Mordkomplott: Alliierter Flieger mit dem Spaten erschlagen. Der Rothenburger Nazi und Feldwebel Johann Georg Sturm war dabei – US-Militärgericht 1947: „Death by hanging“

US-Militärgericht in Dachau 1947

US-Militärgericht in Dachau 1947

Von Wolf Stegemann

  • Eine Vorbemerkung des Verfassers: Als Jugendlicher hörte ich Ende der 1950er-Jahre des Öfteren von meiner Mutter, dass ein Mann namens Sturm nach dem Krieg von den Amerikaner gehängt worden war, weil er einen amerikanischen Piloten erschlagen hatte, der vorher im Tiefflug arbeitende Bauern auf dem Feld mit dem Bordmaschinengewehr angegriffen hatte und dann abstürzte. Meine Mutter hatte diese Information von der Familie Sturm, die in einer Seitenstraße der Galgengasse eine Gastwirtschaft betrieb, für die meine Mutter die Buchführung fürs Finanzamt machte. Diese für einen Jungen höchst aufregende Geschichte mit den wenigen Informationen – wie hier dargestellt – kam mir wieder ins Gedächtnis, als ich mich über 50 Jahre später für diese Online-Dokumentation mit dem Kriegsgeschehen in Rothenburg befasste. Nun wollte ich recherchieren, ob an der gehörten Geschichte irgendwas dran ist. Alfred Vadder (Marl) hatte aufgrund seiner jahrzehntelangen Recherchen über Flugzeugabstürze zu fast allen Kriegsarchiven der Welt Zugang, auch in schwierigen Fällen. Er wurde fündig und legte mir das 14-seitige Gerichtsprotokoll der Verurteilung Sturms und anderer durch das Deputy Judge Advocate’s Office, 778 War Crimes Group, European Command, APO 407 vom 7. Januar 1948 (Verfahren 12-2404) vor. Dr. Helmut Frenzel (Dorsten) übersetzte das Protokoll vom Gerichtsenglischen ins Deutsche. Weiterlesen
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400 Postämter beförderten über 40 Milliarden Feldpostbriefe – Werner Philipp schrieb an seine Tante in Detwang: „30 Russen habe ich zumindest schon erschossen.“

Von Wolf Stegemann

Man schätzt, dass während des Krieges von 1939 bis 1945 insgesamt etwa 40 Milliarden Feldpostbriefe zwischen der Front und der Heimat und umgekehrt befördert wurden. Etwa 12.000 Mann standen im Dienst der Feldpost, die ein Gebiet vom Nordkap bis Nordafrika und vom Atlantik bis zum Kaukasus versorgte. 400 Feldpostämter wurden bei den Kommandobehörden und Stäben bis auf die Ebene der Divisionen eingerichtet. Jedes war durchschnittlich mit 18 Mitarbeitern besetzt. In wichtigen Kriegsjahren – wie etwa 1942 – schätzte man den täglichen Eingang der Sendungen auf 25 Millionen. Davon kam knapp ein Viertel von der Front, drei Viertel aus der Heimat. Durchschnittlich waren die Briefe zwischen 12 und 30 Tagen unterwegs.

Vorderseite des Feldpostbriefs

Vorderseite des Feldpostbriefs

Brief aus Russlands Weiten nach Detwang

Einen dieser Briefe in diesem Jahr 1942 schickte der Soldat Werner Philipp mit der Feldpostnummer 20622 an seine Tante Rosa Korder nach Rothenburg ob der Tauber, Detwang 6.  Geschrieben ist der Brief am 19. August 1942 in Russland, abgestempelt am 24. August. Wie lange der Brief nach Detwang unterwegs war, ist nicht bekannt.

Für einen Großteil der Deutschen waren Feldpostbriefe eines der wichtigsten Kommunikationsmittel, das während der kriegsbedingten Trennung Ersatz für den nicht erlebbaren Familienalltag diente. Der Brief schuf die Möglichkeit, über räumliche Distanzen hinweg zwischen Heimat und Front Gemeinsamkeiten aufrecht zu erhalten. Der Blick auf Feldpostbriefe kann deshalb Zugang zum Kriegsalltag schaffen und zu deutschen Sichtweisen auf den Krieg, wie beispielsweise der hier erstmals publizierte Brief aus den Weiten Russlands in das enge Taubertal bei Detwang.

