileute nach Rothenburg und wurden mit Sieg Heil und dem üblichen NS-Tamtam bevorzugt empfangen

1946 erschien erstmals das „Jüdische Gemeindeblatt“, aus dem die heutige „Jüdische Allgemeine“ entstand

Stadtratskandidaten der „Deutschen Gemeinschaft“ 1966 – Momentaufnahme einer rechts- und rückwärts ausgerichteten Partei: stolz auf Kriegseinsätze, zudem national und sozial

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Rothenburg in Krieg und Frieden:
Oliver Gußmann und Wolf Stegemann sprechen auf einer Tagung der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg o. d. T.

20. Mai 2016. – In der Evangelischen Tagungsstätte Wildbad in Rothenburg ob der Tauber findet vom 24. bis 26. Juni eine Tagung der bundesweit bekannten und renommierten Evangelischen Akademie Tutzing statt, die ihren Sitz am Starnberger See hat. Die Akademie gibt in ihren Tagungen, an denen jährlich rund 12.000 Interessenten teilnehmen, Anstöße in vielen Bereichen der Politik, Gesellschaftswissenschaften, Religion, Kunst und Kultur. Die 1947 von der Landeskirche gegründete Akademie ist aber auch Studienstätte mit Seminaren und wissenschaftlichen Kolloquien. Die Veranstaltungen finden vorwiegend im Schloss Tutzing aber auch an anderen Orten in Deutschland statt.

Das Thema der Tagung lautet: „Rothenburg in Krieg und Frieden – Generationengespräche“. Zu den Organisatoren dieser Tagung gehören neben der Tagungsleiterin Dr. Ulrike Haerendel  u. a. der Mitherausgeber dieser Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“, Dr. Oliver Gußmann, Pfarrer an St. Jakob. Die Akademie will an diesem Tagungsort in Rothenburg ob der Tauber einen Beitrag zur Dekonstruktion des Mythos Rothenburg leisten. Die Stadt hat in ihrer Geschichte viele Brüche und dunkle Seiten, die letzte zeigte sich in nationalsozialistischer Zeit, wo die Kleinstadt zu den braunsten Flecken im gesamten Reich gehörte. Schon vor der Machtübernahme Hitlers wählten dort über 80 Prozent die NSDAP. Entsprechend verliefen die zwölf folgenden Jahre mit gewalttätiger Judenverfolgung und brutalem Durchhaltewillen bis zum Ende. Und danach? Schweigen über diese Zeit im neuen Nachkriegsglanz des wieder florierenden Tourismus und des Wirtschaftswunders. Der Dorstener Journalist und Buchautor Wolf Stegemann, ebenfalls Herausgeber dieser Online-Dokumentation, der in Rothenburg aufwuchs, hat zusammen mit dem Pfarrer Dr. Oliver Gußmann in jahrelanger Arbeit hinter die schönen Fassaden der Stadt geschaut und das, was er dort aus den dunklen Jahren der Stadt entdeckte, in über 450 Artikel veröffentlicht.

Unsere aktuellen Recherchen stießen in Rothenburg 70 Jahre nach Kriegsende auf Zurückhaltung, Schweigen, Ablehnung, Anfeindungen. Mit einer anonymen Bedrohung musste sich die Staatsanwaltschaft befassen. Entsprechend seiner Erfahrungen spricht Stegemann auf der Tagung zum Thema: „Schwierigkeiten im Umgang mit der Schuld“. Oliver Gußmann referiert über die 1938 gewaltsam vertriebenen Juden in Rothenburg: „Die jüdische Gemeinde Rothenburgs und das Erinnern nach 1945“.  Auch zu diesem Thema mochten die Rothenburger lange Zeit nach dem Krieg nichts wissen.

