Entnazifizierung (29): Karl Mages, Intendant des Reichssenders Saarbrücken, NSDAP-Mitglied seit 1930 mit Goldenem Parteiabzeichen, wurde in Rothenburg nur als „Mitläufer“ eingestuft

Karl Mages als Intendant in der NS-Zeit

Von Wolf Stegemann

Karl Mages, der frühere NS-Intendant des Reichssenders Saarbrücken zog am 28. Mai 1945 nach Rothenburg. Vorher war er bei der Wehrmacht. Seine Familie wohnte bereits in Rothenburg.  Lt. Meldekartei zog seine Frau Gerda, geborene Jordan, mit den drei Kindern ohne ihren Mann bereits am 11. September 1944 von Saabrücken nach Rothenburg. Die Familie wohnte zunächst am Kapellenplatz 6 (Weinstube „Zum Meistertrunk“), wurde dort ausgebombt und fand Unterkunft ab 1. April 1945 außerhalb der Stadt in der Weißenmühle an der Creglinger Straße 4, wo nach dem Krieg ihr Mann Karl Mages dazukam. Warum die Familie nach Rothenburg zuzog, ist nicht bekannt. Die Familie Mages verzog am 13. April 1961 nach Bad Nenndorf in Niedersachsen.
Der Journalist und Schriftleiter war von Geburt her Pfälzer, doch wohnte er vom Februar März 1932 bis Mai 1945 in Saarbrücken, danach in Rothenburg ob der Tauber, wo er mit Spruch vom 21, April 1947 als „Mitläufer“ (Gruppe 4) „entnazifiziert“ wurde und einen  einmaligen Sühne-Geldbetrag in Höhe von 500 Reichsmark zahlen musste (Az. 6884/Ro/Ma). Die Spruchkammerverfahren der Entnazifizierungen waren in den Westzonen letztlich nur noch Farce, so auch die von Mages. Denn er war ein überzeugter Nationalsozialist und handelte auch als solcher. Sogar nach 1945 bis in die 60er-Jahre hinein, als er zuletzt Chef vom Dienst und Redakteur der rechtsradikalen und mit nationalsozialistischem Gedankengut durchdrungenen „Deutsche National-Zeitung und Soldaten-Zeitung“ war. Das „Braunbuch, Kriegs- und Nazi-Verbrecher in der Bundesrepublik“, erschienen 1965 in der DDR, nennt Karl Mages: „Vor 1945: Mitglied der NSDAP; Gaukulturwart der NSDAP Saarpfalz; 1937 NS-Intendant des Reichssenders Saarbrücken; 1940 bis 1941 Intendant des Reichssenders Wien; von August 1940 bis Oktober 1944 gleichzeitig Intendant des Reichssenders Saarbrücken. Nach 1945: Chef vom Dienst und Redakteur der „Deutschen National-Zeitung und Soldaten-Zeitung.“

„Unüberwindliche Trutzburg deutschen Glaubens und deutscher Treue.“

Karl Mages, geboren 1905 in dem heute 7000 Einwohner umfassenden rhein-pfälzischen Ort Lambsheim, war während seines Arbeitsdienstes in Mecklenburg und Brandenburg Mitglied und Gruppenführer im Verein „Artam“. Als Artamanen bezeichneten sich die Mitglieder des formal 1926 in München gegründeten Bund Artam e. V., eines radikal-

