Spätheimkehrer Gerhard Buchwald: 1949 um Haaresbreite im Zuchthaus von Srem-Mitrovica dem Tod entronnen

Familie Buchwald In Rothenburg 1950; Foto entnommen: FA

Familie Buchwald In Rothenburg 1951; Foto entnommen: FA

Von Wolf Stegemann

Der Spätkriegsheimkehrer Gerhard Buchwald war „beim Teufel zu Gast“ und ist nur durch „Haaresbreite dem Tode entronnen“. So titelte der „Fränkische Anzeiger“ am 31. Dezember 1951 seine Geschichte, die von Krieg, Gefangenschaft, Todesurteil und Begnadigung zur Zwangsarbeit sowie der glückliche Heimkehr zu Frau und Kindern handelt, die seit 1945 in Rothenburg wohnten. Aus Berlin stammend und ausgebombt, wurde die Familie nach Schlesien evakuiert. Von dort floh sie vor den Russen in den Westen und fand im Juli 1945 in Rothenburg eine neue Heimat. Mit seinen Geschichten, die Gerhard Buchwald 1951 zu erzählen hatte, hätte er ein dicken Buch füllen könne.

1944 hatte er von der griechischen Front seinen letzten Urlaub bekommen. Damals sah er seine Familie das letzte Mal. Es sollte sieben Jahre dauern, bis Buchwald seine Frau und seine kleinen Kinder wieder in die Arme schließen konnte. 1945 zog sich die Wehrmacht aus Griechenland über den Balkan nach Deutschland zurück. Die lange LKW-Kolonne, mit der Gerhard Buchwald nach Deutschland unterwegs war, wurde am 10. Mai 1945 bei Schönstein in Jugoslawien angehalten und die Soldaten gefangengenommen. Seine Erfahrungen in den Kriegsgefangenenlagern, Gefängnissen und Zuchthäusern des Tito-Regimes fasste er gegenüber der Lokalzeitung mit Bitterkeit in dem Satz zusammen: „Ich war sieben Jahre lang beim Teufel zu Gast.“

Harte Zwangsarbeit auf der Kanalbaustelle

Gerhard Buchwald hatte sich kurz vor dem Rückzug in Griechenland bei einem Autounfall verletzt. Daher kam er nach seiner Gefangennahme zuerst in das Krankenhaus von Neu-Zilly. Dadurch entkam er dem berüchtigten 700 Kilometer-Todesmarsch kreuz und quer durch Jugoslawien, den die jugoslawische Regierung als Demonstration ihres Sieges veranstalten ließ. Nach dem Krankenhausaufenthalt verlegte man ihn in das Offiziers-Gefangenenlager Versac, wo er die Zeit bis 1948 einigermaßen „normal“ verbrachte. Er teilte dort sein Schicksal mit 3.400 Offizieren in drei riesigen Flugzeughallen unter primitiven sanitären Verhältnissen und einseitiger Kost. Große Freude bereitete Gerhard Buchwald, als er 1946 erstmals Post seiner Frau aus Rothenburg bekam. Auf der anderen Seite verschlechterte sich sein Status als Kriegsgefangener. Ihm und seinen Leidensgenossen wurde eröffnet, dass sie nun Untersuchungsgefangene seien. Denn es werde ein Kriegsverbrecherprozess gegen sie vorbereitet. Von da an wurde die Verpflegung schlechter. Er und die anderen betroffenen Offiziere mussten schwerste Kanalbauarbeiten in der Gegend von Potporanje verrichten. „Täglich brachen zehn bis zwölf Kameraden vor Entkräftung auf der Baustelle zusammen.“ Kaum einer hatte eine Ahnung oder Vorstellung davon, warum sie wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden sollten.

Vernehmungen, Folter, falsche Geständnisse und echte Todesurteile

In kleinen Gruppen brachten die Jugoslawen die Zwangsarbeiter in das Lager Versac zurück, wo endlose Vernehmungen mit Folterungen folgten. Dabei leisteten einige deutsche Kriegsgefangene den Jugoslawischen Behörden Handlangerdienste. Gegenüber der Lokalzeitung sagte Buchwald 1951:

„Wir waren bereit, jedes Geständnis zu unterschreiben und selbst die unwahrscheinlichsten Verbrechen zuzugeben. Denn ein schneller und schmerzloser Tod musste bei diesen ständigen Folterungen wie eine Erlösung erscheinen.“

Gerhard Buchwald, ehemaliger Oberzahlmeister der Wehrmacht, wurde mit anderen am 29. Oktober 1949 wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt. Danach kam er zur Urteilsvollstreckung in das Zuchthaus von Srem-Mitrovica bei Belgrad. Und ebenso überraschend wie grundlos das Todesurteil war, so kam die Begnadigung durch die jugoslawische Regierung hinterher. Das Todesurteil wurde in 14 Jahren Zwangsarbeit umgewandelt.

