Jude – Ist denn die Formulierung antisemitisch vorbelastet? Der New Yorker Autor Tuvia Tenenbom meint Ja. Andere sagen Nein. Heftiger Streit um sein Buch

Tuvia Tenenboms Buch ist bei Suhrkamp erschienen

Tuvia Tenenboms Buch ist bei Suhrkamp erschienen

Von Wolf Stegemann

Als ich in den 1980er-Jahren mit Recherchen über den Nationalsozialismus und das Judentum begann und dabei vermehrt mit jüdischen Familien zusammenkam, mit Rabbinern und Gemeindevorsitzenden sprach und über sie schrieb, fühlte ich mich wegen meiner Erfahrungslosigkeit in Not, wenn es darum ging, jüdische Menschen als Juden zu bezeichnen. Ich kannte die antisemitische Sprache des Dritten Reiches, wenn von jüdischen Personen die Rede war: der Jude Perlstein, die Jüdin Wertheimer. Und auf dem Gelben Stern, den Juden als Ausgrenzungszeichen in Deutschland ab 1941 tragen mussten, prangte das der hebräischen Schrift nachempfundene Wort „Jude“. Daher hatte ich anfangs große Hemmungen, meine jüdischen Gesprächspartner auch mit dem Begriff Jude zu bezeichnen und sie in Zeitungs- oder Buchartikeln so zu nennen. Ich verwendete ausweichende Formulierungen wie „unser jüdischer Mitbürger“, „die jüdischen Menschen“, „der dem Judentum angehörende Karl Perlstein“, „der jüdische Viehhändler Abraham“ usw. An der Schreibmaschine konnte ich mir in Ruhe solche Formulierungsverrenkungen ausdenken, aber im Gespräch, wenn ein Jude vor einem sitzt? Es war schwierig, zumal ich selbst merkte, wie ich herum eierte. Weiterlesen

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Mit dem in Rothenburg herausgegebenen „Israel-Forum“ trug Bernhard Doerdelmann schon früh zu Veränderungen und zur Versöhnung bei – und setzte sich Angriffen aus

Israel-forum-hefteVon Wolf Stegemann

„Eine Zeitschrift schlägt Brücken nach Israel“ titelte der „Fränkische Anzeiger“ am 9. September 1972 über den am 18. Januar 1930 in Recklinghausen geborenen Lyriker, Schriftsteller, Cheflektor und Journalisten Bernhard Doerdelmann, der zusammen mit seiner Frau Erika Kolbe 1961 von der Schweiz nach Rothenburg ob der Tauber übersiedelte, weil er hier das Angebot bekam, auch für eine deutsch-jüdische Zeitschrift zu arbeiten. Im Verlag J. P. Peter, Gebr. Holstein betreute er als Cheflektor aber auch die weiteren Verlagsprodukte, speziell die Belletristik und moderne Mundartdichtung aller deutschen Dialekte. Und er war zunächst auch verantwortlicher Redakteur der monatlich erschienenen Zeitschrift „Israel-Forum“. 1958 gegründet, war sie damals die einzige deutsch-israelische Publikation. Später wurde das „Israel-Forum“ mit der Zeitschrift „Emuna“ zusammengelegt und Doerdelmann fungierte dann als Verlagsleiter. Im Untertitel stand dann „Vereinigte Zeitschriften über Israel und Judentum“. Neben Doerdelmanns vielfältigen literarischen Interessen und verlegerischen Tätigkeiten, bei denen er immer auch das Judentum und Israel im Blickfeld hatte, trug er vor allem zur frühen Versöhnung zwischen Israel und Deutschland, zwischen Juden in Israel und Nichtjuden in Deutschland bei. Der berühmte Schriftsteller Max Tau, jüdischer Pate der nicht getauften Doerdelmann-Tochter Katjana, schrieb 1969: Weiterlesen

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Historische Rede von Bundespräsident von Weizsäcker zum 40. Jahrestag der Beendigung der NS-Herrschaft am 8. Mai ’85 im Plenarsaal des Deutschen Bundestages

