Rothenburger NS-Kreisfrauenschaft: Ideologische Schulung durch Verklärung und Mythologisierung des Muttertums

NS-Frauenschaft beim Fahnenappell (nicht Rothenburg)

NS-Frauenschaft beim Fahnenappell (nicht Rothenburg)

Die Nationalsozialistische Frauenschaft (NSF) und das Deutsche Frauenwerk wa­ren nach Verbot und Auflösung einer Vielzahl von Gruppierungen die einzig offiziell erlaubten Frauenorganisationen. Ab 1933 wuchs die NSF in Rothenburg erheblich an und verfügte über eine differenzierte Organisation. Als Trägerin der „Mütterschu­lungskurse“ organisierte die NSF im Bezirk regelmäßig Lehrgänge über Säuglings- ­und Kleinkinderpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Erziehungsfragen und Hauswirtschaft. Dabei ergingen Aufrufe an die Frauen, die Arbeit des Winterhilfswerks (WHW) zu unterstützen, für das Deutsche Rote Kreuz zu sammeln oder freiwilligen Erntedienst zu leisten. Die Organisation übernahm die Kreisamtsleitung der NSF-Rothenburg unter Leitung der Kreisfrauenschaftsleiterin Marga Schübel.

Kreisleiter Steinacker unterstützte die Arbeit der NSF und nahm an Kundgebungen als höchster politischer Leiter teil. Neben den Anstrengungen, Mütter und Ehefrauen auszubilden, fanden lokale Frauenschaftsversammlungen in Form monatlicher Pflichtversammlungen oder Kundgebungen der NSF und des Deutschen Frauenwerks statt, die den Frau­en die nationalsozialistische Weltanschauung vermittelten. So trug die NSF dazu bei, die weibliche Bevölkerung mithilfe einer Verklärung und Mythologisierung des Frauen- und Muttertums unter Berufung auf eine angebliche germanische Tradition ideologisch zu schulen; unter anderem durch Vorträge wie: „Die deutsche Frau ist die Hüterin deutschen Blutes und deutscher Rasse“ und „Die germanische Lebensform ist ohne das Gesetz des Blutes nicht zu denken“. Somit beschränkte sich die Frauenar­beit der NSDAP in Rothenburg auf „Arterhaltung“, Hauswirtschaft und Wohlfahrt.

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 Benutzte Literatur: Gertrud Scholtz-Klink: „Die Frau im Dritten Reich“, Tübingen 1998.
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