Das Evangelische Hilfswerk Erlangen/München Bischof Heckels übernahm von da an die Betreuung der Gefangenen, die jeden Monat „Liebesgabenpakete“ mit Nahrungsmitteln und Kleidung erhalten durften. Zuweilen schickte auch das Rote Kreuz oder die Bundesregierung Pakete.

Amnestiert, freigelassen und im Sonderzug nach Deutschland

Die Zeiten änderten sich. In Belgrad wurde ein deutsches Generalkonsulat eröffnet. Der Geschäftsträger durfte Gerhard Buchwald und die anderen Gefangenen im Zuchthaus einmal monatlich besuchen. Die Bundesregierung setzte sich für die Freilassung der Verurteilten erfolgreich ein. Vor seiner Freilassung wurde Buchwald von der jugoslawischen Regierung amnestiert und am 12. Dezember 1951 mit hundert ebenfalls Freigelassenen nach Deutschland transportiert. An der jugoslawisch-österreichischen Grenze wurden sie von deutschen Regierungsbeamten empfangen und mit einem Sonderzug, dessen Abteile mit Weihnachtsbäumen geschmückt waren, nach Deutschland gebracht. Ein Regierungsvertreter, der den Zug begleitete, gab ihnen das Versprechen, dass sie alle zu Weihnachten wieder bei ihren Familien seien. Dafür dankte der ehemalige Wehrmachtsgeneral Henke, der zu den hundert Freigelassenen gehörte, und erinnerte daran, dass im Zuchthaus Srem-Mitrovica immer noch 120 Deutsche und 150 Volksdeutsche auf ihre Freiheit warteten.

Tränenreiches Wiedersehen nach sieben Jahren

Am Haus Herrngasse 26 in Rothenburg, das bis 1938 der Jüdin Fanny Loewenthal gehörte und in dem seit 1945 u. a. die Familie Buchwald wohnte, hing 1951 das Schild „Herzlich willkommen“ für den Familienvater, der nach sieben Jahren rechtzeitig zum Weihnachtsfest tränengerührt zu seiner Familie heimgekehrt war.

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Quelle: „Fränkischer Anzeiger“ vom 31. Dezember 1951 (nacherzählt).

 

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Wie in den 1950er-Jahren der Ort für ein Gefallenen-Ehrenmal gesucht und schließlich in der Blasiuskapelle gefunden wurde

Die TAfeln mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs; Foto: Rolf Schreglmann

Die Tafeln mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs; Foto: Rolf Schreglmann

Von Wolf Stegemann

Jahrelang nach dem Krieg wussten die Rothenburger nicht so recht, wo sie ihrer Kriegstoten angemessen gedenken konnten. Die zivilen Opfer der Bombardierungen der Stadt, die letzte und schwerste am 31. März 1945, hatten bereits im Friedehof einen Begräbnisplatz mit Ehrenmal gefunden. – Es gab aber Opfer, deren das offizielle Rothenburg, darunter auch die Kriegsopferverbände den Opferstatus nicht zugestand. Das waren die in den Todeslagern ermordeten jüdischen Einwohner Rothenburgs. In den beiden Lokalzeitungen war darüber nichts zu lesen. Das Schicksal der Juden wurde lediglich bei der Entnazifizierung der Rothenburger in den Spruchkammern hin und wieder zur Entlastung bzw. Belastung gebraucht und war bei der Wiedergutmachung des durch Rothenburger entzogenen Eigentums Thema vor der Wiedergutmachungskammer, wo man sich mit den Erben der jüdischen Bürger oft um die Rückgabe der Häuser und Grundstücke stritt. Das Thema „jüdische Opfer“ wurde im offiziellen Nachkriegs-Rothenburg öffentlich so behandelt, als hätte bis vor wenigen Jahren die antisemitische Hetze, die Forderung nach der „Judenlösung“ und die gewaltsame Vertreibung aus der Stadt nie gegeben. Die Gründe sind auf mehreren Ebenen zu suchen. Einer davon ist sicherlich der, dass der 20-köpfige Stadtrat ab 1952 aus 15 Mitgliedern des „Rechtsblocks“ zusammengesetzt war, in dem die wieder öffentlich das Sagen hatten, die Jahre zuvor die Vertreibung und Ausplünderung der Juden betrieben hatten, wie beispielsweise der NS-Bürgermeister Friedrich Schmidt und der NSDAP-Ortsgruppenleiter Wobst.

