Zwangsarbeiter: Ausgrenzung, Vernachlässigung, Bestrafung und Tod – „Sonderbehandlung“ am mobilen Galgen

Von Wolf Stegemann

Das Leiden der „Fremdvölkischen“ begann mit ihrer schlechten Versorgung. Oft konnten sich Zwangsarbeiter nur durch Diebstahl von Nahrungsmitteln am Leben erhalten. Wie normal diese Form der Selbstversorgung zwangsläufig war, spricht aus einem vom Sicherheitsdienst der SS (SD) abgefangenen Brief eines Zwangsarbeiters an seine Eltern:

„Unser Leben hier in Deutschland ist schlecht. Das Essen reicht nicht aus. Im Herbst haben wir Äpfel und Birnen gestohlen und jetzt muss man zusehen, dass man irgendwo ein paar Kartoffeln stiehlt. Überhaupt, um in Deutschland zu leben, muss man sich hindurchstehlen, anders kommt man nicht aus.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Justiz / Amtsgericht, Krieg, Polizei / Gestapo, Polizei-Einsatz, Zwangsarbeiter | Verschlagwortet mit , , , , | Ein Kommentar

Ein Netz von „Zeitungen“ überspannte Fremdarbeiter-Lager: „Lernen wir Deutsch: Kartoffel, Zuckerrübe, Kürbis, Karotte, Kraut“

Diese Zwangsarbeiter "Ost" arbeiteten auf einer Zeche im Ruhrgebiet

Diese Zwangsarbeiter „Ost“ arbeiteten auf einer Zeche im Ruhrgebiet; Foto: LWL

Von Wolf Stegemann

Mit „Fremdarbeiter-Zei­tungen“ wurde im natio­nalsozialistischen Deutschland das Propa­ganda-Netz auch über den mehr als zwölf Mil­lionen Ausländern ausge­breitet, die in der deut­schen Kriegswirtschaft arbeiten mussten. Ein Ex­kurs in die unrühmliche Geschichte der Zeitungen für Ausländer. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Krieg, Kriegsgefangene, NS-Propaganda, Verlage / Schrifttum, Zwangsarbeiter | Verschlagwortet mit , | Schreib einen Kommentar

Eine Gedenktafel erinnert in Rothenburg an verstorbene Zwangsarbeiter – waren es wirklich nur siebzehn Männer und Frauen?

W. St. – Auf dem städtischen Friedhof gibt es vor der Aussegnungshalle das Ehrenfeld mit den Gräbern bzw. den Namenstafeln der gefallenen beider Kriege, der zivilen Bombenopfer von 1945 und eine Tafel der in Rothenburg verstorbenen polnischen Zwangsarbeiter während des  Zweiten Weltkriegs. Vermutlich ist die Namensliste auf der Gedenkplatte nicht vollständig. Denn nach Kriegsende verschwanden Akten und Unterlagen über Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, die hier zu Tode kamen, ob durch Krankheiten, Hunger, Alkoholismus, Suizid, Hinrichtung oder Mord. Dies ist in vielen Gemeinden der Bundesrepublik belegt. In Rothenburg war es vermutlich nicht anders. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Krieg, Zwangsarbeiter | Verschlagwortet mit , , | Ein Kommentar

Deutsche Soldaten in sowjetischen Lagern – Rotarmisten in deutscher Gefangenschaft

