„Der Dichter Schmidt-Hausen stand vorne im Raum. Und neben ihm stand ein Lorbeerbaum. Er sagte Worte wie Morgenrot, Trompeten, Gleichschritt und Heldentod. Es war wirklich ein ganz nettes Gedicht – Aber ach, gefallene Dichter schreiben nicht.“
Von Wolf Stegemann
Nie gab es im „Fränkischen Anzeiger“ in Rothenburg so viele Todesanzeigen wie seit Kriegsbeginn 1939. Ihre Texte waren höchst unterschiedlich, je nach religiösem oder politischem Standort der Angehörigen. Erst im Jahr 1944, als bereits feststand, dass der Krieg verloren war, ergriff die nationalsozialistische Propaganda auch den bis dahin verschonten Bereich der Todesanzeigen: Sie durften von da an nur noch genormt, im Geiste des Nationalsozialismus und des propagierten Endsiegs, veröffentlicht werden. Zu der Zeit war die Herausgabe der Rothenburger Lokalzeitung kriegsbedingt schon eingestellt. Zuvor war in den Anzeigen neben dem Heldentod auch noch von Gott, der den Toten „in seine Barmherzigkeit“ geholt hat, und ähnliche Formulierungen zu lesen. Weiterlesen