VdK-Vorschlag: Ehrenmal in der Friedhofskapelle

Friedhofskapelle; Foto: tilman

Friedhofskapelle; Foto: tilman

Mit dieser rechten Stadtrats-Zusammensetzung von 1952 hatte der Ortsverband Rothenburg des „Verbands der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentnern Deutschlands“ (VdK) eine Lobby, um seine jahrelangen Forderung nach Errichtung eines „Kriegerdenkmals“ in Rothenburg umzusetzen. Der 1. Vorsitzende H. Schönborn und die beiden 2. Vorsitzenden K. Eisenmann und H. Forberg schrieben am 14. Juni 1952 an den Stadtrat:
„Seit über sieben Jahren schweigen die Kanonen. Von einer Diskriminierung des ehemaligen deutschen Frontsoldaten ist man ebenfalls abgekommen. Schon denkt man an den deutschen Frontsoldaten [Diskussion über Bundeswehr, 1956 errichtet], der gegebenenfalls sein Vaterland wieder verteidigen soll. Allenthalben besinnt man sich darauf, der Gefallenen zu gedenken. Der VdK erachtet es daher an der Zeit, dass auch in Rothenburg/Tbr. ein würdiges Kriegerdenkmal für die gefallenen Söhne unserer Heimatstadt errichtet wird. Selbstverständlich erklärt sich der VdK bereit dazu, die Vorarbeiten beginnen und erbittet die Genehmigung des Stadtrates, eine öffentliche Sammlung zur Errichtung eines Kriegerdenkmals durchführen zu dürfen.“

Die Ansbacher Regierung von Mittelfranken lehnte den Antrag vorerst aus formalen Gründen ab. Der Stadtrat ging, als er dies dem VdK-Verband mitteilte, auf dessen Forderung nach einem Kriegerdenkmal nicht ein. Denn die Stadt hatte Pläne, in der Friedhofskapelle, die und der Friedhof der Kirchenstiftung St. Jakob gehörten, eine Weltkriegs-Gedenkstätte einzurichten. Die Stadt hatte lediglich das Recht der Nutzung des Gemeindefriedhofs. Ob die Stadt zu baulichen Veränderungen berechtigt gewesen wäre, konnte vom damaligen Stadtarchivar Oberstudienrat i. R. Dr. Grießberger nicht festgestellt werden.

BDKK-Vorschlag: Ehrenmal in der Blasiuskapelle

Blasiuskapelle; Foto: Rolf Schreglmann

Blasiuskapelle; Foto: Rolf Schreglmann

Die zum VdK in „Konkurrenz“ stehende Ortsgruppe Rothenburg des „Bundes Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegshinterbliebener“ (BDKK) forderte in einem Schreiben des Vorsitzenden Johann Bauereiß vom 16. September 1952 die Stadt auf, von der Planung abzusehen, die Friedhofskapelle als „Krieger-Gedächtnisstätte“ zu benutzen.
„Sie ist keine ideale Stätte für … ein Gefallenen-Ehrenmal, da sie nicht für kirchliche und weltliche Gedenkfeiern zu Ehren unserer Gefallenen aller Kriege in gleicher Weise geeignet ist. Bei Festhaltung an dem Plan, … gleichzeitig Aussegnungsfeierlichkeiten vorzunehmen, würde der Gedanke der Ehrung unserer für Volk und Vaterland Gefallenen zu einem zweitrangigen werden.“

Damit sprach sich der „reine Kriegsopfer-Fachverband“ BDKK für die kirchliche Verwendung aus, lehnte aber strikt die Doppelverwendung ab. Der Verband brachte die  Blasiuskapelle im Burggarten in die Diskussion ein. Sie sei auch von der Lage her ein idealer Ort zur Schaffung einer reinen Kriegsopfer-Gedenkstätte. Der Zugang wäre frei. In der Friedhofskapelle müssten die Teilnehmer bei Gedenkfeiern dagegen zwischen den Gräbern verteilt stehen. Gleichzeitig beantragte der BDKK bei Errichtung dieser Gedenkstätte das Innere des Hauses mit einfachen Mitteln so auszugestalten, dass sie zu einer Gedenkstätte beider Kriege würde.

„Wir schlagen daher vor, die Gedenktafeln für den Krieg 1914/18 von der Außenseite nach der Innenseite zu verlegen und sie durch Tafeln für die Gefallenen der Kriege 1870/71 und 1939/45 zu ergänzen unter Beibehaltung der Kriegerfigur an der Außenfront an der bisherigern Stelle, damit auch nach außen hin das Symbol der Kapelle dokumentiert wird.“

Arbeitsausschuss des Stadtrats diskutierte verschiedene Vorschläge

Dieses Schreiben übergab Johann Bauereiß am 16. September Oberbürgermeister Dr. Lauterbach im Rathaus, der als Vorsitzender des städtischen Arbeitsausschusses „Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer des letzten Weltkriegs“ einlud. Dem Arbeitskreis gehörten noch an: Stadtrat und Notar Weber (Fraktionsvorsitzender der Freien Wählervereinigung), Stadtrat Fritz Zidan in Vertretung des Stadtrat Friedrich Schmidt (früherer NS-Bürgermeister) als Fraktionsführer der rechten DG, Dekan Kelber von der evangelischen Gemeinde St. Jakob, Helmut Schönborn als Vorsitzender des VdK, Johann Bauereiß als Vorsitzender des BDKK, Johannes Oertel (Bildhauer; NS-Mahnmal im Burggarten, 1945 abgerissen), Stadtbaumeister Rahn und Verwaltungsoberinspektor Krauß. Nicht erschienen waren Kunstmaler Willi Foerster, Stadtrat Emmerling als Fraktionsführer der SPD, Dekan Wolfgang Müller von der katholischen Gemeinde und Bürgermeister Keitel.