Weitere Referate befassen sich mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Rothenburg, über Entnazifizierung und Strafverfahren gegen Verantwortliche, über die jüdische Gemeinde und über die Traditionen in der Reichsstadt Rothenburg zwischen reichsstädtischer Herrlichkeit und Versagen im Dritten Reich. Weitere Referenten sind u. a. die Historiker Dr. Daniel Bauer, Dr. Markus Naser (Uni Würzburg), PD Dr. Edith Raim (Uni Augsburg) sowie der Theologe Prof. Dr. Horst Rupp (Uni Würzburg), der Rothenburger Architekt Hanns-Jürgen Berger, der Dokumentarfilmer Thilo Pohle sowie der Volkskundler Michael Kamp und der Logotherapeut Ditz Schroer.

Wie ein roter Faden durchzieht an diesen drei Tagen der Generationendialog die Gespräche zwischen den Kriegs- bzw. Nachkriegskindern und der heutigen jüngeren Generation. Am Beispiel der Tauberstadt Rothenburg erprobt die Evangelische Akademie Tutzing vor Ort die Auseinandersetzung mit Geschichte in Generationendialog.

  • Anmeldungen an: Evangelische Akademie Tutzing, Tagungsassistenz, Schloss-Straße 2+4, 82327 Tutzing, Anmeldeschluss 10. Juni.2016.

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Zwei Jahre im Netz – Ein bisschen Lob darf sein

14. März 2016. – Dieser Tage, am 16. März vor zwei Jahren, konnten wir unsere Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“ mit 240 Artikeln im Netz veröffentlichen. Dem ging eine intensive und ebenfalls ehrenamtliche Vorarbeit von über einem Jahr voraus. Nach Veröffentlichung titelte der „Fränkische Anzeiger“ (FA): „Hitlerzeit aufarbeiten – Umfangreiches Internet-Projekt wurde gestern gestartet“.
In den zwei Jahren sind 220 weitere Artikel dazugekommen. Unser Inhaltsverzeichnis umfasst nun 460 Artikel zur NS-Zeit und zu den Folgejahren in Rothenburg ob er Tauber, eingebettet in den Bezirk und das fränkische Umfeld. Die Reaktionen darauf waren fast alle positiv. Wir konnten etliche gute Kontakte schließen. Rothenburger und andere unterstützen unsere Arbeit mit Informationen. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Stadtarchivarin Angelika Tarokic, die uns beim Auffinden von Archivalien unermüdlich geholfen hat. In diesem Sinne gilt unser Dank auch dem Direktor des Bayerischen Staatsarchivs Nürnberg, Dr. Schott. Und Dieter Balb sowieso, der unsere Arbeit im „Fränkischen Anzeiger“ engagiert journalistisch und freundschaftlich begleitet hat.
Es gab auch einige wenige böse Rektionen wie rechtsextreme Emails, darunter eine, die zu einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Ansbach führte.
Einige wenige Themen sind noch offen. Denen widmen wir uns jetzt. Auch werden wir dann einen Bericht über das verfassen, was wir während unserer Recherchen, Gespräche, Aktionen, Archivbesuche erfahren haben. Mit anderen Worten was es heißt, dieses Thema in einer Kleinstadt wie Rothenburg aufzuarbeiten, auch wenn zwischen der Zeit, um die es geht, und heute 80 Jahre liegen.
Dr. Oliver Gußmann
Wolf Stegemann

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An 23. August 2015 veröffentlicht:

Oberbürgermeister Friedrich Hörner – Er legte vor 70 Jahren das Fundament für Demokratie und Wiederaufbau der Stadt

22. August 2015. – Wir haben die Chronologie der Ereignisse der NS-Zeit im Reich und in Rothenburg geändert und erweitert:

Chronologie I: 1920 bis 1932 – Der nationalsozialistische Weg war vorgezeichnet
Chronologie II: 1933 bis 1935 – Legal und mit Rechtsbrüchen wird Deutschland Diktatur
Chronologie III: 1936 bis 1938 – Judenhetze in der Stadt auf dem Höhepunkt
Chronologie IV: 1939 bis 1945 – Im Blutrausch der Vernichtung bis zur Niederlage

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Straßenumbenennung 1934: Hitler zweite Wahl

