Rothenburger Landrat Meißner 1937 in sein Amt eingeführt: Bestleistungen können nur erzielt werden, wenn Beamte in das nationalsozialistische Ideengut eindringen

Von Wolf Stegemann

Vorbemerkung: Der Einführungsakt unterscheidet sich wohl kaum von anderen dieser Art im nationalsozialistischen Deutschland. Versprechen und Lügen in einer verbalen fast heiligen Überhöhung werden abgegeben, dem Führer rückhaltlose Treue geschworen, von allen Beteiligten restloses Vertrauen gefordert und der Staat und die Partei, die nationalsozialistische Weltanschauung als immerwährend beschworen und der Führer als ein von Gott Gesandter bezeichnet. Interessant in den Reden der Staatsvertreter, darunter die des neue Landrats, und des Parteivertreters, Kreisleiter Karl Steinacker, ist das betonte Neben- und Miteinander von Partei und Staat und die devote Unterordnung des Staates unter die Partei. Es gab kein Nebeneinander. Die Partei beherrschte alles, das Rathaus wie das Bezirksamt. Da wird von Rechtsstaat mit Gesetzen gesprochen und gleichzeitig betont, dass allein der lichtglänzende Führer das Gesetz sei. Die Gesetzesvollzieher, also Gerichte, Polizei und Verwaltungen, müssen von nationalsozialistischer Weltanschauung durchdrungen sein.

"Fränkischer Anzeiger" vom 10. Juni 1937 (Ausriss)

“Fränkischer Anzeiger” vom 10. Juni 1937 (Ausriss)

Immer wieder die üblichen Treueschwüre auf den Führer

Dass er unter dem Frankenführer, Antisemiten und Gauleiter Julius Streiche arbeiten und wirken konnte, war für ihn ein besonderer Vorzug. Das sagte Simon Meißner am 3. Juni 1937 im geschmückten „Bärensaal“ in der Hofbronnengasse. Denn an diesem Tag wurde der Bezirksoberamtmann als neuer Landrat bzw. Bezirksamtsvorstand des Kreises Rothenburg von Oberregierungsrat Dr. Feldbauer von der Regierung Ober- und Mittelfranken in sein Amt eingeführt, das er bis zum Ende des nationalsozialistischen Regimes innehaben sollte. Zuvor war Simon Meißner als Regierungsrat 1. Klasse am Bezirksamt München tätig.

Die Festversammlung im „Bären“ war dem Anlass entsprechend zusammengesetzt: Vertreter der NSDAP mit dem Kreisleiter Karl Steinacker und dessen Kreisstab, die Ortsgruppenleiter, die Führer und Leiter der einzelnen Gliederungen und Formationen der Partei wie SS und SA, die Bürgermeister des Bezirks, die Mitglieder des Bezirkstags, die Vertreter der Stadtverwaltung, der Schulen und der Reichs- und Staatsbehörden sowie die Vorstände benachbarter bayerischer und württembergischer Oberämter. In seiner Einführungsrede mit den üblichen Vasallen-, Glaubens- und Treuesprüchen auf den „lichtglänzenden Führer“ Adolf Hitler, appellierte Feldbauer auch an die Treue des neuen Landrats, als er sagte:

„Sie haben geschworen, dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam zu sein… Lassen Sie sich bei Ihren Amtshandlungen von dem Willen leiten, dem Führer so die Treue zu halten, wie er sie dem deutschen Volke hält, dann werden sie stets den richtigen Weg finden.“

Und er mahnte ihn, sich immer an die Partei zu halten, denn „der Partei komme die Vertretung des Staatsgedankens“ zu. Daher sei es eine selbstverständliche Pflicht für den Landrat, eine enge Zusammenarbeit zwischen Partei und Bezirksamt herbeizuführen.