Die Rede auf Schallplatte

Die Rede auf Schallplatte

Auf Einladung von Bundestagspräsident Jenninger sprach 1985 Bundespräsident Richard von Weizsäcker im Plenarsaal des Bundestags vor Parlamentariern und Gästen. Gleich zu Beginn seiner Rede, die hier in Auszügen wiedergegeben ist, stellte von Weizsäcker heraus, dass der 8. Mai nicht nur ein „Tag der Erinnerung“ an das, was Menschen erleiden mussten, sei, sondern zugleich ein „Tag des Nachdenkens über unsere Geschichte“. Das Bemühen, Ursachen und Folgen zu verknüpfen, durchzieht die gesamte Rede. Auf dieser Grundlage konnte Weizsäcker auch andere Sachverhalte deutlich ansprechen, wie z. B. die Rolle der Alliierten beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Weiterlesen

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Hitler-Obsessionen – „Hitleritis“ – in den Medien? Guido Knopps ZDF-Zeitgeschichte mit Millionen von Zuschauern und „Spiegel“-Titel mit hohen Auflagen

Das Buch zur letzten ZDF-Dokumentation Guido Knopps

Das Buch zur letzten ZDF-Dokumentation Guido Knopps

W. St. – Je weniger Augenzeugen noch über das Dritte Reich und den Nationalsozialismus berichten können, weil viele von ihnen mittlerweile nicht mehr leben, desto vermehrter – so hat es den Anschein – wird die Zeit des Nationalsozialismus und vor allem Kriegsereignisse an allen Fronten und in allen Situationen in zusammengestellten Dokumentarfilmen gezeigt und abendfüllend gesendet. Das ist wichtig, denn kein anderer Krieg hatte in der europäischen Geschichte solche Auswirkungen gehabt wie der Zweite Weltkrieg mit allen seinen mörderischen Geschehnissen im Namen Deutschlands. Nie zuvor in der deutschen Geschichte hatte der deutsche Staat die eigenen Landsleute und die Menschen in den besetzten Gebiete mit so viel Leid, Verbrechen und Massenmord überzogen, wie der nationalsozialistische deutsche Staat zwischen 1933 und 1945. Von Ausnahmen abgesehen wird diese Zeit erst seit Ende der 1970er-Jahre in der Breite und in den Städten und Gemeinden dokumentiert. Die Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ fing Anfang der 1980er-Jahre mit ihrer Arbeit an, brachte in den folgenden Jahren fünf Bände zum Nationalsozialismus vor Ort heraus. Diese Internet-Dokumentation ist die Version dieser damaligen Arbeit und zugleich eine Weiterschreibung für Rothenburg ob der Tauber. Weiterlesen

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Die Rehabilitierung kam spät – 2015 würdiges Gedenken an den 1945 als Deserteur erschossenen Johann Rößler

Familienangehörige, Stadträte, Parrer Gußmann (r.) und Wilf Stegemann (am Mikrofon); Foto: Dieter Balb

Familienangehörige, Bürgermeister Förster und Wolf Stegemann (am Mikrofon); Foto: Dieter Balb

Von Dieter Balb

„Wir alle können stolz sein, so einen aufrechten Menschen in unserer Familie und in Rothenburg gehabt zu haben“ – diese Worte sagte Marianne Dienelt bei der Gedenkfeier am Dienstagabend im Friedhof. Sie ist die Enkelin des Gärtners Johann Rößler, den man wegen Fahnenflucht am 7. April 1945 an der Friedhofsmauer standrechtlich erschossen hat. Im Beisein zahlreicher Rothenburger wurde jetzt nach 70 Jahren eine Gedenktafel angebracht.