22. August 2015. – Neben der Ehrenbürgerschaft wollte der Stadtrat Adolf Hitler eine Straße in Rothenburg benennen. Allerdings wurde Hitler unversehens – und das sicherlich nicht bewusst – zweite Wahl. Das kam so: Als der SA-Standortführer Konrad Rahner, Lehrer und Stadtrat, Rothenburg verließ, wollte der Stadtrat bei der Verabschiedung Rahners am 4. Januar 1934 die innere Ansbacher Straße und die Bahnhofstraße nach ihm benennen. Rahner lehnte dankend ab und schlug vor, diese beiden Straßen Adolf Hitler zu widmen. Der Stadtrat stimmte zu und schrieb dies dem Führer und Reichskanzler. In der Sitzung vom 19. Februar 1934 verlas der Bürgermeister Hitlers ablehnende Antwort. Der Führer dankte für die Ehre, wollte aber keine namentlich bereits belegte Straße mit seinem Namen abändernd schmücken, doch wäre er einverstanden, wenn eine neuangelegte Straße nach ihm benannt werden würde. So beschloss der Stadtrat einen Teil der neuen Nord-Ost-Süd Umgehungsstraße nach ihm zu benennen. – Umgehungsstraße für Hitler in Rothenburg? Darüber darf heute geschmunzelt werden. – W. St.

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38 neue Artikel am 13. Dezember eingestellt

Die Themen dieser Artikel sind vielfältig: Kriegsende in Rothenburg, wer ist der eigentliche „Retter der Stadt“ für den in der Nachkriegszeit mehrere apostrophiert wurden, Reichsarbeitsdienst in der späteren Topplerschule, Kriegsgerichtsverfahren gegen den früherern NSDAP-Ortsgruppenleiter Götz wegen falscher Verdächtigung seines Vorgesetzten, wie derselbe eine Rothenburgerin verprügelete, weil sie in einem jüdischen Haushalt arbeitete, Erinnerungen die Schulzeit.
Auch konnten wir das Thema Entnazifizierung von Rothenburgern vor der Spruchkammer mit nunmehr fast 30 Artikeln so gut wie abschließen. Es fehlen noch die Verfahren gegen die NSDAP-Kreisleiter Mägerlein, Steinacker und Höllfritsch.
Die Überschriften der neu eingestellten Artikel können auf unserer der Startseite vorgeschalteten Seite (NEU…NEU…NEU…) die Überschriften als Links lesen und die Artikel dann anklicken.

Neue Literaturempfehlungen (14. Dez.)

Auch haben wir neue Bücher auf der Literaturseite eingestellt: Prof. Martin Broszat u. a.: „Bayern in der NS-Zeit“, Dr. Ulrich Schuh: „Die Entnazifizierung in Mittelfranken“, Dr. Manfred Franze: „Aufstieg und Machtübernahme der Nationalsozialisten“ (in der Fränkischen Schweiz), Prof. Raphael Gross: „Anständig geblieben. Nationalsozialistische Moral“.  – Somit stellen wir mit Stand Ende 2014 auf unserer Literaurseite 75 Bücher zum Thema vor.

Neu eingestellte Texte am 2. November

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Erste Version ausgetauscht mit erweiterter am 31. Oktober 