Artikel von Karl Mages aus dem von ihm redigierten Jahrbuchs “Unsere Saar”, 1935

völkischen Siedlungsbundes im völkischen Flügel der deutschen Jugendbewegung. Er wurde 1934 in die Hitlerjugend eingegliedert. Seit Anfang der 1990er-Jahre haben sich mehrere Gruppen zwischen in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt, die an die Tradition der Artamanen anknüpfen und gelegentlich als „Neo-Artamanen“ bezeichnet werden. Über „Artam“ kam Mages in die SA. In die NSDAP trat er am 1. April 1930 ein, in der er bis 1945 blieb. Von 1943 bis 1945 war er in der Partei vertretungsweise Kulturreferent, Mitglied der Reichspressekammer und der Reichsrundfunkkammer ohne Ämterfunktionen. 1943 verlieh ihm die NSDAP das Goldene Parteiabzeichen. Das Saarland, wo er wohnte und als Journalist arbeitete, kam erst wieder 1935 zum Deutschen Reich. Dafür setzte sich Karl Mages beruflich und als Nationalsozialist ein. So war er mit seinem Gesinnungsgenossen Rupert Rupp auch Schriftleiter des „Jahrbuchs für das Deutsche Volk 1935 – Unsere Saar“, das im „Weinmond“ 1934 vom Verlag der Deutschen Arbeitsfront Berlin verlegt wurde. Darin schrieb Mages u. a.: „Die Deutsche Front an der Saar steht als eine unüberwindliche Trutzburg deutschen Glaubens und deutscher Treue.“ In diesem Jahr, 1934, heiratete er in Kottenberg/Schwanden Gerda Jordan, die dann zu ihm nach Saarbrücken zog. Das Ehepaar bekam drei Kinder, die alle in Saarbrücken geboren wurden: Bernhard, geboren am 5. Mai 1938, Ute, geboren am 30. September 1941 und Helge, geboren am 9. August 1944. Die Kinder wurden 1952, 1955 und 1959 in Rothenburg konfirmiert.

Eine vielfältige Tätigkeit im Sinne des Nationalsozialismus und der Partei

Nach der Wiederangliederung des Saargebiets an das Deutsche Reich und der Gründung des Reichssenders Saarbrücken durch die Nationalsozialisten, wurde 1935 Dr. Adolf Raskin, ein Goebbels-Vertrauter, erster Intendant und Karl Mages, Vertrauter des saarpfälzischen Gauleiters Bürckel, Sendeleiter. Mages und Bürckel waren verschwägert: Durch welches Verwandtschaftsverhältnis muss noch geklärt werden. An seinem nationalsozialistischen Propaganda-Auftrag gibt es keinen Zweifel. Schon seit 1933 hatte Goebbels die Zuständigkeit „für alle Aufgaben der geistigen Einwirkung auf die Nation“ in Rundfunk und Presse. So verstand denn auch Intendant Dr. Raskin und sein Sendeleiter Magens den Rundfunk generell als „Instrument der nationalsozialistischen Staatsführung“. Speziell habe der Saarbrücker Sender die Aufgabe der „kultur-politischen Erschließung des Gaues Pfalz-Saar“. Als Raskin zum Reichssender Wien versetzt wurde, löste ihn am 1. November 1938 Mages ab. Nachdem Dr. Raskin im November 1940 tödlich verunglückte, wurde Karl Mages von 1940 bis 1941 auch Intendant des Reichssenders Wien und war von 1940 bis 1944 gleichzeitig weiterhin Intendant des Reichssenders Saarbrücken. Dann, nach 1944, nur noch Intendant des Reichssenders Saarbrücken. Nach 1945 gab es erst einen französischen Militärsender. Aus ihm wurde bis Ende 1956 das weiterhin französisch dominierte Radio Saarbrücken.  Bei beiden arbeitete Mages nicht mehr, hat es auch nicht versucht. Wenn er sich beworben hätte, hätte er keine Chancen gehabt. Die Franzosen waren da lange sehr konsequent. Einen Hinweis darauf gibt es ja auch in der Entnazifizierungsurkunde von Mages.

Als NS-Kulturreferent nicht im nationalsozialistischem Sinn gearbeitet?