Simon Meißner: Partei und Verwaltung haben die gleiche Zielsetzung

In seinen langen Ausführungen enttäuschte Simon Meißner seinen Vorredner nicht. Der eingangs erwähnte Vorzug, unter Gauleiter Streicher arbeiten zu dürfen, erfülle ihn mit einem tiefempfundenen Dank in „erster Linie gegen (sic!) den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler“ für das Vertrauen. An seinen Vorredner gewandt, dankte er ihm für dessen „nützliche und richtungweisende Mahnungen“, die er gleich verbal in die Tat umsetzte, als er die Vertreter der NSDAP als erste begrüßte und aufzählte, wen er da willkommen hieß. Eine seitenlange Vorlesung. Bei solchen Veranstaltungen war es vor 1933 üblich, dass der neue politische Behördenleiter Einblick in sein politisches Handlungsprogramm gab. Hier war das nicht so. Simon Meißner sagte:

„Ich bitte Sie, mir den Vortrag eines förmlichen Programms zu erlassen. Es erscheint mir auf der einen Seite nicht mehr nötig, auf der anderen Seite auch nicht mehr möglich; denn im Führerstaat gibt es nicht mehrere Programme, sondern nur eines: die Erfüllung des Willens des Führers.“

Meißner sah seinen Zweck als Landrat allein darin, „in diesem kleinen Bezirk des Reiches dem großen Programm des Führers volle und restlose Durchsetzung zu verschaffen“. Seine Arbeit könne er nur in enger Zusammenarbeit mit der Partei, insbesondere mit der Kreisleitung und allen ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden im Sinne des Führers verrichten.

„Partei und Verwaltung haben ja die gleiche Zielsetzung und Berufung, das deutsche Volk, und deren führende und verwaltende Organe nur eine Quelle der Befehlsgewalt, den Führer. Ist sein Wille einzig und allein, wie soeben gesagt, darauf gerichtet, dem Volke zu dienen, und bedient er sich zur Verwirklichung dieses Willens der Organe der Partei und des Staates bzw. der Verwaltung, so ergibt sich, dass eine volle Erfüllung seines Willens nur möglich ist, wenn diese Organe für sich auf jedem ihrer Gebiete nebeneinander, aber gleichzeitig auch in vollkommener Harmonie zusammenarbeiten. … Getrennt marschieren, aber vereint schlagen!“

Simon Meißner versuchte noch den Sinn von staatlichem und parteilichem Zusammenwirken zu erklären, indem er sagte:

„Wenn es Staatsaufgabe ist, die historisch gewordene und entwickelte Verwaltung der  staatlichen Organisationen im Rahmen und mittels der Gesetze fortzuführen, Parteiaufgabe der Aufbau ihrer inneren Organisation zur Herstellung einer stabilen, sich selbst fortentwickelnden, ewigen Zelle der nationalsozialistischen Weltanschauung und Erziehung des gesamten Volkes im Sinn ihrer gedanklichen Ideen, wenn die dynamische Kraft der Partei maßgebend an der Gesetzgebung beteiligt ist, und die Verwaltung erst am Vollzug, wenn die Partei schon weiterstürmt, während die Verwaltung die Stellung ausbaut, und wenn doch die beiderseitigen Tätigkeiten die Erreichung eines Hochzieles dienen, so ist Tuchfühlung zwischen den Hoheitsträgern der Partei und den Amtsträgern des Staates unerlässliche Notwendigkeit …“

Bestleistungen nur mit nationalsozialistischem Ideengut

Dieser holprige Satz ging noch weiter, doch der Autor verzichtet darauf, ihn weiter darzustellen! Zum Schluss appellierte Simon Meißner an seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, nur Bestleistungen zu erbringen.

„Bestleistungen können aber nur erzielt werden, wenn jeder Beamte danach strebt, sich nicht nur beruflich fort- und weiterzubilden, sondern auch mehr und mehr in das nationalsozialistische Ideengut einzudringen“.

Vermutlich haben die anwesenden Parteigenossen gerne gehört, als Meißner sagte, dass der Führer nicht nur Gesetze erlasse, er sei das Gesetz selbst. Im Laufe seiner weiteren Ansprache appellierte der neue Landrat an die Bürgermeister und Stadträte immer bewusst zu sein, dass die Gemeinden immer diejenigen Stellen der Gemeinschaft seien, in denen die Fähigkeit und Unfähigkeit der Gesamtstaatsführung sich am deutlichsten ausprägt.