Feldpostbriefe – ein Instrument, den Kriegswillen aufrecht zu halten

Insgesamt zeichnen Feldpostbriefe ein vielschichtiges Bild vom Krieg. Dieses bleibt aber trotz seines Facettenreichtums einseitig, denn Feldpostbriefe spiegeln vorrangig den Erlebnishorizont der gleichgeschalteten deutschen Mehrheitsbevölkerung wider. Die Feldpost ist erst seit den 1980er-Jahren verstärkt ins Blickfeld der wissenschaftlichen Forschung getreten. Historiker, Ethnologen, Psychologen, Linguisten und Medienwissenschaftler lesen Feldpostbriefe als Quelle, aus der sich Erlebnis- und Blickweisen rekonstruieren lassen. Mentalitäten, Alltagserfahrungen und individuelle Strategien zur Bewältigung des Kriegserlebens werden in ihnen sichtbar. Für die Betrachtung von Feldpostbriefen aus dem Zweiten Weltkrieg stellt sich dabei – ungleich stärker als für entsprechende Dokumente des Ersten Weltkriegs – die Frage nach ideologischen und politischen Einflüssen des Nationalsozialismus. Der Brief als privates Dokument spiegelt zwar religiöse, regionale oder soziale Zugehörigkeiten, er gibt aber auch über ideologische Prägungen Aufschluss. Das Regime betrachtete die Feldpost als ein Instrument, den Kriegswillen aufrecht zu erhalten. Feldpost galt als eine das Kriegssystem stärkende „Brücke zwischen Front und Heimat“ und wurde von der Militärführung und dem Propagandaapparat aufmerksam beobachtet, streng kontrolliert und bewusst inhaltlich beeinflusst. In den ersten zwei Kriegsjahren war die Rede über das Kriegsgeschehen weitgehend unproblematisch, da die Wehrmacht militärisch erfolgreich agierte.

Feldpostbrief-Umschlag-Roth.Im Osten Brutalisierung des Krieges und der Menschen

Seit dem Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 änderte sich das. Die deutschen Truppen stießen auf größere Widerstände und mussten im Dezember 1941 vor Moskau die erste große Niederlage hinnehmen. Gleichzeitig verstärkte sich der Charakter des Krieges als rassenideologischer Vernichtungskrieg. Eigene Verluste, Todesgefahr oder Angst gehörten zu den alltäglichen Erlebnissen von Soldaten, waren aber ideologisch unerwünschte Themen, die von der Zensur herausgefiltert wurden. Dennoch finden sich derartige Schilderungen in Feldpostbriefen, die mitunter sogar das Leiden der Gegner erwähnen. Im Extremfall reicht das bis zur Beschreibung von Vernichtungsaktionen an jüdischen Zivilisten und politischen Feinden. Warum diese Themen Eingang in Soldatenbriefe fanden, ist erklärungsbedürftig. Es offenbart die Bedeutung von Feldpost als Medium der Selbstreflexion, denn angesichts der Kriegsschrecken, die jenseits des zivilen Erlebnisbereichs lagen, war es kaum noch möglich, die Familie brieflich am soldatischen Alltag teilnehmen zu lassen. Die Schilderung von Kriegsgräueln hatte deshalb eher selbstreflexive Bedeutung. Indem der Soldat das Erlebte erzählerisch ordnete, bewältigte er es und suchte nach einem Sinn. Voraussetzung dafür war, dass der Schreiber über entsprechende Deutungsmuster verfügte oder ausreichend sprachlich gewandt war, seine Gefühle in Worte zu fassen. Viele Soldaten scheiterten bereits daran. Der uns vorliegende und hier publizierte Feldpostbrief aus Russland ist ein solches Dokument. Schrift und Inhalt des Briefes sprechen für sich:

Russland, den 19. August 1942

Liebe Tante!

Da ich nun wieder im Besitze von Schreibpapier bin, will ich Dir nun gleich ein paar Zeilen schreiben. Zuerst sage ich noch meinen besten Dank für die beiden Paketchen. Hat mich sehr gefreut u. es ist auch mir noch die einzige Freude, die man in diesem verfluchten Land hat. Wieviele Soldaten habe hier schon ihr Leben lassen müssen. 30 Russen habe ich zumindest schon erschossen. Ich habe kein Erbarmen mehr für diese Bestien, die unsere Kameraden oft auf bestialische Weise hinmorden. Einem Feldwebel von uns haben sie die beiden Sterne die er auf den Achselklappen hatte, in die Augen gedrückt, den Bauch aufgeschnitten u. an einen Baum gehängt. Mit diesen Bestien muss aufgeräumt werden.