1947 wurde Karl Mages in Rothenburg entnazifiziert. Die Spruchkammer unter dem Vorsitzenden Georg Schadt und den Beisitzern Michael Emmerling, August Herrscher, Kurt Merklein und Heinrich Gruber hatten Karl Mages Karriere als NS-Rundfunkmann und Journalist sowie seine Zugehörigkeit zu NSDAP seit 1930 zu überprüfen und zu bewerten. Warum dessen jahrelanges Wirken als Nationalsozialist in gehobenen und leitenden Stellungen ihn „nur“ als Mitläufer belastete, begründete die Spruchkammer sehr zuvorkommend: „Über seinen frühen Eintritt in die NSDAP äußerte sich der Betroffene, dass er dieser aus Idealismus beigetreten ist, er hat den Versprechungen geglaubt, sich aber aktivistisch nicht betätigt und ist später zur Erkenntnis gekommen, dass es nicht das war, was er sich erträumt hatte.“ Doch Auswirkungen schienen Mages’ Erkenntnisse nicht gehabt zu haben, denn er machte weiter Karriere unterm Hakenkreuz und in Parteiuniform. Das nebenstehende Foto zeigt den Sitz des Rundfunksenders Saar in der Villa am Eichhornstaden in Saarbrücken, den Mages als Intendant leitete. Mages gab weiter an, dass er als Intendant keinen Einfluss auf die nationalsozialistischen gleichgeschalteten Sendungen hatte. Dazu Axel Buchholz: „Das stimmt, aber nicht alle Sendungen waren gleichgeschaltet. Auch nicht die, die er selber gestaltete.“ Die Spruchkammer glaubte ihm (oder tat so!). Mages sagte auch, dass er als Kulturreferent der NSDAP keine politischen Ziele verfolgte und vertrat. Die Spruchkammer beurteilte ihn als „Hauptmatador“ der von den Nationalsozialisten gelenkten „Deutschen Front“, was sie immer darunter verstanden haben mag. „Das beweist aber nicht“, so die Spruchkammer widersprüchlich, „dass er im nationalsozialistischem Sinne gearbeitet hat.“ Es stimmt, dass in der „Deutschen Front“ auch viele national gesinnte Nichtnazis waren. Aber Mages wurde von den Nazis und für sie in diese NS-dominierte Sammlungsbewegung geschickt. Allerdings wies die Spruchkammer auf Zeugen hin, die Karl Mages anders sahen, ihn „als eifrigen und überzeugten Nationalsozialist bezeichneten, der sehr viel in Uniform gesehen worden ist“. Doch die Spruchkammer glaubte wieder Karl Mages: „Diese Angaben bestreitet der Betroffene entschieden, er hat die Uniform nur getragen, wenn es ihm nicht anders möglich war, auch war seine Betätigung nicht anders als die anderer Parteiangehörigen.“

Blatt aus den Rothenburger Entnazifizierungsakten von Karl Mages

Spruchkammer: „Er hat alles verloren und lebt nur von seiner Hände Arbeit.“

Die frühe Mitgliedschaft in der NSDAP und die Mitgliedschaften in der NSV und den zwei anderen Verbänden der Berufsorganisation stellten für die Spruchkammer „keine besondere Belastungen“ dar. Weitere Beurteilungen der Spruchkammer: „Er war auch kein Militarist oder Nutznießer“, obwohl er bekanntlich seine Karriere durch die Nationalsozialisten als deren Mann gemacht hatte. Weiter bewertete ihn die Spruchkammer „als ideal veranlagter Mensch“, „seine NSDAP-Mitgliedschaft war nominell“, schließlich: „Er hat gewissen Widerstand geleistet und seine humanen Ansichten durchgesetzt, trotz Anfeindungen seiner höchsten Dienststelle in Berlin, die ihn mit Dienstenthebung und schwerster Bestrafung wiederholt gedroht hat“. Dafür gibt es offensichtlich keine Belege, zumindest nicht in den Entnazifizierungsakten, außer der unbelegten Aussage von Karl Mages selbst. Über seinen neuen Wohnaufenthalt in Rothenburg schreibt die Spruchkammer: „Der Betroffene hat mit Kriegsende seinen Wohnsitz im Landbezirk und sind die Ermittlungen über sein bisheriges Verhalten äußerst günstig. Er leistete als Landarbeiter jede verlangte Arbeit und hat sich in jeder Hinsicht als Mann von gutem Charakter gezeigt, trotzdem er vor einem Nichts steht und gezwungen ist, in äußerst dürftigen Verhältnissen zu leben.“ Und zum Schluss der dreiseitigen „Mitläufer“-Entnazifizierungsbegründung steht noch: „Die Kammer hat nach reiflicher Überprüfung und Erwägung die „Tatsache“ festgestellt, dass der Betroffene als Idealist mitgelaufen ist und alles Aktive abgelehnt hat. Er hat alles verloren und lebt nur von seiner Hände Arbeit.“

Warum 1929 und dann nach 1945 Rothenburg ob der Tauber?