„Bleiben Sie sich daher immer dessen bewusst, dass die nationalsozialistische Revolution von den Bürgermeistern verlangt, dass sie sich immer, auch in der kleinsten Handlung, als die Vollstrecker des schöpferischen Schwungs dieser wunderbaren Zeit fühlen und dass Ihnen das Volk immer dann am nächsten stehen wird, wenn es ihn Ihnen die Lebensführer sieht.“

Zur vertretenen Lehrerschaft sagte er, dass sie in der deutschen Schule seit der Machtübernahme die Rolle einer Vermittlerin nur von trockenem Wissen längst abgestreift, habe. Sie stehe mitten im Leben der deutschen Volksgemeinschaft und helfe mit ganzer Kraft am Aufbauwerk Adolf Hitlers. … „Engste Zusammenarbeit mit der Führung der Hitlerjugend ist dabei selbstverständlich.“

Der nationalsozialistische Weg führt zur Höhe und zum Licht

Meißner-Porträt

Simon Meißner (FA-Zeitungsbild)

Von der „Untadeligkeit und der hohen Auffassung von Pflichterfüllung“ der Polizei und Gendarmerie war Simon in seiner Rede „restlos überzeugt“. Den Kriegshinterbliebenen, den  Klein- und Sozialrentnern, die sich finanzielle Sorgen um ihren Lebensabend machten, tröstete der Landrat, dass der große Führer bei allen seinen Überlegungen das Volk stets im Auge habe. Er schimpfte auf das „Verbrechen der jüdischen Inflation“, bei der die Rentner ihre Ersparnisse verloren hatten, Meißner versprach, die Nöte in seinem Kreis Rothenburg zu beheben. Der heimischen Presse fühlte sich Meißner heimatlich verbunden und lobte das Vertrauensverhältnis zwischen Amt und Bezirksbevölkerung, das die Presse tatkräftig unterstütze. Sodann erklärte Simon Meißner den Anwesenden die schlechte Situation im Reich vor und die gute nach der nationalsozialistischen Machtübernahme.

„Deutsche Männer und Frauen! Das Schicksal hat uns in eine große, aber auch in eine schwere Zeit, vielleicht in die größte Zeit deutscher Geschichte überhaupt hineingestellt. Wir alle sind dem Schicksal dafür dankbar. Es ist eine Zeit des Kampfes der nationalsozialistischen Weltanschauung gegenüber Bolschewismus, Liberalismus und Demokratie, eine Zeit des Kampfes um die Seele des Volkes, eine Zeit des Kampfes um Lebens- und Daseinsgrundlagen unseres Volkes überhaupt. Diese Zeit wollen wir nicht als untätige Nutznießer oder gar als undankbare, kleinliche Kritiker an uns vorüberziehen lassen, nein, als mutige Kämpfer und Mitstreiter wollen wir teilhaben an der Gestaltung der Geschichte dieser Tage. Während die Welt um uns zum Teil in bolschewistische Unordnung und Streiks verstrickt ist, teils in Bürgerkrieg zu versinken droht, werden wir neue Wege geführt, die zur Höhe und zum Lichte führen müssen.“

Der Allmächtige hat uns in schwerster Stunde den Führer gesandt

Dann stellte Simon Meißner das Gestern dem Heute gegenüber. Gestern sei Uneinigkeit gewesen, heute Volksgemeinschaft, gestern Unfreiheit, heute Freiheit, gestern Wehrlosigkeit, heute Wehrmacht, gestern Arbeitslosigkeit, heute Arbeit und wirtschaftliches Erstarken, gestern Ehrlosigkeit, heute Achtung in der ganzen Welt. Er schloss mit dem Glaubensbekenntnis an Hitler:

„Angesichts dieser Wandlung der Verhältnisse danken wir dem Allmächtigen, der uns den Führer in schwerster Stunde gesandt hat. Dem Führer Adolf Hitler aber folgen wir in unerschütterlichem Vertrauen, in unwandelbarer Treue, Disziplin und Zuversicht. Seiner und seines Werkes gedenken wir in dieser Stunde.“

NSDAP-Kreisleiter Karl Steinacker betonte das Primat der Partei

Nach einem überwältigenden  Applaus sprach Karl Steinacker, der als NSDAP-Kreisleiter und somit Hoheitsträger für die politische Ausrichtung des Kreises Rothenburg verantwortlich war. Auch er wies zunächst auf den Unterschied von früher und jetzt hin und machte dies an der Durchführung dieser festlichen Versammlung fest, wie man sie heute erlebe und wie sie früher waren.

„Waren diese Feiern vor der Machtübernahme mehr oder weniger durch die Teilnahme von Vertretern der verschiedenen Parteirichtungen gekennzeichnet, so erscheinen nunmehr die Vertreter der einzigen Bewegung, die deutsche Volksgemeinschaft. Früher mag es für einen Bezirksamtsvorstand nicht immer leicht gewesen sein, seine Arbeit für das Wohl der Bevölkerung des ihm anvertrauten Kreises zu verrichten, da ihm oft im Trubel der Parteienwelt die Möglichkeit hierzu genommen war. Heute jedoch bildete Partei und Staat eine Einheit.“

Des Weiteren ging der Kreisleiter auf den Rechtsstaat und die Gesetzgebung ein, als er erklärte, was die Nationalsozialisten unter einem Rechtsstaat, den sie bekanntlich mit Füßen traten und abschafften, verstanden haben.

„Im Leben eines Rechtsstaates seien die Gesetze da, dass sie befolgt werden. Aber was helfe das bestdurchgearbeitete Gesetz, wenn nicht Menschen vorhanden seien, die diesem Gesetz auch wirklich einen Inhalt zu geben verständen. Heute wisse man, dass, wenn von der deutschen Regierung ein Gesetz erlassen und dieses vom Führer unterschrieben, hinausgehe, dieses schon von Männern vollzogen würde, die durchdrungen seien von der Erkenntnis der nationalsozialistischen Weltanschauung.“

Mit den Männern, die im NS-Staat die Gesetze vollzogen haben, meinte Karl Steinacker nicht nur die einst unabhängige und im NS-Regime auf „Linie“ gebrachte Justiz, sondern u.a. auch die Polizei, die Amtsverwaltungen in den Ländern, Städten und Gemeinden.

Wer den Staat antastet, wird mit aller Strenge bestraft 

Weiter setzte sich der Kreisleiter mit der Autorität des nationalsozialistischen Staates auseinander und betonte, dass im NS-Staat nur dessen Autorität gelte und nur „der nationalsozialistische Staat die Befehle gebe“.

„Außer dem Staat gibt es keine Stelle, die Hoheitsrechte auszuüben hat, auch nicht die Kirche, auch wenn sie sich diese Rechte Jahrhunderte hindurch angemaßt hat.“

Sodann bat der Redner den neuen Landrat, sich bei der Bevölkerung „nicht nur als Beamter, sondern auch als Mensch und Kamerad der Bevölkerung“ zu zeigen und ihr zur Seite zu stehen. Aber dort im Kreis Rothenburg, wo Übergriffe gegen den Staat vorkommen, dort, wo man glaubt, die Autorität des nach harten Kämpfen und schweren Zeiten geschaffenen nationalsozialistischen Staates antasten zu können, mit aller Strenge und mit allem ihm zu Gebote stehenden Mitteln durchzugreifen.