W. St. – „Ein Mann, der dich töten will, dich aber nach seiner Überwältigung bittet, ihn nicht zu töten“. So lautet die sinngemäße Übersetzung eines Bonmots, das von Winston Churchill stammen soll. Es offenbart ein für das 20. Jahrhundert charakteristisches Verständnis, dass die Kriegsführung kein atavistisches Morden, sondern eine Handlung im staatlichen Auftrag sei und der Gegner die Hoffnung haben darf, nicht aus Rache getötet zu werden. Im Altertum machte man keinen Unterschied zwischen Kämpfern und Nicht-Kämpfern. Dem siegreichen Feldherrn stand das Recht zu, mit allen Angehörigen des Gegners zu verfahren, wie es ihm beliebte, sie in der Regel zu töten oder als Sklaven zu verkaufen. Die Versklavung war bei den Griechen und Römern üblich und wurde auch im christlichen Abendland praktiziert, bis auf dem 3. Laterankonzil (1179) den Christen der Handel mit Sklaven verboten wurde. In der Folge wurde es Brauch, Kriegsgefangene gegen Lösegeld freizulassen. Wesentliche Änderungen ergaben sich mit dem Aufkommen der Söldnerheere. Man unterschied in dieser Zeit bereits zwischen Kombattanten und nicht beteiligter Zivilbevölkerung. Der einzelne Soldat wurde zum wertvollen Wirtschaftsgut. Gefangene wurden entweder für die eigene Truppe geworben, von den Gegnern freigekauft oder nach festen Regeln und in regelmäßigen Zeitabständen gegen eigene Leute in feindlicher Gefangenschaft ausgetauscht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Krieg, Kriegsgefangene, Kriegsgefangenschaft, Kriegsverbrechen | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Ein Zivilisationsbruch ohnegleichen – Der Zweite Weltkrieg, von Deutschland entfesselt, dauerte 2.077 Tage und kostete bis zu 60 Millionen Menschen das Leben

Von Robert Probst

„Der große Tag des Sieges über Deutschland ist gekommen. Von der Roten Armee und den Truppen unserer Verbündeten auf die Knie ge­zwungen, hat sich das faschistische Deutschland für besiegt erklärt und bedingungslos kapituliert“, sagte Josef Stalin in einer Radioansprache an die Sowjetvöl­ker am 9. Mai. Ein Tag der Freude, hieß es überall in der Welt, bald sprach man vom VE-Day („Victory in Europe“). Gefeiert wurde das Ende eines Krieges, der ohne Beispiel war. Ein Krieg, der bis zu 60 Millionen Menschen das Leben gekostet hatte. Im letzten Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht heißt es: „Der deutsche Soldat hat, getreu seinem Eid, im höchsten Einsatz für sein Volk für immer unvergessliches geleis­tet.“ Weiterlesen

Veröffentlicht unter Erste Nachkriegsjahre, Kriegsende | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Der Volkssturm war das letzte sinnlose Propaganda-Aufgebot mit Kranken, Jungen, Alten, Fußlahmen und Kurzsichtigen, um das Reich zu verteidigen

Armbinde des Volkssturm

Armbinde des Volkssturm

Von Wolf Stegemann

Der Deutsche Volkssturm war eine militärische Formation in der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Gemäß den propagandistischen Aufrufen der NSDAP zum Durchhalten bis zum Endsieg wurde der Volkssturm aus allen „waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“ gebildet, um den „Heimatboden“ des Deutschen Reiches zu verteidigen, „bis ein die Zukunft Deutschlands und seiner Verbündeten und damit Europas sichernder Frieden gewährleistet“ sei. Ziel des Aufrufs war es, die Truppen der Wehrmacht zu verstärken. Die Bildung des Deutschen Volkssturms wurde am 25. September 1944 durch Führererlass aufgestellt und am 18. Oktober 1944, dem 131. Jahrestag der Völkerschlacht von Leipzig, publik gemacht Dadurch konnten erste Volkssturmverbände propagandawirksam vorgeführt werden. Die NSDAP-Gauleiter wurden mit Aufbau und Führung des Volkssturms betraut. Die Rekrutierung erfolgte durch die Ortsgruppen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Krieg, Kriegsende, Volkssturm | Verschlagwortet mit , , | Schreib einen Kommentar

Das Volkssturm-Bataillon 7/108 Franken kämpfte wochenlang an der Oderfront bei Lebus – Die 2. Kompanie bestand nur aus Rothenburgern

Volkssturm oben 19.10.1944Von Wolf Stegemann

In Franken entstand ein eigenes Volkssturmbataillon, dass mit „Volkssturm-Bataillon Franken 7/108“ die Herkunft im Namen hatte, auf das der NSDAP-Gauleiter Holz großen Wert legte. Es wurde in Ansbach zusammengestellt und bestand aus vier Kompanien: den Ansbachern in der 1. Kompanie, den Rothenburgern in der 2. Kompanie, den Weißenburgern in der 3. Kompanie und den Dinkelsbühlern, Feuchtwangern und Wassertrüdingern in der 4. Kompanie. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Deserteure, Krieg, Kriegsende, NS-Propaganda, NSDAP, Volkssturm | Schreib einen Kommentar