Von Wolf Stegemann
Als 1950 das ehemalige Gebäude des Reichsarbeitsdienstes am Topplerweg als Topplerschule eröffnet wurde, kam der Verfasser dorthin zur Einschulung. Jahre später, als die Schüler hinter dem Schulhof einen Schulgarten mit Rettichen und Radieschen anlegten, buddelte ein Schüler einen Knochen aus. Der war so groß, dass der Kleine ihn mit beiden Händen halten musste. Große Aufregung, denn der Lehrer wusste, dass hier früher der Arbeitsdienst und im Krieg Gefangene und Zwangsarbeiter untergebracht waren. Auch konnte ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden. Also wurde die Polizei informiert, die den Kriminalkommissar Petereins zum Fundort schickte, der wiederum den Totengräber Hirsch vom Friedhof herbeirief, der den Knochen untersuchte und mit Bestimmtheit sagte, das dieser von einem Menschen stamme. Da kam dann auch der Fotograf von der Zeitung und machte ein Bild, das anderntags in der Zeitung zu sehen war: Drei kleine Schüler, darunter der Verfasser und der, der den Knochen hielt, standen vorne in der Mitte, dahinter und daneben der Lehrer, der Rektor, der Kriminalkommissar und der Totengräber mit Lederschürze, die bis zum Boden reichte. Alle schauten in die Kamera, ängstlich die einen, andere, als ob sie jemanden zur Strecke gebracht hätten, alle ernst, nur einer lachte. Große Schlagzeile in der Zeitung, dass ein Menschenknochen gefunden wurde und die Polizei den Fall untersuche müsse, denn, wer weiß, was da noch so alles im Boden verborgen sei. Zwei Tage später kam die Nachricht aus Ansbach: der Knochen stammt von einer Kuh! Weiterlesen






