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Redet man von Schuld im Zusammenhang mit dem Dritten Reich, so kommt einem als erstes der Begriff „Stuttgarter Schuldbekenntnis“ in den Sinn: Mit ihr bekannte sich die Evangelische Kirche in Deutschland am 19. Oktober 1945 stellvertretend für das deutsche Volk ihrer Mitverantwortung für die Verbrechen des Nazi-Regimes. Die Kernsätze der Erklärung lauten:
„Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden. … Wir klagen uns an, dass wir nicht mutiger bekannt, nicht treuer gebetet, nicht fröhlicher geglaubt und nicht brennender geliebt haben.“
Das Schuldbekenntnis löste ein geteiltes Echo aus. Im Ausland wurde es begrüßt und ermöglichte eine Flut von Spenden vor allem aus den USA. In Deutschland dagegen löste das Bekenntnis Empörung, Unverständnis und heftigen Widerspruch aus und stieß nur selten auf Zustimmung. Nach den ersten Entnazifizierungsdirektiven der Besatzungsmächte fürchteten gerade auch evangelische Christen diese öffentliche Schulderklärung weithin als einseitiges Zugeständnis an eine vom Ausland aufgenötigte Siegerjustiz und als weiteres Argument für harte Vergeltungsmaßnahmen. Aus schleswig-holsteinischen Kirchenkreisen hielt man angebliche oder wirkliche alliierte Verbrechen entgegen sowie die Vertreibung der Millionen von Deutschen aus Polen, die von kirchlichen Kritikern des Stuttgarter Schuldbekenntnisses – wie dem Präses der Schleswig-Holsteinischen Kirche – als „beispielloser Völkermord“ genannt und die Frage aufgeworfen wurde: Weiterlesen
Jüdische Kultur und Geschichte erleben, in den Dialog treten, Neues kennenlernen, Spannendes erfahren, der Vergangenheit gedenken und der Gegenwart begegnen – dafür bietet alljährlich die Jüdische Kulturwoche in Rothenburg, organisiert von Bildung Evangelisch in Rothenburg und Freunden, die Gelegenheit. Unter dem Motto „Le Chajim! Auf das Leben!“ hat das Vorbereitungs-Teams in Bildung Evangelisch mit Dr. Oliver Gußmann, Hannelore Hochbauer, Lothar Schmitt, Brigitte Wagner und Elke Wedel wieder ein buntes und reichhaltiges Programm zusammengestellt. Es umfasst wieder Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen mit Nachgesprächen, Konzerte und einer Stadtführung durch das historische Judentum in Rothenburg ob der Tauber. Die Veranstaltungen finden vom 17. bis 24. Oktober 2020 statt. 