„Heute zeigen sich die Feinde des nationalsozialistischen Staates nicht offen, man wisse aber, dass es so manche Kreise gebe, die im Dunklen fischen, um gegen die Grundlagen der Bewegung und des Staates vorgehen zu können. Der Staat habe die Mittel in der Hand, jenen Kreisen das Handwerk zu legen und deswegen richte ich an den neuen Amtsvorstand die Bitte, vertrauensvoll mit der Parteileitung und mit den Führern der einzelnen Gliederungen zusammen zu arbeiten und das Vertrauen, dass ihm entgegengebracht werde, in aufrichtiger Weise zu erwidern.“

Sich für den Nationalsozialismus einsetzen, an welcher Stelle auch immer

Kreisleiter Karl Steinacker ließ seine Rede über die Sicherheit des Staates, in dem jeder für die Sicherheit des Staates und der nationalsozialistischen Weltanschauung an seiner Stelle sich dafür restlos einzusetzen habe, ausklingen in einem Gruß an „den Mann, der dem Volk diese herrliche Aufgabe gestellt und der ihm das Wunder unserer Zeit“ erleben ließ und in einem Gruß an seinen alten Mitkämpfer Julius Streicher. Die Festversammlung stimmte „begeistert in das vom Hoheitsträger aasgebrachte Sieg Heil auf den Führer Adolf Hitler und auf den Frankenführer Julius Streicher ein“. Mit dem Singen des Horst-Wessel-Liedes und der Nationalhymne war die Einführung des neuen Landrats im Kreis Rothenburg ob der Tauber beendet.

Zur Person Simon Meißner

Simon Meißner, geboren 1892 in Markt Erlbach (Neustadt a. d. Aisch), stammte aus einer Lehrerfamilie, absolvierte das Realgymnasium in Nürnberg, studierte Jurisprudenz in Berlin und München und trat am 1. August 1914 als Referendar beim Amtsgericht Fürth ein. Schon vier Tage später meldete er sich als Kriegsfreiwilliger bei der Ersatz-Abteilung des 6. Feld-Artillerie-Regiments und kam im März 1915 an die Front. Im Juli 1916 wurde er an der Somme durch Kopf- und Rückenschuss schwer verwundet. Nach seiner Genesung arbeitete er bis Ende des Kriegs bei der Artillerie-Prüfungskommission in Berlin. Danach nahm er seine berufliche Tätigkeit wieder auf, legte 1921 die Staatsprüfung für den höheren Justiz- und Verwaltungsdienst ab, kam 1921 an die Regierung der Oberpfalz in Regensburg, 1922 an das Bezirksamt Eschenbach (Oberpfalz) und 1929 an das Bezirksamt Miesbach (Oberbayern). Inzwischen in der NSDAP, erfolgte 1935 seine Berufung an das Bezirksamt München, er wurde zum Oberamtmann ernannt und im November 1935 zur Geschäftsaushilfe an die Regierung von Oberbayern berufen, wo er bis zur Übernahme des Bezirksamts Rothenburg in verschiedenen Referaten tätig war.

Während seiner Zeit als Landrat im Kreis Rothenburg trat er öffentlich nicht besonders hervor. 1945 wurde er von den Amerikanern in Rothenburg festgenommen und ins Amtsgerichtsgefängnis gebracht, wo ihn seine Frau Emilie mit Besuchschein mehrmals aufsuchte. Sein weiterer Lebensweg ist hier noch unbekannt und wird noch recherchiert. Während er im Rothenburger Gefängnis einsaß und später interniert war, wurden bei seiner Frau – wie bei vielen anderen NSDAP-Mitgliedern – Wäsche wie Strümpfe, Hosen, Jacken und Unterwäsche für Flüchtlinge beschlagnahmt. Emilie Meißner verlangte dafür später eine finanzielle Schadenserstattung, die der Bürgermeister verweigerte. Die Familie verzog nach München.

Siehe weiterführende Artikel:

1) NSDAP-Mitglieder mussten 1945 für Flüchtlinge Kleidung und Leibwäsche abgeben – Emilie Meißner, Frau des NS-Landrats, verlangte 13 Jahre später von der Stadt Entschädigung
2) Zwischen NSDAP und Staat gab es einen von Hitler gewollten Kompetenzwirrwarr, doch die Partei war mächtiger. Struktur der Nazi-Partei, der 64 Prozent der Rothenburger angehörten

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Quelle: FA vom 10. Juni 1937
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