Mir geht es soweid [sic!] ganz gut was ich von Dir hoffe. Wie mir Mutter mitgeteilt hat, ist Robert in einem Lazarett u. bekommt keine Post von Euch. Ich habe Ihm auch schon 4 mal geschrieben, aber noch keine Antwort bekommen. Er wird halt seinem Truppenteil seine neue Adresse nicht mitgeteilt haben u. so können Sie Ihm die Post nicht nachsenden, denn die Post kommt alle zuerst an sein Truppenteil. Wie geht es Ihm denn. Hoffentlich gut. Was macht denn Horst Günther u. die Kleinen? Er wird doch nun auch bald in die Schule kommen. – Nun will ich schliessen, denn für heute weiss ich nichts mehr.

Es grüsst Dich Werner!

Auch Grüsse an Horst Günther. Hoffentlich ist er ein recht braver Bub, dann bring ich ihm mal einen Russenstahlhelm mit.

Deutsche Kavalerie und ein brennendes Dorf

Deutsche Kavalerie und ein brennendes Dorf

Morden war für deutsche Soldaten in Russland eine normale Handlung

Warum sah der Briefschreiber in den Russen Bestien? Sicherlich nicht nur wegen der Beschreibung der Todesart des Feldwebels. So etwas machten deutsche Soldaten auch. Mehr noch. In einem Brief schreibt ein Soldat an seine Frau, dass sie in Russland ihr Feuerzeuge genauso oft benutzen wie ihren Karabiner. „Wir berennen alles ab, was noch steht. Und wenn die Frauen mit Gezeter auf uns zugehen, knallen wir sie mit ihrer Brut ab!“ – Während des Ersten Weltkriegs, der ja nur im Westen, aber nicht im Osten verloren wurde, bildete sich bei den deutschen Soldaten ein deutliches Gefühl der eigenen Höherwertigkeit gegenüber den slawischen Menschen heraus. Somit ging das nationalistische Denken der Deutschen keineswegs in der Liebe zum Vaterland auf, sondern schloss die feindselige Ausgrenzung der Anderen, Fremden, gleichzeitig mit ein. Aus der Optik deutscher Ordnungs- und Sauberkeitsfanatiker lebten die Russen in Dreck und Armut, mit Ungeziefern und ohne Kultur. Das alles steckte längst schon in den Köpfen vieler deutscher Nationalisten, als Hitler verkündete, er wolle „Ordnung schaffen“ und der deutschen Nation den ihr gebührenden Platz in der Welt zurückgeben. So glaubten die Soldaten besonders in Russland, ihren eigenen Handlungen einen Sinn zu geben und lebten damit in der Vorstellung, dass die deutsche „Volksgemeinschaft“ ein attraktives Ordnungsmodell darstellte. Die überlegenen deutschen Herrenmenschen, so glaubten sie, müssten dieses Erfolgsmodell ständig durch die Ermordung ihrer Feinde neu bestätigen. Das heißt: „Der rassistische Blick auf die Menschen der Sowjetunion prägte nicht nur die politischen Entscheidungen der braunen Machthaber, sondern auch die private Korrespondenz deutscher Soldaten.“ Motivierte bereits der überkommene Nationalismus zur Anwendung rassistisch motivierter Vernichtungsgewalt, so war es die Rolle der nationalsozialistischen Führung, sie offiziell zu legitimieren und zu radikalisieren.

In der Praxis wirkte sich der rassistisch unterlegte deutsche Nationalismus eindeutig so aus, dass er die Spielräume der Soldaten für humanes Handeln einengte. Die Gewissenskonflikte, die auftraten, konnten mit Hilfe der nationalistischen Orientierung „Für Führer, Volk und Vaterland“ leichter beruhigt werden; das Morden war selbstverständlich, eine normale Handlung.