Eingestellt am 30. Oktober

Am 28. Oktober neu eingestellt

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Die Arbeit geht weiter…

8. Oktober 2014. – Der Autor etlicher Artikel in dieser Online-Dokumentation, Wolf Stegemann, war im September/Oktober 2014 jeweils eine Woche lang im Stadtarchiv Rothenburg und im Staatsarchiv Nürnberg tätig, um Material für noch ausstehende Themen durchzusehen. Das Material wird in den nächsten Wochen nach und nach zu Artikeln verarbeitet, die in der breiten Palette der Themen noch fehlen: „Arisierung“ jüdischen Besitzes in Rothenburg und in den Dörfern und Rückerstattungsprozesse nach 1945, Internierung und Entnazifizierung von Rothenburger Parteifunktionären, prominente Besucher im nationalsozialistischen Rothenburg anhand von Zeitungsmeldungen und Eintragungen im „Goldenen Buch“ der Stadt, Einpflanzen von Hitler-Eichen und -Linden in der Stadt und in den Dörfern 1933, Tätigkeit der Rothenburger Schutzpolizei, Arbeitsdienst, NSDAP-Gliederungen im Kreis Rothenburg, Analyse und Bewertung der Lokalzeitung „Fränkische Anzeiger“ von 1933 bis 1945 und Wiedererscheinen 1949, Parteigerichtsbarkeit im Kreis Rothenburg und etliche Ergänzungen zu den bereits veröffentlichten Beiträgen. Derzeit (8. Okt. 2014) umfasst diese Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“ 282 Beiträge. – Unser besonderer Dank gilt den Archivaren im Staatsarchiv Nürnberg und seiner Außenstelle Lichtenau sowie der Rothenburger Stadtarchivarin Angelika Tarokic, die sich unermüdlich für unsere Sache eingesetzt hat – und einsetzt. Im Frühjahr des nächsten Jahres stehen Recherchen zur Justiz auf dem Programm: Rothenburger vor Sondergerichten, vorm Amtsgericht und vorm Landgericht zwischen 1933 und 1945.

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Neu eingestellt am 3. September:

Luftschiff „Graf Zeppelin II“ tauchte 1938 über Rothenburg auf, drehte eine Schleife und verschwand nach Nordosten

Rothenburg machte Hitler, Hindenburg, Siebert und Streicher zu Ehrenbürgern – 1933 kam es zum Wettlauf der Städte um die Gunst des Reichskanzlers und seiner Paladine

Eine von drei Reichsmodellbauschulen des NS-Fliegerkorps befand sich in Rothenburg – Hitler: Jugend auf den Luftkrieg vorbereiten (vorhandenen Artikel wesentlich ergämzt)

Rothenburgs Trauer um den Ehrenbürger Ludwig Siebert, den „vorbildlichen Nationalsozialisten der Tat“ und „altbewährten Kämpfer Adolf Hitlers“

Deutsche Eiche: Die Blätter aufs Haupt und den Topf in die Hand der Olympiasieger 1936. Manche stehen als „Hitler’s oak“ noch in Saft und Kraft und gelten als „historisch bedeutsam“

War die Wiederbenennung der Oberen Bahnhofstraße 1955 nach Ludwig Siebert „selbstverständliche Ehrenpflicht“? Er war aktiver Nationalsozialist, NS-Ministerpräsident und hoher SA-Führer – Ein einmaliger Vorgang!

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Neu eingstellt am 20. August:

Erinnerungen an Rothenburg I – Erika Probst, gerade 20 Jahre alt, konnte nur schwer glauben, dass Hitler ein Verbrecher war. Amerikaner vor der Stadt – sie floh

Erinnerungen an Rothenburg II: Aus dem US-Gefangenenlager Heilbronn entlassen. Zuhause wartete die Familie mit Freude, aber auch die Entnazifizierung – Brief des Vaters an die Tochter

Erinnerungen an Rothenburg III: „Der Krieg ist aus! Der Krieg ist aus!“ – begeistert wirft ein Soldat sein Käppi in die Luft. Nun sind wir besiegt – zurück nach Rothenburg

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Le Chaijm – Jüdische Woche in Rothenburg 2014

Ankündigung. Zur 4. Rothenburger Woche jüdischer Kultur lädt das Evangelische Bildungswerk Rothenburg vom 18. bis 25. Oktober 2014 ein. Wieder stehen Lesungen, Vorträge, Filme und Tänze auf dem Programm.

