W. St. – Der Historiker und Journalist Dr. Malte Herwig schrieb in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 23. Dezember 2011:
„Die NS-Zeit zählt zu den besterforschten Epochen deutscher Geschichte – die folgenden Jahre allerdings nicht. Die Bundesregierung hat auf Anfrage der Linken in ihren Archiven gestöbert und einen umfangreichen Bericht herausgegeben. Das Ergebnis: Die Zahl ehemaliger Politiker mit NS-Vergangenheit ist erschreckend.“
Dabei ging es, wie Herwig schreibt, „um personelle Kontinuitäten in Ministerien und Behörden von Bund und Ländern, um die Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen, um Wiedergutmachungsleistungen und die Finanzierung von Gedenkstätten“. Gefunden wurde im Bundesarchiv endlich auch der NSDAP-Aufnahme-Antrag des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger. Des weiteren kam heraus, dass „allein 26 Bundesminister und ein Bundeskanzler (Kurt-Georg Kiesinger) Mitglieder in der NSDAP oder einer nationalsozialistischen Organisation wie SA, SS oder Gestapo gewesen waren“ (Herwig), darunter auch der bereits erwähnte Hans Filbinger (CDU), Horst Ehmke (SPD), Walter Scheel (FDP), Friedrich Zimmermann (CSU) und Hans-Dietrich Genscher (FDP), Karl Carstens (CDU). Zwei davon waren Bundespräsidenten (Scheel und Carstens). Weiterlesen