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Anmerkung: Er hat den Helm mitgebracht. Seine Feldpostnummer lässt auf das Inf.-Reg. 521, 5 bis 8. Komp. schließen. Den Feldpostbrief stellte uns freundlicherweise Günter Oberdörfer (Rothenburg) zur Verfügung.  – Quellen: Wolf Stegemann: „Feldpostbriefe sind Zeugnisse unmittelbaren Erlebens“ in „Holsterhausen unterm Hakenkreuz“, Dokumentation und Lesebuch zur lokalen Geschichte, Bd. 2, Ökum. Geschichtskreis 2009. – Dr. Susanne Kiwitz, Museumsstiftung POst und Telekommunikation. – Richard Lakowski / Hans-Joachim Büll: „Lebenszeichen 1945. Feldpost aus den letzten Kriegstagen“, MilitzkeLeipzig 2002. –  Ortwin Buchbender / Reinhold Sterz: „Das andere Gesicht des Krieges. Deutsche Feldpostbriefe 1939-1945“, C. H. Beck München 1982.
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Dienstverpflichtet: Auch Rothenburger mussten in der Lufthauptmunitionsanstalt 1/XIII in Oberdachstetten Flak-Granaten herstellen – Täglich verließ ein kompletter Güterzug die Muna

Reste der alten Gleisanlage der Muna Oberdachstetten; Foto: Muna-Museum Marktbergel

Reste der alten Gleisanlage der Muna Oberdachstetten; Fotos (3): Muna-Museum Marktbergel

Mit der berüchtigten „Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung“ (Kräftebedarfsverordnung) vom 23. Juni 1938 schuf sich der NS-Staat die Möglichkeit, Arbeiter und Angestellte unter zunächst befristeter Lösung ihrer Arbeitsverhältnisse zur Mitarbeit an Aufgaben von „besonderer staatspolitischer Bedeutung“ heranzuziehen. Damit war anfangs der Ausbau des „Westwalls“, der „Hermann-Göring-Werke und des Volkswagenwerks gemeint. Dafür wurden etwa 400.000 Männer rekrutiert. Anfang 1939 wurde im Hinblick auf den geplanten Krieg die zeitliche Begrenzung aufgehoben. In den Jahren 1938 bis 1940 wurden insgesamt 1,75 Mio. Menschen dienstverpflichtet, allein in den ersten beiden Kriegswochen erhielten 500.000 den sogenannten „wirtschaftlichen Gestellungsbefehl“. Dies kam in der Bevölkerung nicht gut an. Der Staat wehrte sich gegen den Unmut seiner Bevölkerung mit Anklagen vor den Sondergerichten. Auch etliche Rothenburger waren davon betroffen (siehe Artikelreihe „Sondergericht“ in dieser Dokumentation). Der Sicherheitsdienst der SS meldete unter „streng geheim“: Weiterlesen

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SS-Sturmbannführer Hermann Buchner – Rothenburgs erster und einziger Ritterkreuzträger. Als Unsterblicher marschiert der tote Held bis zum Endsieg mit

Buchner-obenVon Wolf Stegemann

Die Rothenburger waren „ganz aus dem Häuschen“, wie man einen Zustand der freudigen Ekstase umgangssprachlich bezeichnet. Ein solches Verhalten ist jedenfalls der Zeitung vom 1. August 1944 zu entnehmen. Ob sie tatsächlich so freudig erregt waren, mag dahingestellt sein. Vermutlich steckte wieder die aufgeblähte Propagandamaschinerie der Nazis hinter der Berichterstattung, die zu diesem Zeitpunkt, als die Fronten näher an die deutschen Grenzen rückten, verstärkt von Siegen an allen Fronten berichtete. In dieses Bild passte ein Ritterkreuzträger aus den eigenen Mauern bestens hinein; zumal der 27-jährige Hermann Buchner der erste so Ausgezeichnete aus Rothenburg ob der Tauber war – und der einzige bleiben sollte. Andere Orden hatte Buchner bereits: die Eisernen Kreuze I und II, das Deutsche Kreuz in Gold und die Goldene Nahkampfspange, weil er 62 Nahkampftage überlebte, „als sein junges Leben mit dem Tode Zwiesprache gehalten hatte“, wie NSDAP-Kreisleiter Erich Höllfritsch es formulierte. Lang lebte der SS-Sturmbannführer Buchner mit seinem Ritterkreuz am Hals nicht. In seinem Gefechtsstand an der Ostfront zerfetzte ihm vier Monate später, am 11. November, eine Granate Hals und Schulter. Und wieder sangen die Rothenburger in einer Feier das Heldenlied, in der sie von Sieg und Schicksal sprachen, von „Mannestreue zum selbstgewählten Führer Adolf Hitler“ und von der Ewigkeit des Ruhmes und Stolzes. „Diese Gedenkstunde“, so sprach der NSDAP-Kreisleiter Höllfritsch, „wird für alle Zeiten in die Geschichte unserer Stadt eingehen“. Weiterlesen