Tafeln der Gefallenen des Ersten Weltkriegs

Tafeln der Gefallenen des Ersten Weltkriegs

In der vorangegangenen Sitzung, es war die erste, hatten sich „sämtliche Ausschussmitglieder“ für die Friedhofskapelle als Gefallenen-Gedenkstätte ausgesprochen, zumal „die Friedhofskapelle sowieso renoviert werden“ musste. Stadtoberinspektor Krauß unterbreitete im Ausschuss einen weiteren Vorschlag. Nämlich den Ausbau des bereits vorhandenen Ehrenfriedhofs auf dem Friedhof westlich des städtischen Leichenhauses. Dort waren bereits an der Innenseite der Mauer links und rechts des aufgestellten Marmordenkmals Tafeln mit den Namen der Bombardierungsopfer und der im Lazarett verstorbenen Soldaten angebracht. Diese Toten sind auch in diesem Ehrenhain bestattet. Der Vorschlag war nun, die Mauer zu verlängern und daran noch weitere Tafeln mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs anzubringen, wozu einige Stadträte neigten, weil das die „billigste Lösung“ wäre. Doch der Ausschuss verschob die Entscheidung, weil aus der Mitte des Stadtrats und der Bevölkerung noch mehr Vorschläge zu erwarten waren. Bildhauer Johannes Oertel wollte aus dem „Essigkrug“ vor dem Sauturm einen „Ehrenhain“ machen. Diesen Plan hatte er schon vor Jahren gemacht, war aber damit gescheitert, so auch dieses Mal.

Ausschuss entschied sich schließlich für die Blasiuskapelle

Ehrenmal für die Bombenopfer auf dem Friedhof

Ehrenmal für die Bombenopfer auf dem Friedhof

Zum Schluss der Sitzung befasste sich der städtische Arbeitsausschuss mit dem abgegebenen Brief des BDKK-Vorsitzenden, besichtigte auch die Blasius-Kapelle, stimmte dann den darin vorgebrachten Bedenken gegen die Friedhofskapelle zu, verschloss sich aber nicht dem Blasiuskapellen-Vorschlag. Mit der Entscheidung ließ sich der Ausschuss allerdings noch Zeit. Erst zwei Jahre später, am 25. Januar 1954, berichtete die „Fränkische Landeszeitung“, dass sich der Arbeitsausschuss auf die Blasiuskapelle geeinigt hätte. Der „Fränkische Anzeiger“ titelte am gleichen Tag „Die Blasiuskapelle wird Gefallenen-Ehrenmal“.  Einig zeigten sich einige Stadtratsmitglieder mit dem Landesdenkmalamt darüber, dass allzu viele Namenstafeln nicht sinnvoll wären, während andererseits die Meinung bestand, dass gerade durch die Zahl der 15 notwendigen Tafeln die „Ungeheuerlichkeit des Krieges an sich am sinnfälligsten charakterisiert“ werde.

Bauänderungen in der Blasiuskapelle sollten 25.000 DM kosten

Die Kriege 1870/71, 1914/18 und 1939/45 kosteten rund 700 Rothenburger Menschenleben. Ähnlich wie auf dem Berg Isel in Tirol wurde auch ein entsprechendes Gedenkbuch als sinnvoll erachtet, das neben den Namen auch die Lebensdaten der Opfer der Kriege seit 1871 enthalten sollte, unter Umständen auch mit Fotos. Die Umgestaltung des Innenraumes, bei der die Empore aus dem 17. Jahrhundert entfernt werden, die Eingangstür von der Südseite zur Westseite verlegt werden sollte, kostete nach damaligen Schätzungen rund 25.000 DM . Der Betrag sollte durch Spenden und Zuschüsse aufgebracht werden. „Dann muss auch etwas Ganzes herauskommen“, sagte Stadtrat Michel Emmerling (SPD) und der katholische Dekan Wolfgang Müller schlug vor, den Sakralraum, in dem sich früher der Altar befand, durch ein Kruzifix und Engelsfiguren zu schmücken. Der „Fränkische Anzeiger“ schrieb 1954 in seinem Fazit:

„Wie auch die Gestaltung im Einzelnen sein wird, fest steht, dass Rothenburg in der Blasiuskapelle eine Gedenkstätte für die Toten dieser Kriege erhalten wird, die deren Opfer würdig ist.“

Und die „Fränkische Landeszeitung“ meinte:

„Bis dahin werden dann – hoffentlich – auch die noch schwebenden Fragen der inneren baulichen Ausgestaltung geklärt.“