Warum die Familie Mages vor Kriegsende nach Rothenburg umgezogen war, ist hier bislang nicht bekannt. Bekannt ist, das Karl Mages, als er noch nicht verheiratet war, im Jahr 1929 bereits fast ein Jahr lang in Rothenburg wohnte. Warum, lässt sich so einfach nicht recherchieren, Bekannt ist, dass er entweder mit seiner Schwester Anna Mages nach Rothenburg gekommen war oder sie bereits in Rothenburg wohnte. Unabhängig von möglichen privaten Verbindungen, mag Rothenburg für Mages politisch anziehend gewesen sein. Die nationalsozialistische Geschichtspolitik und Propaganda hatte die mittelalterliche Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber zu einem Sinnbild für eine gesunde deutsche Stadt und zum Ideal einer nationalsozialistischen Gemeinschaft erklärt. Dabei wurde besonders die antijüdische Politik der Stadt im Mittelalter  hervorgehoben. Warum Karl Mages bei seiner Abmeldung in Lambsheim 1929 als neuen Wohnsitz Rothenburg angegeben hatte, könnte nach Mutmaßung des Journalisten Axel Buchholz, der über die Geschichte des Saarländischen Rundfunks forscht, Gründe gehabt haben: Da „Artam“ und die NS-Propaganda auch schon vor 1933 Rothenburg als völkische Vorzeigestadt sah, mochte er in der Tauberstadt an Schulung der NSDAP teilgenommen haben. Solche Schulungen gab es damals in Rothenburg. Überhaupt war 1929 das Jahr des Durchbruchs der NSDAP in Rothenburg. Heinrich Himmler besuchte die Stadt und wurde mit großem Pomp empfangen. Jedenfalls mochte Karl Mages sich in Rothenburg politisch wohlgefühlt zu haben, denn 1944 zog seine Familie dorthin und er folgte ihr 1945. Er ließ in Rothenburg auch zwei seiner in Saarbrücken geborenen Kinder taufen und später konfirmieren.

Nach 1945 mit alter Gesinnung in neuen Wirkungskreisen tätig

Das änderte sich schnell. Bald schon legte er die Schaufel zur Seite und arbeitet wieder im erlernten Beruf. Diesmal in der Redaktion der Rothenburger Tageszeitung „Fränkischer Anzeiger“. Die Zeitung durfte erst 1949 wiedererscheinen, da sie sich von 1933 bis 1945 allzu sehr dem Nationalsozialismus angeschlossen hatte (darüber gibt der unten angeführte Link Auskunft). Der letzte Hauptschriftleiter von 1944 bis Kriegsende Groß (heute Chefredakteur bzw. Redaktionsleiter genannt) wurde 1949 wieder als Redaktionsleiter eingesetzt und blieb es bis Ende 1955. Ihm zur Seite stand bereits seit September 1949 Karl Mages als fester Mitarbeit mit freiberuflichem Status. Er blieb es bis April 1955 und wurde dann Redaktionsleiter des „Fränkischen Anzeigers“. Laut Impressum war Mages in der Berichterstattung zuständig für Politik. Als solcher war er in dem einen oder anderen Artikel mit dem Nationalsozialismus angelehnten Betrachtungsweisen mehr oder weniger „zwischen den Zeilen“ erkennbar, wenn er ihn nicht gezeichnet hatte. Zum Beispiel bei der Durchsetzung des Stadtrates mit ehemaligen NS-Amtsträgern und als der frühere NS-Bürgermeister Schmidt bei den Kommunalwahlen 1952 wieder als Bürgermeister kandidieren sollte, er das dann aber doch nicht tat. Mit den meisten Stimmen aller Stadträte wurde er dann in den Stadtrat und zum Fraktionsvorsitzenden der „Deutschen Gemeinschaft“ gewählt. Der „Fränkische Anzeiger“ ließ sich in dieser Zeit mit Mages als Redaktionsleiter auch darüber positiv aus, dass der Stadtrat 1955 einstimmig die Obere Bahnhofstraße wieder nach dem früheren NS-Ministerpräsidenten von Bayern. Ludwig Siebert, benannte, die diesen Namen bereits bis 1945 hatte. Im „Fränkischen Anzeiger“ war im Juli 1955 im Verantwortungsbereich von Karl Mages zu lesen: „Mit der Wiederbenennung der Oberen Bahnhofstraße mit dem Namen Ludwig Siebert erfüllt die Stadt Rothenburg eine selbstverständliche Ehrenpflicht, denn der Name Ludwig Siebert wird, über alle politischen Entscheidungen hinweg, in Rothenburg unvergessen bleiben.“ Die Straße erinnerte danach erneut 60 Jahre lang – bis 2015 – an den NS-Ministerpräsidenten von Bayern. Nur durch öffentlichen Druck bayerischer Zeitungen wurde aus der „Ludwig-Siebert-Straße“ wieder die „Obere Bahnhofstraße“. Für das Büchlein „Rothenburg“ (Foto), herausgegeben in den 1950er-Jahren, schrieb Mages zu den Fotos von Lala Aufsberg die Texte und das Vorwort. Bei seinem Ausscheiden widmete ihm der Fränkische Anzeiger eine sehr kurze Information. Warum? Darüber kann heute nur spekuliert werden. Die Zeitung:

„Karl Mages  ist in den langen Jahren seines Wirkens den Lesern unserer Zeitung zu einem Begriff geworden, vor allerm mit seinen vielgelesenen Kurzgeschichten, seinen  Theater- und Filmkritiken, Reportagen und Kommentaren. Weit über unser Verbreitungsgebiet hinaus fanden seine interessanten Buchrezensionen und politischen Prozeßberichte Beachtung umd wurden teilweise heftig diskutiert… Karl Mages wird auch weiterhin mit unserem Hause und mit unseren Lesern freundschaftlich verbunden bleiben.“ – Doch das blieb er nicht.

Gegen Mages und seinen Chef wurde wegen Volksverhetzung ermittelt

Dieter Balb, Chefredakteur des „Fränkischen Anzeigers“ von 1972 bis 2015 hatte Karl Mages persönlich zwar nicht mehr gekannt, nur vom Hörensagen: „Von Mages hörte ich nur noch über alte Mitarbeiter bzw. Leser. Er scheint aber sehr anerkannt gewesen zu sein in Rothenburg.“ Karl Mages blieb bis März 1961 Chefredakteur (Foto bei der Verabschiedung) in Rothenburg und zog mit seiner Familie im selben Jahr nach Bad Nenndorf. Wenig später tauchte er als Chef vom Dienst und Redakteur der berüchtigt rechtsextremen und rechtspolitisch skandalträchtigen Wochenzeitung „Deutsche Nationalzeitung und Soldatenzeitung“ in München auf, die in ihren Artikeln Gedankengut der Jahre 1933 bis 1945 verbreitete. Herausgeber dieser 1951 gegründeten Wochenzeitung (Auflage 1967: 131.000) war Dr. Gerhard Frey. Mitte August 1967 ermittelte die Münchner Staatsanwaltschaft gegen den Herausgeber Frey und seinem Chef vom Dienst, Karl Mages, wegen „fortgesetzter Volksverhetzung, staatsgefährdender Agitation und Beleidigung“. Es kam allerdings zu keiner Anklage, denn die Anklageschrift scheiterte am Bundesverfassungsgericht – wie damals viele andere ähnliche Anklagen auch. – Karl Mages hatte seine national(sozialistische) Gesinnung mit dem sogenannten Formalakt der Entnazifizierung 1949 in Rothenburg nicht abgelegt. Das belegt sein Leben nach 1945. Er  starb … im Alter von …Jahren in ….

Siehe auch: Deutsche Gemeinschaft
Siehe auch: Rechtsruck in den1950er-Jahren II
Siehe auch: Wiederbenennung der Oberen Bahnhofstraße 1955 in Ludwig Siebert Straße
Siehe auch: Fränkischer Anzeiger

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Quellen: Auskünfte Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber, Dr. Florian Huggenberger. – Entnazifizierungsakte mit Spruch der Spruchkammer Rothenburg vom 21. April 1947 (Staatsarchiv Nürnberg, Best. Sprk Rothenburg Nr. D-75). – „Fränkischen Anzeiger“, April 1961. – Informationen von Dieter Balb, Rothenburg, vormals Chefredakteur beim „Fränkischen Anzeiger“. – Informationen von Axel Buchholz, Journalist und Journalismusdozent, Honorarprofessor am Journalistischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. – Adolf Raskin: „Der erste Radio-Intendant an der Saar war Nazi“, Redaktion Arbeitskreis SR-Geschichte u. a. Axel Buchholz (ab). – „Braunbuch – Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik, erschienen 1965 in der DDR. – „Die Zeit“ vom 8. September 1967. – Karl Stankiewitz „Weißblaues Schwarzbuch“, München 2009. – Bodo Kahmann, Böblingen, Diss. Uni Göttingen 2016.
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