Von Wolf Stegemann
Anlässlich des beginnenden Bundestagswahlkampfs im Mai 2005 erfand der damalige Bundesinnenminister Otto Schily den neuen Spottnamen „Kartoffelkäferkoalition“:
„Schwarz-gelb ist eine Warnfarbe. […] Der Kartoffelkäfer ist schwarz-gelb. Wenn man vor Gefahren warnt, dient oft schwarz-gelb als Signal.“ Eine CDU/FDP-Koalition habe also die richtigen Farben, die Menschen zu warnen, „dass eine solche Politik besser nicht im Bund vertreten wird.“
Es war nicht das erste Mal, dass der Kartoffelkäfer in das politische Blickfeld trat. Immer wieder hing diesem Käfer, allerdings weniger wegen seiner Farbe als wegen seiner Gefräßigkeit, in den beiden Weltkriegen und deren Folgezeiten der Geruch an, als Sabotagewerkzeug missbraucht zu werden. Generationen von Schülern und Schülerinnen, die heute im letzten Viertel ihres Lebens stehen, ist der Kartoffelkäfer daher ein Begriff. Schüler erinnern sich daran, dass sie sich auf den Äckern in Reih und Glied aufstellen mussten, um den Kartoffelkäfer systematisch aufsammeln zu können, der sich an den Kartoffelpflanzen festfraß. Weiterlesen