In der Ansprache des Journalisten und Autors Wolf Stegemann, (er recherchierte und hatte zusammen mit Pfarrer Dr. Oliver Gußmann das Material auf der „Hakenkreuz-Netzseite“ veröffentlicht) fielen recht deutliche Worte, was den Umgang der Rothenburger mit dem Dritten Reich anbelangte.  Zunächst freute er sich mit den Familien Braun, Dienelt und Rößler aus München, Würzburg und Rothenburg mehrere Angehörige begrüßen zu können. Rößler sei erschossen worden „nur wenige Tage bevor die verantwortlichen Täter über das Kriegs­ende hinaus ihr Leben weiterleben konnten, oft Karriere machten und Ehrungen erhielten“, verdeutlichte Wolf Stegemann und sagt: „Das war Mord!“ SS-General Simon und NSDAP-Kreisleiter Erich Höllfritsch hätten das Standgerichtsverfahren in Gang gebracht. Auch er habe es sich nach dem Krieg „gut eingerichtet“.

Erschießung war ein Kriegsverbrechen – es blieb ungesühnt

Ehrentafel an Erschießungsort; Foto: Dieter Balb

Ehrentafel am Erschießungsort; Foto: Dieter Balb

Das Kriegsverbrechen an Rößler bleibe ungesühnt, sagte Stegemann und dazu passe auch das offizielle Schweigen nach dem Krieg, das in seiner Heimatstadt bis heute über dem Fall Rößler laste. Ihn habe man wohl eher als einen Feigling oder einen Volksverräter bezeichnet. Erst vor Wochen habe ein ehemaliger Stadtrat am Stammtisch geäußert, dass er sich auch heute noch mit einem Rößler nicht an einen Tisch setzen würde.
In Rothenburg habe man mit Rößler nichts zu tun haben wollen und selbst in der Familie habe man früher über den Vorfall geschwiegen. Vielleicht aus Scham und Schuldgefühl, meinte Wolf Stegemann. Bedrückend aber sei, dass auch weitere Jahrzehnte geschwiegen wurde, auch der Witwe und den Kindern sei nicht verborgen geblieben, dass im Rothenburg der fünfziger Jahre „wieder ein starker Rechtsruck stattgefunden hatte“. Dazu zähle auch die Rückbenennung der Bahnhofstraße nach dem hohen Nazifunktionär Ludwig Siebert 1955. Obwohl Rößler vom Kultusministerium bereits in den Siebzigern als Gegner des Nationalsozialismus bewertet wurde, habe er in seiner Heimatstadt keine Würdigung erfahren.
Stegemann: „Ich bitte um Nachsicht, aber glaube, dass man die NS-Geschichte und die Nachkriegsgeschichte zu Rößler nur durch klare Worte verdeutlichen kann.“. Er verwies auf die zahlreichen Fälle von Deserteuren und Erschießungen im Dritten Reich. Über 35000 Todesstrafen habe es einschließlich der Kriegsdienstverweigerer und der Wehrkraftzersetzer gegeben. Stegemann fragte: „Wie kann man den NS-Unrechtsstaat, seine Kriege und seine Militärjustiz verdammen, aber den deutschen Deserteuren, die sich Staat und Wehrmacht verweigerten, die Rehabilitation versagen?“

Tafelenthüllung hat einen versöhnenden Aspekt

Viele Anwesende legten Rosen nieder; Foto: Dieter Balb

Viele Anwesende legten Rosen nieder; Foto: D. Balb

Rothenburg habe mit der Enthüllung der Gedenktafel Johann Rößler rehabilitiert, der Stadtrat seinen Teil mit der Finanzierung der Tafel dazu beigetragen, wofür es zu danken gelte. „Es ist ein versöhnender Aspekt nicht nur für die Familie, sondern für uns alle!“ betonte Wolf Stegemann.
Bürgermeister Kurt Förster bedankte sich namens der Stadt für die ergriffene Initiative, vor allem bei Pfarrer Gußmann und Autor Stegemann. Sein besonderer Gruß galt den Familienangehörigen. Dass der Stadtrat einstimmig der Gedenktafel zugestimmt hat, sei ein klares Zeichen. Er selbst spreche ohne Umschweife von einem Mord an Johann Rößler, denn hier seien nach dem Recht niedrige Beweggründe zugrunde gelegt worden.

