Franz Johann Hofmann: SS-Mörder von Dachau und Auschwitz in Rothenburg entnazifiziert – 20 DM Geldbuße. Zehn Jahre später zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt

KZ-Mörder Franz Johann Hofmann

KZ-Mörder Franz Johann Hofmann

Von Wolf Stegemann

Was ihn dazu getrieben haben mag, sich als ehemaliger SS-Hauptsturmführer und 1. Schutzhaftlagerführer im KZ Auschwitz nach Kriegsende in Rothenburg niederzulassen, ist nicht bekannt. Bekannt ist aber, dass er nach dem Krieg unter falschem Namen untertauchte, in Rothenburg wieder auftauchte und sich von der Spruchkammer des Kreises entnazifizieren ließ. Dabei verschwieg Franz Johann Hofmann seine SS-Zugehörigkeit. Für seine NSDAP-Mitgliedschaft, über die er aussagte, dass er diese erst seit 1937 hatte, wurde ihm eine Strafe von 20 DM auferlegt. Doch so glimpflich sollte er nicht davonkommen. Er wurde später verhaftet, zu lebenslanger Gefängnisstrafe verurteilt und starb schließlich im Zuchthaus Straubing.

Karriere bis zum 1. Schutzhaftlagerführer in KZ Auschwitz

Der in Hof an der Saale 1906 geborene Hofmann war gelernter Tapezierer, arbeitete als Hausdiener und Gelegenheitsarbeiter und half während seiner längeren Arbeitslosigkeit im Wirtshaus seines Vaters aus. Schon 1932 trat Hofmann in die NSDAP ein, erhielt das rote Parteibuch mit der Nr. 1.369.617, wurde gleichzeitig mit der Nr. 40.651 Mitglied der SS. Von da an betätigte er sich in Hof als Hilfspolizist. Im KZ Dachau erhielt er 1933 die ideologische Schulung und gehörte der KZ-Wachmannschaft an. Hofmann dient sich mit seinen Verbrechen nach oben. 1937 wurde er zum SS-Oberscharführer ernannt, zwei Jahre später zum SS-Hauptscharführer und bekleidete, zum SS-Untersturmführer befördert, die Position des 2. Schutzhaftlagerführers und stieg im April 1942 zum SS-Obersturmführer und damit zum 1. Schutzhaftlagerführers im Konzentrationslager Dachau auf.

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Die Leiche des im KZ Dachau ermordeten Abraham Borenstein liegt im Vordergrund. Zwei der SS-Männer im Bild, die an der Tötung beteiligt waren, sind Egon Zill und Franz Johann Hofmann (Foto: 15. Mai 1941).

Nach Auschwitz

Ende 1942 kam er ins Stammlager Auschwitz. An der berüchtigten „Rampe“ beteiligte er sich als Aufsicht an den Selektionen, der Einteilung der ankommenden Juden in die, die weiterleben durften, und die, die sofort in die Gaskammern geschickt wurden. „Wo ich hingestellt werde, mache ich meinen Dienst“, sagte er später vor Gericht. Von März bis November 1943 übernahm er als Lagerführer die Aufsicht im „Zigeunerlager Auschwitz“. Mittlerweile zum 1. Schutzhaftlagerführer im Stammlager vom KZ Auschwitz und am 20. April 1944 zum SS-Hauptsturmführer ernannt, wurde Hofmann im Mai 1944 in das KZ Natzweiler versetzt. Dort übernahm er die Lagerführung im Außenlager KZ Neckarelz. Im Oktober 1944 ins Lager Schömberg versetzt, „hielt er sich dort ein polnischen Dienstmädchen als Sklavin“.

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Quellen: Ernst Klee „Das Personenlexikon zum Dritten Reich“, Frankfurt am Main 2003. – Otto Oertel „Als Gefangener der SS“,  hgg und bearbeitet von Stefan Appelius, mit einem Vorwort von Bernd Engelmann, Oldenburg 1990. – Danuta Czech „Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945“, Hamburg 1989. – Wikipedia, Online-Enzyklopädie (2013). – Foto Dachau aus den Gerichtsakten des Auschwitz-Prozesses Frankfurt (über Pressestelle LG Frankfurt).
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