Freitag, 17. Oktober 2014, 19 Uhr: Lesung mit Lena Gorelik: „Mein Mischa“; Wildbad, Villensaal. – Samstag, 18. Oktober 2014, 19 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Ursula Rudnick: „Die religiöse Vielfalt der jüdischen Religion“; Gemeindehaus St. Jakob, Großer Saal. – Sonntag, 19. Oktober 2014, 11 Uhr: Matinée mit Thilo Pohle „Der Theresienstadt-Film“; Film-Forum Rothenburg ob der Tauber. – Montag, 20. Oktober, 19 Uhr: Film „Schpilke“ / Die Nadel (2013);  Film-Forum Rothenburg ob der Tauber. – Dienstag, 21. Oktober 2014, 19.30 Uhr: Vortrag von Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel: „Den Schabbat-Gottesdienst kennenlernen“, mit Musikbeispielen; voraussichtlich Wildbad, Rokokosaal. – Mittwoch, 22. Oktober 2014, 18 Uhr: „Die jüdischen Viehhändler in Rothenburg“, Führung mit Dr. Oliver Gußmann; Treffpunkt an der Rathaustreppe. – Samstag, 25. Oktober 2014, 15 Uhr: „Israelische Tänze zum Mitmachen“, mit Manja Altenburg; Gemeindezentrum St. Jakob, Großer Saal.

  • Thilo Pohle, Geschichtslehrer, Leiter Dokumentarfilmgruppe der Oskar-von-Miller-Realschule Rothenburg ob der Tauber („Die Männer von Brettheim“ u. a.).
  • Lena Gorelik, geboren 1981 in Leningrad, 1992 nach Deutschland emigriert, Journalistin und Schriftstellerin, Dozentin an der Münchner Journalistenschule, mehrfache Preisträgerin.
  • Prof. Dr. Ursula Rudnick studierte in Jerusalem und New York Judaistik und Theologie. Sie lehrt an der Leibniz-Universität in Hannover und ist Beauftragte für Kirche und Judentum der Ev.-luth. Landeskirche Hannover.
  • Rabbinerin Dr. Antje Yael Deusel, frühere Oberäztin, ist seit 2013 in einer urologischen Gemeinschaftspraxis im niedergelassenen Bereich tätig. Sie hat einen Lehrauftrag im Fach Judaistik an der Universität Bamberg und ist die Rabbinerin der Israelitischen Kultusgemeinde in Bamberg.
  • Pfarrer Dr. Oliver Gußmann ist an der St. Jakobs-Kirche Pfarrer für Touristen und Jakobspilger sowie Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks Rothenburg e. V. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Erforschung und Vermittlung der jüdischen Stadtgeschichte Rothenburgs und der christlich-jüdischen Beziehungen.

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Neu eingestellt am 27. Juli

In den USA erschien 2009 ein Buch, in dem ein damals beteiligter GI über die Verhandlung der kampflosen Übergabe der Stadt Rothenburg unter der “weißen Fahne” schildert. Vermutlich sind viele Details dieser Mission am 16. April 1945 hier bislang unbekannt:

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Am 17. Juli zwei neue Artikel zum Thema “Ludwig Siebert” eingestellt: Erinnerungen seines Sohnes:

Erinnerung des Sohnes an Ludwig Siebert: Sie geben Einblicke in das konkurrierende und intrigante Machtverhältnis von Staat und Partei

Erinnerungen des Sohnes an den Vater Ludwig Siebert, bayerischer NS-Ministerpräsident und immer noch der Namensgeber einer Straße in Rothenburg, wo er einst Bürgermeister war

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Mitte Juli zwei neue Artikel eingestellt – Wer kann Auskunft geben über Fotos eines Umzugs?

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„Rothenburg unterm Hakenkreuz“ – Resonanz im Juni

Aufrufe: Die Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“ besteht jetzt knapp drei Monate. – Im Juni wurde die Website insgesamt 26.954-mal aufgerufen.