Bildhauer Johannes Oertel erhielt den Auftrag

Die Namenstafeln der Gefallenen wurden von dem Rothenburger Bildhauer Johannes Oertel geschaffen. Er hatte dafür 10.000 Schriftzeichen einzumeißeln. Mit diesem Auftrag schaffte der sich bis 1945 der Nazi-Kunst verschriebene Bildhauer den Anschluss an das Nachkriegsdeutschland, wie seine Tochter berichtete. Beispielsweise entwarf er 1934 im Auftrag des bayerischen NS-Ministerpräsidenten Ludwig Siebert das „Ehrenmal der nationalsozialistischen Bewegung“, das bis 1945 im Burggarten stand. 1935 fertigte er im Auftrag der Reichsleitung des NSDAP-Hauptamts für Volkswohlfahrt, vier lebensgroße Architekturplastiken für die Ehrenhalle der Ausstellung: „Der Feldsoldat“, „Der SA-Mann“, Der ehrenamtliche Helfer“ und „Mutter und Kind“. Nach dem Krieg schuf er in Friedhöfen vieler Gemeinden Krieger-Ehrenmale.

Mahnmal erinnert seit 1998 an die jüdischen Opfer

Gedenkstein für die getöteten Juden; Foto: Rolf Schreglmann

Gedenkstein für die getöteten Juden; Foto: Rolf Schreglmann

Seit dem Jahr 1998 wird an die Opfer der Juden in der Rothenburger Geschichte durch ein von Peter Nedwal künstlerisch gestaltetes Mahnmal erinnert, das an der äußeren Nordseite der Blasiuskapelle steht, wo vorher ein Denkmalstein für deutsche Kriegsgefangenen stand. Dieses Denkmal erinnert an die Opfer des so genannten Rintfleischpogroms, das siebenhundert Jahre früher, im Juni 1298 etwa fünfhundert jüdischen Bürgern das Leben kostete, als sie dort in der verlassenen Burg von ihren Rothenburger Mitbürgern „verbrannt und getötet wurden“, wie es in hebräischer Sprache auf einem Gedenkstein von 1298 heißt. Der Text des antiken Gedenksteins wurde in gelungener Form in das moderne Denkmal eingearbeitet. Die jüdischen Opfer von 1933 bis1945 und die in den KZ’s ihr Leben ließen werden dabei noch nicht erwähnt. Allgemein gedachte man dieser Opfer als im November 2002 im Rabbi-Meir-Gärtchen ein ebenfalls von Peter Nedwal angefertigter liegender Gedenkstein angebracht wurde, „zum Gedenken an unsere jüdischen Mitbürger, die in der Zeit von 1933 bis 1938 aus Rothenburg vertrieben wurden.“ Am 26. April 2013 wurde einigen, nicht allen, jüdischen Opfern, die im Holocaust ermordet wurden durch das dezentrale Gedenkprojekt der Stolpersteine von Gunter Demnig gedacht.

Siehe dazu weitere themenvertiefende Artikel:
1) Die Blasiuskapelle. Blick zurück in die Geschichte des „Hohen Hauses der Herzöge“: Judentod im Mittelalter und auch später, Gefallenen-Ehrung heute – Eine persönliche Betrachtung
sowie:
2) Mit Pathos, Pomp und Ludwig Siebert wurde dessen „Ehrenmal der nationalsozialistischen Bewegung im Burggarten mit „Heil Hitler!“ und  „Heil Siebert!“ enthüllt.
3) Die Stadt, der Bildhauer, die Partei: Johannes Oertel arbeitete für das NS-Regime…4) Heldenverehrung, Totenkult, Blut und Boden und Mythologie…
und:  http://www.rothenburgtauber-evangelisch.de/tourismus/index.html

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Quellen: „Fränkische Landeszeitung“ vom 19. März 1952 und 25. Januar1954. – „Fränkischer Anzeiger“ vom 25. Januar 1954. – Stadtarchiv Rothenburg ob der Tauber. – Andere Quellen im Text angegeben.
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Die Blasiuskapelle. Blick zurück in die Geschichte des „Hohen Hauses der Herzöge“: Judentod im Mittelalter und auch später, Gefallenen-Ehrung heute – Eine persönliche Betrachtung

Das frühere "Hohe Haus der Herzöge", heute als so genannte Blasiuskapelle ein Gefallenen-Ehrenmal

Das frühere „Hohe Haus der Herzöge“, heute als so genannte Blasiuskapelle ein Gefallenen-Ehrenmal

Von Bernhard Gehringer

Bald vor der mit der Gestalt des Drachentöters geschmückten Säule des Georgs­brunnens verweilend, bald die mit dem steinernen Wappen des Patriziergeschlechts und einer Erinnerungstafel geschmückte Fassade des von Staudtschen Hauses be­trachtend, bald in der Franziskanerkirche Tilman Riemenschneiders tiefsinniges Werk suchend, schritt ich die Herrengasse hinab auf das Burgtor zu, ohne mich je­doch den süßen Träumereien eines wehmütigen Romantikers hinzugeben, die mich mitten im Burggarten in die Herrlichkeit der alten Stauferkönige hätte versetzen können.

