Von Wolf Stegemann
Eine der wenigen Frauen, die nach den hier vorhandenen Unterlagen sich vor der Spruchkammer Rothenburg zu verantworten hatten, war die 1891 in München als Marga Schilffarth geborene und verheiratete Marga Schübel. Verheiratet war sie mit einem Lehrer, der wegen einer starken Herzerkrankung 1922 auf das Land versetzt wurde, nach Schillingsfürst, wo sie den Schuldienst verließ und Hausfrau wurde. Nach dem Zusammenbruch des Reichs kam sie vor die Spruchkammer, weil sie u. a. über zwölf Jahre lang NS-Kreisfrauenschaftsleiterin war und verließ die Spruchkammer am 13. Mai 1948 als Mitläuferin der Gruppe (IV). Sühnemaßnahmen wurden nicht gefordert da, Marga Schübel als nationalsozialistische Amtsträgerin über zwei Jahre lang in Ludwigsburg interniert war. Die Kammer bewertete ihre Einsicht, einen „Fehltritt“ begangen zu haben, als entlastend. Eigentlich war das Verfahren bereits vorher angesetzt gewesen. Aber der Verteidiger von Marga Schübel, Rechtsanwalt Weber, legte sein Mandat ohne Angabe von Gründen nieder. An seiner Stelle übernahm Rechtskonsulent Josef Bocklet aus Würzbug-Heidingsfeld die Verteidigung. Weiterlesen