Die aus München angereiste Enkelin Marianne Dienelt hatte in der Rothenburger Familie noch als Mädchen erlebt, wie sehr das Thema tabu war. Sie freut sich mit den weiteren Angehörigen, dass dies heute in der nächsten Generation ganz anders ist. So dankte sie allen, die mit dafür gesorgt haben, dass man ihrem Großvater nun dieses späte Gedenken am Ort seiner Hinrichtung zuteil werden lässt, besonders dem Autor. Der Stadt Rothenburg sei zu danken, dass sie es „möglich gemacht hat mit dieser Tafel an einen Mann zu erinnern, der seinen Mut und Widerstand mit seinem Leben bezahlte!“ Auf so einen aufrechten Menschen könne man in der Familie wie auch in der ganzen Stadt stolz sein, hob Marianne Dienelt bei der Feier hervor.

Nach der Tafelenthüllung – der fast vierzig Bürger, darunter einige Stadträte beiwohnten – ging Pfarrer Dr. Oliver Gußmann in seinem Schlusswort auf die Erlebnisse seines Großvaters ein, der im Krieg als Militärgeistlicher junge Deserteure vor ihrer Hinrichtung seelsorgerlich begleitete: „Sie weinten, haderten und verzweifelten, viele waren sehr jung und ihnen waren die möglichen Folgen ihrer Flucht vielleicht nicht einmal bewusst!“

Ort der Gedenkstunde an der Friedhofsmauer: Foto: Dieter Balb

Gedenkstunde an der Friedhofsmauer; Foto: D. Balb

Frieden durch Handeln

Sein Großvater habe nichts mehr tun können und das sei seiner ganzen Familie nahegegangen. Es hätte mehr vom Schlage eines Johann Rößler geben müssen betonte der Pfarrer, „mehr, die einfach weggehen, nicht mehr mitmachen!“ Das Inhumane berufe sich gerne auf Befehlsnotstand, aber das Humane scheine suspekt zu sein.

Johann Rößler habe zu denen gehört, „die Frieden durch Tun praktiziert haben”. Im Gegensatz zu den Trümmern von zerstörtem Kulturgut und den Leichen des Krieges sehe man das Ergebnis solchen friedlichen Handelns meist nicht. Zwei Tage nach Rößler habe man den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer im KZ Flossenbürg auch durch Erschießen hingerichtet. Die meisten Anwesenden nahmen das Angebot, vor der Tafel eine weiße Rose niederzulegen gerne wahr. In einer gedruckten, bebilderten Broschüre wird über das damalige Geschehen und die Persönlichkeit Rößlers umfassend informiert.

Weil er den Volkssturm-Wahnsinn nicht mehr mitmachte, hatte man den Gärtner Johann Rößler ermordet, die Würdigung seines Widerstandes kam zwar um Jahrzehnte zu spät, aber sie hat für heutige Generationen umso mehr Gewicht.

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Quelle und Anmerkung: Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Autors dem Fränkischen Anzeiger vom 9. April 2015 entnommen: http://www.fraenkischer-anzeiger.de/archive/7096.  Mehr über Johann Rößler und themenverwandte Artikel in dieser Online-Dokumentation:

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Kriegsende (II): „Die Stadt wird bis zum letzten Mann verteidigt“ – Wehrmacht, Volkssturm und SS zogen sich zurück
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Rothenburg in Krieg und Frieden – Tagung der Ev. Akademie Tutzing über die NS-Zeit in der Stadt sowie ihren Umgang mit ihr in späteren Jahrzehnten: Reaktionen, Kritik und Lob

Tagungssaal im Wildbad; im Vordergrund die Tagungsleiterin Dr. Ulrike Haerendel; Fotos ( ): Jochen Ehnes

Tagungsteilnehmer im Hotel Wildbad; im Vordergrund die Tagungsleiterin Dr. Ulrike Haerendel von der Evangelischen Akademie Tutzing; Fotos (6 ): Jochen Ehnes

