LE CHAJIM – Auf das Leben! Jüdische Kulturwoche im Oktober 2017 in Rothenburg mit Filmen, Vorträgen, Führungen, Folklore

Flyer LeChajim 2017 web-page-001Jüdische Kultur und Geschichte erleben, in den Dialog treten, Neues kennenlernen, Spannendes erfahren, der Vergangenheit gedenken und der Gegenwart begegnen – dafür bietet alljährlich die Jüdische Kulturwoche in Rothenburg, nunmehr die 7., organisiert vom evangelischen Bildungswerk und Freunden, die Gelegenheit. Unter dem Motto „LeChajim – Auf das Leben!“ haben die Organisatoren unter Leitung von Dr. Oliver Gußmann wieder ein buntes und reichhaltiges Programm mit Konzerten, Filmen, Vorträgen und Workshops zusammengestellt.

Programmübersicht vom 12. bis 22. Oktober

Mascha K....

Mascha Kaléko

Mascha Kaléko und Zeitgenossen

Donnerstag, 12. Oktober 2017, 19 Uhr Lesung zu Mascha Kaléko, Erich Kästner, Kurt Tucholsky u. a. im Café Leselust. Eintritt frei, Spenden willkommen.
Ein heiter-besinnlicher Abend mit Gedichten und Biografischem von Mascha Kaléko und ihren Zeitgenossen Erich Kästner, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky. Es lesen: Ruth Baum, Hannelore Hochbauer, Cornelia Kartak und Peter Noack. – Der Abend ist eine Wiederholung von „Lyrik an einem Sommerabend“!

Überleben im Versteck 
Sonntag, 15. Oktober, 11 Uhr Film der Dokumentarfilmgruppe Rothenburg im Forum Rothenburg Filmpalast, Eintritt 3 €
Vor fünf Jahren ist es Bärbel Andresen und der Berliner Regisseurin Nadja Tenge gelungen, Schüler aller Schularten Rothenburgs zu einer Begegnung mit der jüdischen Geschichte zu inspirieren. Dies geschah in Form des Erzähltheaterstücks, das die Rothenburger Dokumentarfilmgruppe begleitet hat. Nach der Filmvorführung haben die Besucher die Möglichkeit, sich mit den mitwirkenden Schülerinnen und Schülern darüber zu unterhalten, wie sich in den 5 letzten Jahren ihr Leben durch diese intensive Zusammenarbeit verändert hat.

Ich wünsche niemandem etwas Böses…
Montag, 16. Oktober, 19 Uhr Vortrag über Janusz Korczak in der Montessorischule Rothenburg, Eintritt frei, Spenden willkommen.
Siegfried Steiger referiert über Janusz Korczak, dessen Leben und Werk anlässlich des 75. Todestages des berühmten jüdisch-polnischen Kinderarztes, Bilderbuchautoren und Pädagogen. Mit Präsentation und anschließendem Gespräch. Siegfried Steiger war Vorsitzender der Deutschen Korczak-Gesellschaft und ist jetzt deren Ehrenvorsitzender und Herausgeber des jährlich erscheinenden Korczak-Bulletins. Steiger hat mit seinem Experimentellen Theater Günzburg, dessen Gründer und Leiter er ist, sechs international aufsehenerregende Korczak-Produktionen auf die Beine gestellt. Steiger hat Germanistik, Theologie, Geschichte und Altphilologie studiert und war Gymnasiallehrer.

Plakat

Plakat

Wir sind Juden aus Breslau
Mittwoch, 18. Oktober, 19 Uhr Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies im Forum Rothenburg Filmpalast, Eintritt 9,20 €
14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Dokumentarfilms von Karin Kaper und Dirk Szuszies. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Der Film schlägt eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft. Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt. Der Film wurde u. a. gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die Regisseurin ist anwesend und steht nach der Filmvorführung für Gespräche zur Verfügung.