Artikel-Anklickungen (es werden lediglich die höchsten 12 gemeldet): In den letzten 30 Tagen (Monat Juni 2014) wurde der erste Artikel in der Dokumentation 738-mal gelesen, der Artikel „Trommler, Träumer… (über die HJ) 439-mal, die Literaturseite 313-mal, der Artikel „Das Hakenkreuz…“ 304-mal, „Antisemitismus II“ 282-mal, der Artikel „Zwischen NSDAP und Staat…“ 272-mal, „Der gewählte Weg in die Diktatur…“ 266-mal, der Artikel „Fürsorge und Wohlfahrt…“ 243-mal, „Die jahrelang im Reich verwendete gotische Schrift…“ 231-mal, „Kriegsfackel über den Dörfern…“ 213-mal, der Artikel „Heiliger Berg der Franken…“ 188-mal und „Kraft durch Freude – Urlaube…“ 185-mal gelesen.

Auslandsherkunft: In den letzten 30 Tagen kamen aus Österreich 138 Leser, aus Frankreich 94, aus der Schweiz 75, aus Großbritannien 25, aus Polen 24 und aus den Niederlanden 23 Leser sowie Leser aus weiteren Ländern.

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NS-Fotos vom Reichsstadtmuseum erhalten

30. Juni. – Das Reichsstadtmuseum in Rothenburg ob der Tauber hat uns freundlicherweise einige Fotoserien aus der NS-Zeit zur Verfügung gestellt. Dafür danken wir Herrn Dr. Möhring herzlich. Es handelt sich dabei u. a. um einen Erntedankfestumzug, um einen Faschingsumzug, Militärparaden auf dem Marktplatz, um Innenaufnahmen vom Rathaus u. a. Wir werden die Fotos nach und nach in diverse Texte einfügen. Drei Aufnahmen über das katastrophale Unwetter im Mai 1936 haben wir bereits veröffentlicht: http://www.rothenburg-unterm-hakenkreuz.de/an-einem-sonnigen-sonntagmorgen-im-mai-1936-verdunkelte-sich-der-himmel-und-es-prasselten-hagelkoerner-in-der-groesse-von-huehnereiern-auf-die-stadt-und-das-land/

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Denken und handeln alle “Kinder einer Epoche” gleich?

Von Herrn Dr. Richard Schmitt vom Verein Alt-Rothenburg erreichte uns am 8. Juni 2014 folgender Kommentar zu dem Artikel „Der Verein Alt-Rothenburg tut sich immer noch schwer, seine Tätigkeit während der NS-Zeit frei von Relativierungen zu veröffentlichen – dies täte Not“,  den wir dort auch veröffentlichten (bitte anklicken).

Herr Stegemann, auch Sie sind „Kind ihrer Epoche“.  (Wie jeder Mensch.) „Unschuldig“ sind Sie deswegen noch lange nicht – wie wir alle. Was soll Ihre Scheißpolemik gegen den Verein Alt-Rothenburg? Wir wissen doch viel zu wenig über die Rolle des Vereins nach 1933. Nach 1945 war jedenfalls kein ehemaliger Nazi Vorstandsmitglied, der Nazibürgermeister Friedrich Schmidt saß als gewähltes Mitglied im Vereinsausschuss, Ernst Unbehauen war als (von der Stadt ernannter) Stadtheimatpfleger im Ausschuss des Vereins kraft Satzung vertreten. Wo ist die Kirche? Im Dorf. Lassen Sie sie auch dort.

Mit freundlichen Grüßen R. Schmitt

16. Mai: zwei neue Artikel

Am 14. Mai ein neuer und ein erweiterter Artikel

Antisemitismus II: Lehrer und Heimatforscher Martin Schütz zeichnete mit seinen pseudowissenschaftlichen Arbeiten ein Zerrbild der Rothenburger Juden im Sinne der Nazis

Nürnberger NSDAP-Reichsparteitag brachten viele Besucher nach Rothenburg – Die Veranstaltungen waren Meisterwerke der Propaganda 

Neu eingefügte Artikel (11. Mai)

25. April neuer Artikel eingestellt:

Zum Gedenken an den Vater schrieb der Sohn die bewegende Lebensgeschichte des Rothenburger Jagdfliegers Friedrich Schwarz