Von Wolf Stegemann

13. Juli 2016. – Die Akademie rief und viele kamen. Rund 50 Teilnehmer aus Bayern und Baden-Württemberg. Darunter aus den Städten München, Ulm und Crailsheim, Kronach und Gummersbach, Augsburg und Ansbach, Nürnberg und Heidelberg, Lindau und Landsberg, Klausen und Kitzingen, Türkenfeld und Deggendorf. Die Evangelische Akademie Tutzing hatte zum Generationengespräch: „Rothenburg in Krieg und Frieden“ eingeladen, eben in jene mittelfränkische Tauberstadt, über die in der noblen Tagungsstätte Wildbad über Nationalsozialismus und Nachkriegszeit vom 24.- bis 26. Juni 2016 referiert und diskutiert wurde. Darunter sechs Teilnehmer aus Rothenburg. Es war eine gute Veranstaltung, an deren Verlauf und Ergebnis feststellbar war, dass es auch eine notwendige war. Dazu die Tagungsleiterin Dr. Ulrike Haerendel auf Anfrage: „Nach Durchsicht der Bewertungsbögen der Teilnehmer war diese Tagung erfolgreich.“ Wie bereits bei Ende der Tagung zu hören war, war dies auch von Referenten zu hören, allesamt Kenner der NS-Geschichte der Stadt mit unterschiedlichen Berührungspunkten. Das waren der Rothenburger Architekt Hanns-Jürgen Berger, der Studienrat Dr. Daniel Bauer, der Historiker Dr. Markus Naser (Uni Würzburg), der Volkskundler Michael Kamp, M. A. (LVR-Freilichtmuseum Lindlar), die Lehrbeauftragte und Historikerin PD Dr. Edith Raim (Uni Augsburg), der Lehrer und Dokumentarfilmer Thilo Pohle, der Theologe Prof. em. Dr. Horst Rupp (Uni Würzburg) sowie der Logotherapeut Ditz Schroer aus Türkenfeld. Ebenso gehörten zu den Referenten die beiden Herausgeber dieser Online-Dokumentation „Rothenburg unterm Hakenkreuz“, Pfarrer Dr. Oliver Gußmann (Rothenburg) und der Dorstener Journalist und Publizist Wolf Stegemann, der seine Wurzeln in Rothenburg hat. Tagungsleiterin war Dr. Ulrike Haerendel von der Evangelischen Akademie Tutzing, ihre Assistentin Rita Niedermaier. Weiterlesen

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„Die jüdische Gemeinde Rothenburgs und das Erinnern nach 1945“ – Vortrag von Dr. Oliver Gußmann auf der Tagung der Ev. Akademie Tutzing in Rothenburg 2016

Tagung-1 Gußmann-Tutzing - Krieg und Frieden in Rothenburg_JoE 088 - pSehr geehrte Damen und Herren!
Als ich im Jahr 2000 als Touristenpfarrer nach Rothenburg ob der Tauber kam und nach der Jüdischen Vergangenheit fragte, fielen mir als Erstes sehr ähnlich lautende Stellungnahmen auf, die aber von unterschiedlichen Menschen formuliert worden sind. Offensichtlich hatte man in der Stadt Rothenburg in der Nachkriegszeit mit großem Eifer an einem Geschichtsbild gearbeitet, das, wie es in der Einladung zu dieser Tagung heißt, ein Mythos ist, den man dekonstruieren müsse. Diese besonders in Rothenburg vorherrschenden eigenen Deutungen erlaubten es, sich nicht weiter mit der eigenen jüdischen Geschichte auseinandersetzen zu müssen. Den genauen Hintergrund kannte ich damals noch nicht, doch meine ich, diese populären Deutungen heute vielleicht besser einordnen und verstehen zu können. Ich möchte Ihnen einige Beispiele für solche stehenden Redewendungen geben: Weiterlesen

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