Filmszene

Filmszene

Es war einmal in Deutschland
Donnerstag, 19. Oktober, 19 Uhr Nachkriegskomödie mit Chuzpe im Forum Rothenburg Filmpalast, Eintritt 9,20 €
Frankfurt am Main, 1946. David Bermann (Moritz Bleibtreu) und seine jüdischen Freunde sind dem Naziregime nur knapp entkommen und träumen von der Ausreise nach Amerika. Doch wie das nötige Geld dafür aufbringen? Die zündende Idee: Feinste Wäsche aller Art, hübsch verpackt in unglaubliche Geschichten. Gemeinsam ziehen die eloquenten Entertainer von Haus zu Haus und preisen den Hausfrauen mit hinreißender Chuzpe ihre Ware an. Das Geschäft floriert, doch bald holt Bermann seine eigene Vergangenheit ein: Warum hatte er damals einen zweiten Pass? Und was hatte es mit seinem Besuch auf dem Obersalzberg auf sich? Hat er womöglich mit den Nazis kollaboriert? Die kluge und attraktive, aber unerbittliche US-Offizierin Sara Simon (Antje Traue) will dem wahren Kern von Bermanns Erinnerungen auf die Spur kommen, aber kann sich dessen Charme nicht entziehen

Jüdisches Leben in Veitshöchheim
Freitag, 20. Oktober, 14 Uhr Exkursion nach Veitshöchheim, Treffpunkt am Busbahnhof Rothenburg, Teilnahmegebühr inkl. Fahrt und Führung: 15 €, Anmeldung im Pfarramt St. Jakob unter Tel. 09861-700620 bis 18. Oktober.
In Veitshöchheim wird in der wunderschönen Synagoge und im Kulturmuseum durch besondere Exponate das vielfältige Leben der Juden in Franken gezeigt. Eine seltene „Genisa“, eine vergessener Aufbewahrungsort für heilige Schriften, hat sich in den letzten Jahren viele Geheimnisse des jüdischen Alltags entlocken lassen. – Abfahrt um 14 Uhr am Rothenburger Bahnhof. Rückkunft um ca. 20 Uhr in Rothenburg. In Veitshöchheim um 16 Uhr Führung durch Dr. Martina Edelmann. Leitung: Pfarrer Dr. Oliver Gußmann.

Folklore

Folklore

Mit-Mach-Tänze zu Musik aus Israel

Samstag, 21. Oktober15 Uhr Workshop mit Marion Vetter und Steffi Mönikheim im Gemeindezentrum St. Jakob. Teilnahmegebühr 7 €, Anmeldung bis 17.Oktober über das Pfarramt St. Jakob, Klostergasse 15, 91541 Rothenburg, Tel.: 09861 7006-20, Mail: Pfarramt.stjakob.rothenburg@ elkb.de
Tanzen Sie mit uns Kreis- und Paartänze zu Musik aus Israel! Israelische Volkstänze sind Ausdruck von Vitalität und Lebensfreude. Marion Vetter und Steffi Mönikheim leiten die Tänze Schritt für Schritt an. Die Schrittfolgen sind vom Bundesverband für Seniorentanz e.V. adaptiert, und sind tanzbar für jedes Alter! Es sind weder Vorkenntnisse noch ein Partner erforderlich. Zum Trinken stehen Wasser und Tee bereit. Sie haben Freude an der Bewegung zu Musik und tragen bequeme, sichere Schuhe mit dünner Sohle.

Stolpersteine in Rothenburg ob der Tauber

Stolpersteine in Rothenburg ob der Tauber

Das Jüdische Rothenburg seit 1870
Sonntag, 22. Oktober, 15 Uhr Führung zu den Stolpersteinen mit Oliver Gußmann, Treffpunkt am Marktplatz. Teilnahme frei, Spenden willkommen.
Vor vier Jahren wurden durch Gunter Demnig in Rothenburg Stolpersteine verlegt. Am 22. Oktober 1938 wurden aus Rothenburg die letzten jüdischen Bürger vertrieben. Die Führung zu den schon verlegten und noch nicht verlegten Stolpersteinen erinnert an das Leben der Juden in Rothenburg.

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