Am 12. April zugefügt:

Inszenierte Empfänge propagandistischer Massen-Besuche mit Musik, Fahnen und „Sieg Heil“-Reden: 1.400 auslandsdeutsche Jugendliche und 800 Sudetendeutsche – zwei Beispiele

Diese neuen Beiträge wurden am 10. April eingefügt:

Als Arbeitsmaid des Reichsarbeitsdienstes 1944 im Lager Siechhaus. Elisabeth Schaible: „Es war meine schönste Zeit, einmalig wunderschön und unvergesslich!“

1934 gehörten dem NS-Evangelischen Pfarrerbund noch 25 Prozent aller bayerischen Geistlichen an – 1935 waren es nur noch 80 Personen, darunter der Ansbacher Max Sauerteig auswählen

Das vom bayerischen Ministerpräsidenten Siebert finanzierte „Hilfswerk Alt Rothenburg“ erneuerte marode Häuser, Mauern und Türme

Über das Vermächtnis des glühenden Nationalsozialisten und Rothenburger Historikers Martin Weigel, das er zwei Jahre vor seinem Tod dem Verein Alt-Rothenburg zugeeignet hat

Dr. med. Beck beschimpfte Männer des Reichsarbeitsdienstes als „Sauhunde“, weil sie sein rüppiges Autofahren behinderten: Schutzhaft und Strafprozess vorm Rothenburger Amtsgericht waren die Folge

Militärverhältnisse in Rothenburg: Soldatenkameradschaft, Propaganda-Paraden durch die Stadt, Kriegsterminologie, Stationierung des Landesschützen-Bataillons 806

Mitte der 1930er-Jahre entstand die Heckenacker-Siedlung für bedürftige Familien und am Sportplatz die „Kriegsopfer-Siedlung“ für Frontsoldaten

Eröffnung des Waldschwimmbads im Siechenwäldchen 1935: Stadtnähe, Kabinen für 2.000 Personen, Liegewiese, Spielplatz und Bewirtung, Schwimm- und Planschbecken

An einem sonnigen Sonntagmorgen im Mai 1936 verdunkelte sich der Himmel und es prasselten Hagelkörner in der Größe von Hühnereiern auf die Stadt und das Land

„Dankopfer der Nation“ – Führer-Schulungstagung der SA-Gruppe Franken in Rothenburg ob der Tauber

Hinter dem Begriff „Judenfrage“ steckte die Emanzipation, bei Nationalisten die Ablehnung – die Nationalsozialisten gaben mit der Ermordung der Juden ihre Antwort

Hegereiterhäuschen wurde von der Reichskammer für bildende Kunst 1939 zum Erholungsheim für Künstler umgestaltet

1950 galt die Topplerschule als die „Versuchsvolksschule für demokratische Erziehung“ – doch das neue Wandgemälde von Ernst Unbehauen im Stil nationalsozialistischer Kunst führte zum Eklat. Es wurde wieder entfernt

Aufgaben der amerikanischen Kreisverwaltung in Rothenburg. Nach und nach wurde die Verantwortung der Stadtverwaltung übergeben

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Am 30. März wurden diese neuen Artikel eingefügt:

Mit Trommeln und Fanfaren, mit wehenden Fahnen und schwülstigen Reden, mit kernigem Siegheil wurde 1936 das NSDAP-Kreishaus in der Herrngasse eröffnet

Hans Schemm: Lehrer, Gauleiter von Oberfranken, Gründer des NS-Lehrerbundes, bayerischer Kultusminister

Antisemitische „Mahntafel“ am Rödertor – Mit den Rechten als Ehrenbürger ein Geburtstagsgeschenk für den fränkischen Gauleiter und Judenhasser Julius Streicher

Der Führer bat zum Totentanz – Heldentod im Untergang und in den Gefallenenanzeigen. Verführt, betrogen, elend gestorben und irgendwo begraben

Eine Gedenktafel erinnert in Rothenburg an verstorbene Zwangsarbeiter – waren es wirklich nur siebzehn Männer und Frauen?