Burg durch ein Erdbeben zerstört

Am St. Lukastag des Schreckenjahres 1356, dem Jahr, als Kaiser Karl IV. durch die Goldene Bulle die Kurfürstenrechte garantierte und damit die Wahl seines Sohnes Wenzel zum Nachfolger erreichte, soll ein Erdbeben die staufische Reichsburg und mit ihr an die 80 Burgen im Frankenland zerstört haben. Nur ein Gebäude blieb erhalten: die an den königlichen Pallas sich anschließende Kapelle. Die freie Reichsstadt musste sich verpflichten, sie wieder aufzubauen. Am 11. September 1400 wurde sie für die Heiligen Blasius, Sebastian und Fabian geweiht.

Vor allem im Spätherbst und Winter ein unnahbar wirkendes Haus

Völkische Barden unterstellen den darin vermauerten romanischen Rundbögen, sie würden von alten Geschichten reden, von Friedrich, dem Sohn Konrads III., der beim „Sturm auf Rom (1167) als Erster sein Banner auf dem Hochaltar der Peterskir­che“ aufpflanzte (Harro Schaeff-Scheefen, „Geliebte in Franken“, 1942). Dabei dürfte es sich jedoch um Gräuelpropaganda der gegnerischen, päpstlich gesinnten Seite handeln, wie ein Autor der „Linde“ (Beilage des Fränkischen Anzeigers) am 15. März 1915 feststellt und zu bedenken gibt, dass sich „die Verteidiger dadurch, dass sie sich dort verschanzten, zur Zerstörung geradezu herausforderten …, wie wir das ja heute ähnlich bei der Reimser Kathedrale erleben mussten“.

Fresken im Inneren der Blasiuskapelle

Fresken im Inneren der Blasiuskapelle

Dieses aus Buckelquadern errichtete hohe Haus wirkt, außer im Spätherbst und Winter, seltsam fremd und unnahbar zwischen grünen Rasenflächen, blühenden Blumenbeeten und Lindenbäumen. Im November freilich, an den Totensonntagen und Volkstrauerveranstaltungen, hinter entlaubten Zweigen nass und frierend auf­tauchend, hat es einen ihm eigenen scharfrichterlichen Charme. Da ich die Pforte bei meinem ersten Besuch verschlossen vorgefunden hatte, machte ich einen Rundgang um dieses Gebäude und fotografierte es von drei Seiten. An der zum Burggarten, nach Norden zu gelegenen Mauer fand ich ein hier seit 1998 ste­hendes Denkmal, das an das so genannte „Rintfleisch-Pogrom“ vom Juli 1298 erinnert. Aus stilisierten Flammen tauchen zwölf Köpfe empor, teils mit spitzen Hüten, teils mit Kappen und Mützen bekleidet und langen Bärten, wobei vier die Münder geöffnet haben zum Schrei. Auf einer Tafel darunter steht die deutsche Übersetzung einer Inschrift, die sich, wie ich später ermittelte, auf einem 1913 bei Einebnungsarbeiten auf dem Judenkirchhof gefundenen Gedenkstein befand, der, fotografiert, dann im Schrannenhof zwischengelagert wurde, bis er für Jahrzehnte spurlos verschwand, um sich, halb zerstört, auf einem Schuttplatz wiederentdecken zu lassen. 1935 verwendeten ihn die Nationalsozialisten als Sockel für den Reichsadler auf der Balustrade des Rathauses. Dort wurde er Anfang 1980 wiederentdeckt und wird heute im Reichsstadtmuseum als Torso der Nachwelt präsentiert. Ein Lehrer aus Rothen­burg namens Hofmann und der Rabbiner Dr. Kohn aus Ansbach haben die Über­setzung damals vorgenommen. Sie lautet:

„Mit bitterer Seele eine bittere Klage. Weil wir vergessen könnten die Leiden der früheren, habe ich, um ihrer zu gedenken, in steinerne Ta­feln eingegraben die Märtyrer Rothenburgs, die gemordet und ver­brannt wurden für die Heiligung des göttlichen Namens im Jahre 58 am 19.Tamus und in der Feste außer der Stadt haben sie die Vernichtung vollzogen, Feuer angelegt und getötet die Söhne der Stadt. Da schwand von uns Alt und Jung. Am 12. des 5. Monats im sechsten Tausend hörte auf meine Wonne und am 3.Tage möge er uns in Freiheit entsenden, dann wird kommen mein Erlöser und mein Heiliger. Amen.“

(Die Linde, 15. Juni 1914, 6. Jahrgang, Nr. 6)

Teil des Gedenksteins für die getöteten Juden an der Nordseite der Kapelle; Foto: Rolf Schreglmann ermordeten

Teil des Gedenksteins für die getöteten Juden an der Nordseite der Kapelle; Foto: Rolf Schreglmann

