Hanns Günther von Obernitz – Der SA-Gruppenführer lobte die Rothenburger SA als Kämpfer für die Idee des Führers

Hanns Günther von Obernitz

Hanns Günther von Obernitz

W. St. – Wenn die SA in Rothenburg ihre großen Auftritte hatte, zeigten sich gerne Gauleiter Julius Streicher und hohe SA-Führer, um in mittelalterlichen Kulissen zu den Männern in braunen Uniformen zu sprechen, wenn Fackeln den Platz vor dem Rathaus beleuchteten. Zu ihnen gehörte auch der „Führer“ der SA Franken, Gruppenführer Hanns Günther von Obernitz, der beispielsweise bei den Schulungstagen der SA Franken am 22. und 23. April 1937 in Rothenburg sprach. In seiner Eröffnungsansprache stellte er die Wichtigkeit der Rothenburger SA heraus, die beim Aufstieg des Nationalsozialismus in der „Kampfzeit […] einen harten, aber erfolgreichen Kampf geführt“ […] hatte, wie der „Fränkische Anzeiger“ am 23. April 1937 schrieb. Weiterhin lobte von Obernitz „das ausgezeichnete Verhältnis zwischen SA und politischen Leitern im Kreis […], für welches es nur eins gebe: den gemeinsamen Kampf für die Idee des Führers“.

1929 Eintritt in die SA – 1934 verhaftet -1937 Gruppenführer

Der die Rothenburger SA so lobte, war der 1899 in Düsseldorf geborene Sohn eines preußischen Offiziers, der nach Ende des Ersten Weltkriegs als Leutnant aus der Armee entlassen wurde, danach Landwirtschaft studierte, sich als Gutsverwalter verdingte und sich von 1922 bis 1924 als Kompanieführer der Marine-Brigade Ehrhardt angeschlossen hatte. Danach nahm er den Posten des Reichsgeschäftsführers des Wiking-Bundes an.

Obernitz wurde 1929 Mitglied in der SA und 1930 in der NSDAP (Nr. 211.000). 1933 kam er als SA-Führer nach Mittelfranken, war ab März 1933 Sonderkommissar für Mittelfranken und ab Januar 1934 zusätzlich für Ober- und Unterfranken. Innerhalb der SA stieg von Obernitz 1937 bis zum Obergruppenführer auf und war zudem kommissarischer Polizeipräsident von Nürnberg-Fürth. Im Zuge des so genannten Röhm-Putsches kam er am 30. Juni 1934 in Haft, wurde aber auf Fürsprache von Julius Streicher bei Adolf Hitler am 2. Juli 1934 wieder freigelassen. Allerdings entzog man ihm auf Weisung des Reichsinnenministers die Leitung des Nürnberger Polizeipräsidiums.

Der SA-Führer von Obernitz war in Nürnberg in antijüdische Ausschreitungen maßgeblich verwickelt. Im Zuge der von der Bayerischen Politischen Polizei für den 20. Juli 1933 angesetzten „antijüdischen Maßnahmen“ beaufsichtigte er auf Weisung von Gauleiter Julius Streicher in Nürnberg das brutale Vorgehen der SA gegen 300 Juden, die erniedrigt und misshandelt wurden. Während der Reichspogromnacht im November 1938 kam es unter der Leitung von Obernitz in Nürnberg zu heftigen Ausschreitungen gegen die ortsansässigen Juden durch SA-Männer. Die orthodoxe Synagoge wurde von Obernitz’ SA-Männern angezündet, die Geschäfte und Wohnungen von Juden zerstört, jüdische Männer misshandelt und verhaftet sowie neun Juden ermordet. In diesem Zusammenhang begingen zehn Juden Suizid.

1944 in Westpreußen gefallen

Im Reichstag, dem Marionetten-Parlament des Deutschen Reichs, vertrat er von 1939 bis zu seinem Tod im Januar 1944 den Wahlkreis 26 (Franken). Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs trat Obernitz in die Luftwaffe der Wehrmacht ein, wo er den Rang eines Obersleutnants innehatte  Hanns Günther von Obernitz fiel 1944 bei Kampfhandlungen in Exin/Westpreußen.

 

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