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Blick nach Bad Windsheim: Die Hildebrandts waren eine nationalsozialistische Familie – Richard H. wurde 1948 in Nürnberg verurteilt und 1951 in Polen gehängt

Himmler besucht das von Richard Hildebrandt (...v. l.) das KZ Stutthof bei Danzig; Foto: Sammlung Stegemann

SS-Reichsführer Himmler (1. Reihe v. re.) besucht das von Richard Hildebrandt (1. Reihe 1. v. li.) das KZ Stutthof bei Danzig; Fotos: Sammlung Stegemann

Von Wolf Stegemann

Albert Hildebrandt (geboren 1866 in St. Georgen-Bayreuth) brachte es zum Fabrikdirektor, war von 1930 bis 1933 Bürgermeister in Windsheim, sein Sohn Richard NSDAP-Ortsgruppenleiter nach 1933. Auch wenn schon lange keine Hildebrandts mehr in Windsheim wohnen, das „Hildebrandt-Haus“ in der Ortsmitte, mittlerweile umgebaut, kennen noch viele, wie der Stadtarchivar mitteilte, denn die Hildebrandts waren in der NS-Zeit prominent. Albrecht Hildebrandt (gest. 1939 in Windsheim) hatte sechs Söhne, von denen nachweislich drei hohe und höhere SS-Führer in Kriegsverbrechen verwickelt waren, doch nur einer von ihnen, Richard, mit dem Tode bestraft wurde. Weiterlesen

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Fremdarbeiter waren die Sklaven eines barbarischen Systems. Über das Millionenheer der Zwangsarbeiter

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Fremdarbeiterinnen aus der Ukraine im Mai 1942 vor der Abfahrt nach Deutschland; Foto: Bundesarchiv

Von Wolf Stegemann

Mit dem Beginn des Krieges kam es zu Schwierigkeiten vor allem in der Wirtschaft und Industrie. Die Umstellung auf die Kriegswirtschaft und die Einberufung wehr­fähiger Männer zur Wehrmacht verschärften den bereits schon vor dem Krieg spürbaren Mangel an Arbeitskräften. Um die fehlenden männlichen Arbeiter er­setzen zu können, wurde zunehmend (die nach 1933 zunächst verpönte) Frauenarbeit propagiert, was rasch auf den Widerstand der Frauen stieß, die weitaus weniger ver­dienten als die Männer. Deshalb griff der Staat zunehmend zu dem Mittel der „Dienst­verpflichtung“. Weiterlesen

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Zwangsarbeiter in Franken: Harte Strafen für leichte Vergehen – Volkssturmmänner ermorden in der Bronnenmühle zwei Polen. 220 Einträge im Strafbuch des Rothenburger Amtsgerichts

Ausriss aus einem Merkblatt für Zwangsarbeiter

Ausriss aus einem Merkblatt für Deutsche

W. St. – Gegen Ende des Jahres 1944 waren im Landkreis Rothenburg ob der Tauber, dem damals auch die Stadt angehörte, insgesamt 1.647 ausländische Zivilarbeiter statistisch erfasst. Darüber geben erhalten gebliebene Statistiken Auskunft. Die Zahlen mussten von den Stadt- und Landkreisbehörden sowie den Dorfbürgermeister auf Anforderung der Abwehrstelle im Wehrkreis XIII ab Dezember 1940 an die Regierungspräsidenten geschickt werden, welche die Angaben an die Abwehrstelle und diese an die Gestapo weiterleiteten. In der Aufforderung der Abwehrstelle im Wehrkreis XIII heißt es:

„Zahl und Nationalitäten der im dortigen Regierungsbezirk eingesetzten Ausländer, ausgeschieden nach Landkreisen, und künftige Veränderungen dieser Angaben sowie die Namen der Arbeitgeber mit 10 und mehr ausländischen Gefolgschaftsmitgliedern und unerlaubte Abwanderung der Abwehrstelle im Wehrkreis XIII mitzuteilen.“ Weiterlesen

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