Juden ins Feuer geworfen und verbrannt

In Chroniken dieser Zeit ist zu lesen, dass aufgrund eines Gerüchts, die Juden hätten den Leib des Herrn in einem Mörser zerstoßen, woraus Blut in Mengen geflossen sein soll, sich in vielen Städten Frankens die Wut des Volkes, unter der Rädelsführer­schaft des Ritters Rintfleisch aus Röttingen, gegen die Hostienschänder entladen habe. Die sich in die Burgen zu Nürnberg, Neumarkt und Rothenburg Flüchtenden hätten in der Furcht, dass ihre Kinder und Weiber, um dem Feuer zu entgehen, die Taufe verlangen möchten, diese mit eigenen Händen zuerst in die Flammen gewor­fen und seien ihnen selbst ins Feuer nachgesprungen. 1397 wurde den Juden eine Brunnenvergiftung angelastet, woraus sich der Schäfertanz in Rothenburg herleitet, da ein Schäfer die angeblichen verbrecherischen Anschläge entdeckt haben will). Die Juden wurden 1520 wieder vertrieben. Erst 1870 wohnten wieder Juden in Rothenburg und bildeten eine Gemeinde mit einer Synagoge in der Herrngasse. Die Gemeinde bestand bis 1938. Vor einer Mahntafel an der Nordseite der Blasiuskapelle wurde alljährlich die Hit­lerjugend vereidigt. Auf ihr stand, dass die Völker, die vom Juden leben, unterge­hen. Seit dem 22. Oktober 1938, als man die letzten zwanzig Juden, die noch innerhalb der Stadtmauern lebten, vertrieb, war die Stadt „judenrein“, wie es im „Fränkischen Anzeiger“ am Vortag des Besuchs des Frankenführers Streicher im Kaisersaal am 21. September 1939 hieß.

Zusammengewürfelte Namensfetzen in Stein gehauen

Auf Namenssuche

Auf Namenssuche

Fröstelnd betrat ich das Innere des hohen Hauses. An der gegenüberliegenden Wand, unter Resten spätgotischer Fresken zur Legende der drei Heiligen, stand ein breitschultriger Mann auf einem Sockel, die Hände um die Schneide eines kreuzförmigen Schwertes gelegt, die Augen geschlossen, in erstarrter aufrechter Haltung, ganz offensichtlich ins Gebet versunken. An der linken Längswand waren Steintafeln aufgestellt, die nach Kriegsjahren und in alphabetischer Reihenfolge geordnet die Namen der Gefallenen beider Weltkriege auflisteten. Ich suchte den Namen des Vetters meines Vaters. Der verschnörkelte Anfangsbuch­stabe des Nachnamens sah aus wie eine Brezel und erinnerte mich an den romani­schen Rundbogen, den sie in die Außenfront eingemauert hatten. Die großen und kleinen Lettern waren in der Höhe kaum zu unterscheiden. Am hervorstechendsten war die Wirkung, die die Füßchen der Buchstaben auf mich machten, – wie nach rechts marschierende Zinnsoldaten, außer dem harmlosen „O“ und dem wie eine irische Harfe dreinschauenden „d“. Seltsam berührte mich, dass der Bildhauer den Namen „Le­onhard“ an den rechten Rand der Tafel platziert hatte und „Moll“ direkt darunter, so dass man meinen konnte, der Vorname klebe unverbunden im Nirgendwo, denn vor dem Nachnamen stand ja ein anderer, nichtzugehöriger Familienname.

Das also ist, was übrig bleibt: in Stein gemeißelte, zusammengewürfelte Na­mensfetzen, ohne genaue Geburts- und Sterbedaten, ohne Angabe des Orts ihres Hinscheidens, ohne Fotografie. Jedes Dorfkirchlein bietet mehr, wenn es um seine Kriegstoten geht. Beim Verlassen dieses Beinhauses überschlug ich im Kopf, wie viele Stunden Meister Johannes Oertel wohl für die mehr als vierhundert Namen gebraucht hat und fragte mich, ob er nach Buchstaben entlohnt worden ist.

Siehe auch:
1) Wie in den 1950er-Jahren der Ort für ein Gefallenen-Ehrenmal gesucht und schließlich in der Blasiuskapelle gefunden wurde
2) Die jüdische Gemeinde Rothenburg seit 1870: Toleriert und geachtet, aber auch starken antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt
3) Freudentag nach der Vertreibung von 1938: „Nie wieder wird ein Jude nach Rothenburg zurückkehren“…
Sowie andere themenvertiefende Artikel in der Inhaltsrubrik „Jüdisches Leben und Leiden“

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Mit freundlicher Genehmigung entnommen und gekürzt: Bernhard Gehringer „Die verschnürten Briefe. Geschichte einer Jugendliebe (1939-1947)“, Selbstverlag, Nürnberg 2015
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Chronologie I: 1920 bis 1932 – Der nationalsozialistische Weg war vorgezeichnet

Heinrich Himmler 1929 in Rothenburg am Rathaus

SS-Führer Heinrich Himmler (Mitte) 1929 am Rothenburger Rathaus

Vor der Machtübernahme

24. Februar 1920: Erste Großveranstaltung der in NSDAP umbenannte Deutsche Arbeiterpartei (DAP) mit 2.000 Besuchern in München. Hitler verkündet das 25-Pukte-Programm der Partei.