400 Postämter beförderten über 40 Milliarden Feldpostbriefe – Werner Philipp schrieb an seine Tante in Detwang: „30 Russen habe ich zumindest schon erschossen.“

Für den NS-Bürgermeister Friedrich Schmidt gab es 1945 kaum eine Zäsur. Er blieb seiner Gesinnung treu und saß 1952 wieder im Stadtrat – für die rechte „Deutsche Gemeinschaft“

Das Justizkollegium der Bundesländer empfahl 1949 auf der Tagung in Rothenburg, die Entnazifizierung gesetzlich und schnell abzuwickeln

Freudentag nach der Vertreibung von 1938: „Nie wieder wird ein Jude nach Rothenburg zurückkehren.“ Der „Fränkische Anzeiger“ berichtete

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Dank an das Stadtarchiv

 27. März 2014. – Ein großer Dank an Angelika Tarokic vom Stadtarchiv in Rothenburg ob der Tauber. Sie war bei meinen Besuchen im Stadtarchiv sehr hilfreich. So konnte ich meine Anliegen innerhalb kurzer Zeit mit ihrer Hilfe gut abarbeiten. Dank winkte sie zwar immer ab und sagte, dass sie dafür bezahlt werde, doch begegnet man solcher Zuvorkommenheit und Freundlichkeit nicht in allen Archiven. – Wolf Stegemann

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Verein Alt-Rothenburg

26. März 2014. – Auf der Startseite seiner Homepage (www.alt-rothenburg.de) hat der Verein Alt-Rothenburg die Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“ verlinkt und zusätzlich Auszüge aus dem Vorwort gebracht. Danke!

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Ergänzungen: Mord an zwei Zwangsarbeitern

25. März 2014 – Der Rothenburger Manfred Jakobi übermittelte uns diese interessante Ergänzung zum Thema Mord an zwei Zwangsarbeiter in Rothenburg. Herzlichen Dank. Wir haben seine mit Sterbeurkunden belegten Angaben bereits in entsprechende Artikel eingearbeitet:

Rothenburger Angehörige des Volkssturms überfielen am 11. April 1945 die beiden polnischen Zwangsarbeiter Nikolaus Chomickyi und Wladislaus Bonenski, die mit ihren Frauen an der kurzen Steige 7a (Bronnenmühle) wohnten, wo auch der Anschlag stattfand. Chomickyi war sofort tot, sein Mitbewohner Boninski wurde schwer verletzt in das Lazarett Wildbad eingeliefert, wo er am 18. April 1945 seinen Verletzungen erlag. Als Todesursache ist im Sterberegister des Standesamts Rothenburg „Maschinengewehrschuss durch die rechte Brust“ angegeben; bei Chomickyi steht „am Wohnort … erschossen“. Seinen Tod beim Standesamt zur Anzeige gebracht hat die Schutzpolizei Dienstabteilung Rothenburg ob der Tauber. Dieses Kriegsendphase-Verbrechen wurde strafrechtlich nie verfolgt. Erhalten geblieben sind aber die Sterbeurkunden des Standesamts (Stadtarchiv), aus denen hervorgeht, wie die beiden polnischen Zwangsarbeiter umgebracht wurden. Die Polizei-Protokolle aus den im Stadtarchiv Rothenburg aufbewahrten Polizei-Akten dieses Tages fehlen. Offensichtlich wurden sie bei Kriegsende vernichtet.

Außerdem hat er den Hinrichtungsort von Johann Rößler an der Friedhofsmauer in Rothenburg identifiziert. Dort wird heute Erdaushub gelagert.

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Berichterstattung

23. März 2014. – Inzwischen berichtete “radio 8″ für Mittelfranken über das Projekt (mit O-Ton) und der Fränkische Anzeiger in Rothenburg brachte am 21. März einen Artikel (zu lesen auf der Seite “Stimmen”).

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