31. März 1920: Adolf Hitler wird aus der Reichswehr entlassen.

4. August 1920: Jüdische Häuser in Rothenburg werden mit Teerfarbe beschmiert.

17. Dezember 1920: Hitler kauft mit Hilfe aus privaten Reichswehrkreisen (von Epp) den „Völkischen Beobachter“.

Novemberputsch in München 1923 mit Himmler an einer Straßensperre

Novemberputsch in München 1923 mit Himmler (Fahne) an einer Straßensperre

7. April 1921: Erste Mitgliederversamlung der NSDAP in Rothenburg. Doe Ortsgruppe löste sich nach wenigen Monaten wieder auf. Grund: Mangelnde Mitgliederschaft. Am 2. September 1923 kam es zur Neugründung.

11. Juli 1921: Hitler tritt aus der NSDAP aus, weil die Partei ihren Schwerpunkt auf interne Programmdiskussion verlagern will und nicht auf die Hitler verlangte Massenagitation. Dauafhin wählt am 29. Juli eine außerordentliche Mitgliederversammlung Hitler zum Vorsitzenden der Partei. Weiterlesen

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Chronologie II: 1933 bis 1935 – Legal und mit Rechtsbrüchen wird Deutschland Diktatur

aa-chronik-Machtergreifung 30.1.33 paul_von_hindenburg1933 – Adolf Hitler wird Reichskanzler

7. Januar: Weihnachtsfeier der NSDAP im mit Hakenkreuzfahnen geschmückten Nebensaal des Vereinshauses. Um den Weihnachtsfrieden des Jahres 1932 nicht durch diese „deutsche“ Weihnachtsfeier zu stören, musste die Ortsgruppe ihre Feier laut Notverordnung auf den 7. Januar verschieben. Es sprechen Wilhelm Stegmann aus Schillingsfürst und Pfarrer Mebs aus Leuzenbronn. Statt Weihnachtslieder Heil-Rufe. Am aufgeführten Lustspiel wirken die Parteimitglieder Brenner, Schreglmann Hofmann und Frl. Edelhäuser mit.

20. Januar: Der Schillingsfürster SA-Führer Wilhelm Stegmann, der etliche NSDAP-Ortsvereine in Mittelfranken gegründet hat, darunter Rothenburg, wird aus der NSDAP ausgeschlossen, weil er vom offiziellen Kurs der Partei abkam. Nach dem 30. Januar wurde er verhaftet. Weiterlesen

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Chronologie III: 1936 bis 1938 – Judenhetze in der Stadt auf dem Höhepunkt

"Herzog Friedrich v. Rothenburg" 1935; Foto: Sammlung Babel

Reichsarbeitsdienst (RAD) „Herzog Friedrich v. Rothenburg“ 1935; Foto: Sammlung Babel

1936 – Neuer Bürgermeister Dr. Schmidt

In diesem Jahr beginnt die verstärkte Ausschaltung der Juden aus der Reichskulturkammer.

10. Januar: Dr. Martin Schütz (Lehrer, Archivar, Nationalsozialist und Antisemit) verlässt Rothenburg.

16. Januar: Eröffnung der Wasse-Galerie wird als ein wichtiger Abschnitt in der Kulturgeschichte Rothenburgs gesehen.

18. Januar: Reichsmodellbauschule I, ein Haus der Jugend wird im alten Zehlersgut (Hindenburgheim) untergebracht.

20. Januar:  Realschule und Progymnasium hissen offiziell die Hitlerjugend-Fahne.

1./2. Februar: Große Verkaufsaktion aller Rothenburger NS-Organisationen für das Winterhilfswerk (WHW). Weiterlesen

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Chronologie IV: 1939 bis 1945 – Im Blutrausch der Vernichtung bis zur Niederlage

Landesschützen marschierem durch die Herrngasse in Rothenburg ob der Tauber

Landesschützen marschierem durch die Herrngasse in Rothenburg ob der Tauber

1939 – Juden müssen Wertsachen abgeben

17. Januar: Den Juden wird der Mieterschutz entzogen. Sie dürfen Schlaf- und Speisewagen der Reichsbahn nicht mehr benutzen.

30. Januar: Hitler „prophezeit“ die „Vernichtung der jüdischen Rasse in Europa“ während eines künftigen Weltkrieges. – Der Rothenburger SA-Oberführer Konrad Rahner (jetzt Bayreuth) wird zum Brigadeführer befördert.

11. Februar: Führerwechsel im Bann Rothenburg (308). Der bisherige Führer des Banns Rothenburg, Stammführer Ernst Beyer aus Neustadt a. Aisch, legt die Führung nieder. Sein Nachfolger ist der bisherige Führer des Bannes Ansbach (319), Bannführer Michl Eierstock.

18. Februar: Sitzung der Stadtrats: Die Schranne am Judenkirchhof soll zum „Haus der Hitlerjugend“ umgebaut werden. Weiterlesen

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